Cofidis löst Vertrag mit Lance Armstrong10.10.97 - Der französische Rennstall Cofidis wird den Vertrag mit dem US-Amerikaner Lance Armstrong nicht verlängern. Dies gab das Team am Freitag in Paris bekannt. Bei Cofidis fühlt man sich enttäuscht von Armstrong, den Cofidis auch nach dessen Krebserkrankung weiter unterstützt hatte. Der Manager des Ex-Weltmeisters habe letzte Woche das Team unter Druck gesetzt und wollte bessere Vertragskonditionen aushandeln, obwohl, so ein Cofidis-Sprecher, bereits eine müdliche Vereinbarung getroffen worden war.
"Im Angesicht von diesem Bruch eines mündlichen Versprechens, im Angesicht von soviel Undankbarkeit und Illoyalität, hat Cofidis entschieden, den Vertrag mit Lance Armstrong nicht zu verlängern," hieß es in einem Statement des Teams.
Bei Armstrong wurde im Oktober 1996 eine Krebserkrankung diagnostiziert, kurz nachdem er einen Vertrag für 1997 als Kapitän bei Cofidis unterschrieben hatte. "Cofidis hätte sich schon damals vom Vertrag zurückziehen können, denn es war klar, daß Lance Armstrong monatelang nicht in der Lage sein würde, Rennen zu fahren und er wußte ja gar nicht, ob er überhaupt jemals wieder fahren könne," so das Statement von Cofidis weiter. Den Vertrag mit Armstrong habe man dennoch aufrechterhalten aus rein menschlichen Erwägungen.
Armstrong hat nie ein Rennen für Cofidis bestritten, aber das Team erklärte, man habe mit ihm für 1998 geplant, nachdem die Ärzte ihr OK für eine Rückkehr des Amerikaners, der eine bemerkenswerte Wiedergenesung von seiner Krebserkrankung durchmachte, gegeben hätten. Aber, so Cofidis, als man dann den Vertrag erneuern wollte, habe man erfahren, daß der Manager von Armstrong mit anderen Sponsoren verhandele und sogar kurz vor dem Abschluß eines Vertrages mit einem anderen Team stehe. Daraufhin verbesserte Cofidis die Bedingungen des Vertrages und man kam mit dem Manager zu einer mündlichen Verabredung. Der Vertrag sollte in einer gemeinsamen Pressekonferenz anfang letzter Woche verkündet werden. Dann sagte Armstrongs Manager diese Pressekonferenz ganz kurzfristig ab und stellte weitere Forderungen, so Cofidis. [Reuters]
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