Bjarne Riis kritisiert Rennkommissare und UCI05.12.97 - Bjarne Riis hat heftige Kritik am "Schiedsrichterwesen" des Radsports, an den Rennkommissaren und Jurys der UCI, geübt. "Wenn sich die Haltung der Jurys nicht ändert, können wir auch gleich aufhören", wird der Däne am Donnerstag von der Amsterdamer Tageszeitung De Telegraaf zitiert. "Die heutigen Kommissare sind nicht kompetent genug. Es ist höchste Zeit, daß der internationale Radsportverband professionell arbeitende Jurys einsetzt. Wenn wir das ganze Jahr über unseren Job ernstnehmen, darf das nicht einfach durch inkompetente Personen gefährdet werden."
Als Beispiel für Inkompetenz nannte Riis die Juryentscheidung bei der letzten Tour de France, als Bart Voskamp und Jans Heppner bei der 19. Etappe der Tour in einer höchst merkwürdigen Jury-Entscheidung disqualifiziert wurden (s. News vom 25.07.97). Eine weitere Anekdote, die die "Kompetenz" von so manchem Funktionär illustriert, erzählte Riis: Bei der WM in San Sebastian kamen Kontrolleure der UCI zur Routine-Dopingkontrolle ins Hotel der dänischen Mannschaft. "Die nahmen die ersten fünf Namen von der Mannschaftsliste, die im Hotel aushing. Die riefen Mechaniker, Pfleger und sogar die Frau unseres Teamchefs zur Dopingkontrolle! Wahrscheinlich waren die Kontrolleure betrunken."
Riis weiter: "Auch die Beurteilung des Materials ist schlecht. Ich habe ein Jahr an der Entwicklung einer neuen aerodynamischen Zeitfahrmaschine mitgearbeitet. Zunächst wurde das Modell immer zugelassen. Aber zwei Stunden vor dem Start des Prologs der Tour de France in Rouen hieß es plötzlich, das Fahrrad entspräche nicht den Regeln, wodurch ich völlig meine Konzentration verlor. Es wird Zeit, etwas gegen solche Dinge zu machen." [De Telegraaf, Amsterdam]
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