
Nachrichten-Archiv: 8/97Transfer-News
21.08.97 - Francesco Casagrande (Saeco) wird entgegen ursprünglicher Meldungen (s. News 01.08.97) nicht zu Mercatone Uno wechseln. L'Equipe meldet, daß der 26jährige stattdessen bei Cofidis einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben hat. Mercatone, mit dem er bereits vertragliche Bindungen eingegangen war, hat dem zugestimmt. Casagrande, Sechster im Gesamtclassement der Tour 97, wird als persönlichen Helfer seinen Teamkamerad Massimiliano Lelli zu Cofidis mitbringen. Cofidis steht vor einem völligen Umbruch. Tony Rominger wird seine Karriere am Ende der Saison beenden. Maurizio Fondriest wird eventuell ebenfalls aufhören oder aber zu einem italienischen Team wechseln. Und ob Lance Armstrong 1998 wiederkommt ist noch völlig offen. Gerüchten zufolge stellt Cofidis-Chef Cyril Guimard dem belgischen Teil von Mapei-GB (nota bene Johan Museeuw) nach. Einen Wechsel von Museeuw hält der belgische Directeur Sportif von Mapei-GB Patrick Lefevere allerdings für sehr unwahrscheinlich. Dies hängt auch eng mit den Plänen von Sponsor GB, einer belgischen Supermarkt-Kette, zusammen. GB will im September über das Wie und Ob des weiteren Engagements der Firma entscheiden.
Unterdessen bestätigte sich das Gerücht, daß Evgeny Berzin 1998 zu Francaise des Jeux wechseln wird. Berzin will im übrigen noch im September den Stundenweltrekord angreifen. Bei Asics wird laut Teamchef Davide Boifava im nächsten Jahr kein Platz mehr sein für Claudio "Il Diavolo" Chiappucci. Asics würde sehr gerne Michele Bartoli (MG) verpflichten. Bartoli's Team, MG, steht nämlich vor dem Aus. Teamchef Giancarlo Ferretti, der seit über 20 Jahren ununterbrochen als Directeur Sportif gearbeitet hat, findet nach dem Ausstieg der Sponsoren MG (Textilhersteller) und Technogym (Fitnessgeräte) keine neuen Sponsoren, was nach diesem skandalumwitterten Jahr des Teams (s.a. News 07.06.97) auch nicht allzu verwunderlich ist. Roger Legeay's Team Gan hingegen wird nach dem Ausstieg von Sponsor gan (Versicherungen) wohl weitermachen können, dem Vernehmen nach ist Legeay bei der Suche nach neuen Sponsoren fündig geworden. Dabei handelt es sich nach Gerüchten um die französische Bank Credit Agricole. Aber auch die Kreditkartenfirma Visa war schon im Gespräch.
Uwe Ampler, der sein Comeback für nächstes Jahr angekündigt hatte (s. News 03.08.97), fährt bereits für sein neues Team, den kleineren polnischen Rennstall Mroz. In der TV Wisla Tour in Polen (Kat. 2.5) kam der frühere Friedensfahrtgewinner bei der 3. Etappe sogar schon zu einem ersten Sieg.
21.08.97 - Johan Museeuw (Mapei) wird nicht beim Grand Prix Suisse am kommenden Sonntag starten. Der Belgier erklärte am Mittwoch, er habe nicht die nötige Form. "Ich kann kaum dem Feld folgen --und das ist nichts für einen Weltmeister", sagte Museeuw gegenüber der belgischen Zeitung Het Nieuwsblad. "Normalerweise mache ich in dieser jahreszeit keine Pause. Jetzt muß es aber sein." Museeuw, Weltcupsieger von 1996, will bei der am nächsten Dienstag in Tilburg beginnenden Holland-Rundfahrt ins Renngeschehen zurückkehren und versuchen nach und nach wieder in Form zu kommen für die Weltmeisterschaften sowie die Weltcup-Rennen im Oktober.
