Herr Rominger, was war der schönste Moment in Ihrer Karriere?09.11.97 - Der Schweizer Tony Rominger nahm am Sonntag vor einer Woche Abschied vom Profizirkus und fuhr sein letztes Rennen beim Criterium de la Comunidad Valenciana, das er vor 5.000 Fans gewinnen konnte. Anfang der Woche erschien dieses Interview in der Gazzetta dello Sport:
Herr Rominger, von jetzt an sind Sie ein Ex-Rennfahrer...
Rominger: Ich habe mein letztes Rennen bestritten und ich habe meine Entscheidung nicht geändert. Obwohl, ironischerweise fühle ich mich jetzt gerade am besten: die Form kam am Ende der Saison.
Und was nun?
Rominger: McCormack's IMG [ --eine Sportmanagementagentur, K.V.] hat mir ein Vertrag angeboten, um den Kontakt mit ihren Fahrern zu halten und auch um schließlich nach neuen Fahrern Ausschau zu halten. Auch Cofidis sucht nach einer neuen Rolle für mich, im Bereich Public Relations.
Stimmt es, daß Dr. Michele Ferrari Ihnen vorgeschlagen hat, nochmal den Stundenrekord anzugreifen?
Rominger: Ja, vor meinem Urlaub, wollte er noch ein paar Tests durchführen. Aber ich fragte mich, ob ich noch einen Monat länger aktiver Rennfahrer bleiben wollte, mich vorbereiten wollte. Am Ende entschied ich mich, es zu lassen.
Was war der schönste Moment in Ihrer Karriere?
Rominger: Als ich das 1992 erste Mal die Vuelta gewann. Die Leute sagten immer, ich sei kein Fahrer für die großen Rundfahrten und mit diesem Erfolg brachte ich meine Kritiker zum Schweigen. Von da an war ich ein Fahrer für die Rundfahrten.
Sie haben einen Schweizer Pass, aber Ihr Vermögen haben Sie in Italien und Spanien gemacht, am Ende fuhren Sie für ein französisches Team. Welchem Land fühlen Sie sich am meisten verpflichtet?
Rominger: Ich fühle mich wie ein Europäer. Jedes Land hat mir etwas gegeben.
Was bedauern Sie am meisten?
Rominger: Bei der Tour 1993 war ich wirklich stark, ich hatte aber wenig Glück. Aber im größeren: Daß ich nie einen Weltmeistertitel gewinnen konnte.
Bei der Tour hatten Sie das Pech, gegen Indurain, dem größten Rennfahrer seiner Zeit, fahren zu müssen...
Rominger: Jede Zeit hatte ihre Champions und Indurain hat eine Menge wichtiger Rennen gewonnen, die ich gern gewonnen hätte.
Möchten Sie Ihren Kollegen, die weitermachen, irgendetwas sagen?
Rominger: Um ernste Probleme zu vermeiden, immer daran denken: die Gesundheit ist das allerwichtigste.
[Das Interview führte Nino Minoliti. Aus: Gazzetta dello Sport]
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