18.08.97 - Andrea Tafi (Mapei) gewann am Sonntag das siebte Weltcuprennen in Rochester im Alleingang. Der 31jährige Italiener hatte sich beim Rochester Classic in England zwölf Kilometer vor dem Ziel von einer fünfköpfigen Spitzengruppe abgesetzt. Auf Platz zwei nach 242 Kilometer kam als Schnellster der Verfolgergruppe der Vorjahressieger Andrea Ferrigato (Roslotto) vor Gianluca Bortolami (Festina). Zum vierten Mal nach 1989 führte das Weltcup-Rennen in England über eine neue Strecke: Rochester löste Leeds ab, das in den letzten 5 Jahren Austragungsort des britischen Weltcuprennens war, davor wurde das Rennen zweimal in Brighton sowie in Newcastle ausgetragen. Der Kurs in Rochester führte bei bestem Wetter in einem großen Bogen rund um London. Lange bestimmten sieben Ausreißer, unter ihnen Tafi, der wie immer im Spätsommer in Topform kommt (im Vorjahr gewann er die Lombardei-Rundfahrt), Gianluca Bortolami und Ferrigato, das Rennen. Die Gruppe schrumpfte im Finale auf fünf Fahrer, die das Feld dank konzentrierter, mannschaftsübergreifender Zusammenarbeit auf Distanz halten konnten. Als Tafi zwölf Kilometer vor dem Ziel attackierte, ließen ihn seine Landsmänner Ferrigato, Bortolami und Andrea Vatteroni (Scrigno) ziehen und der einzige Nicht-Italiener der Spitzengruppe, Stephane Heulot (FDJ) vermochte der italienischen Phalanx allein nichts entgegenzusetzen. Der britische Mitfavorit, Stunden-Weltrekordler Chris Boardman (Gan), stieg kurz vor dem Ziel nach einem Sturz aus.
Vor den verbleibenden drei Weltcuprennen --an diesem Sonntag der GP Suisse von Basel nach Zürich, dann im Oktober Paris-Tours (5.10.) und Lombardei-Rundfahrt (18.10.) -- führt weiterhin Rolf Sörensen (Rabobank) vor Michele Bartoli (MG) in der Weltcup-Wertung. Sörensen kam auf den 13. Platz und vergrößerte so noch einmal seinen Vorsprung gegenüber Bartoli, der auf Platz 32 kam und keine weiteren Weltcup-Punkte erobern konnte.
18.08.97 - 40.000 Zuschauer feiern Jan Ullrich in Schwerin. 40.000 Fans feuerten im sonst eher beschaulichen Schwerin Jan Ullrich so begeistert an, daß der Toursieger am Ende gar nicht anders konnte, als auf dem Kopfsteinpflaster als Erster über die Ziellinie zu fahren. Nach 45 Runden a 1.8 km gewann der gebürtige Rostocker das Kriterium "Rund um den Pfaffenteich" vor Jens Heppner. Nach dem Zieleinlauf gab es in der Schweriner Innenstadt am späten Samstag abens kein Halten mehr. Sicherheitskräfte mußten Ullrich eine Gasse durch die Zuschauermassen bahnen. "Kopfsteinpflaster liegt uns normalerweise gar nicht. Ich hätte deshalb nicht gedacht, daß Jens und ich hier einen Doppelsieg einfahren," sagte Ullrich, während die Fans in Sprechchören ihr Idol wie einen Popstar feierten.
Jan Ullrich wird bis zu seinem geplanten Saisonfinale am 14. September (Paarzeitfahren in Karlsruhe) u.a. noch beim Weltcup-Rennen in Zürich (Sonntag), der Holland-Rundfahrt (26. bis 30. August) und der City-Night in Berlin (10. September) auf dem Rad zu sehen sein. Danach wird er sich nur noch bei Autogrammstunden, Präsentationen (Tour 1998 im Oktober in Paris) und TV-Ehrungen (Bambi-Verleihung, Sportler des Jahres, ZDF-Ass des Monats) öffentlich zeigen.
Unterdessen stehen auch die Sponsoren schlange - bei Manager Strohband glühen die Telefon- und Fax-Drähte. Der jüngste Coup: Jan Ullrich soll von seinem Sponsor und Ausrüster Adidas (Radschuhe) einen Zehn-Millionen-Vertrag erhalten. Weitere fünf Millionen Mark, falls der Merdinger noch fünfmal die Tour de France gewinnt. Dazu stehen millionenschwere Verträge mit Autohersteller Opel und der Getränke-Firma Vittel ins Haus. Bereits lange unter Dach und Fach ist ein Vertrag mit Textilhersteller S.Oliver (1 Mio. DM/Jahr).
Die meisten Radsport-Insider mißtrauen jedoch diesem scheinbaren Radsportboom: Udo Bölts schon vor Wochen: "Deutschland ist kein Radsportland und wird auch keines werden. Im Februar wird in Deutschland niemand über die Mittelmeerrundfahrt berichten." Und Rolf Aldag glaubt: "Nach der Tour lodert einige Wochen das Radsport-Feuer, danach sind wir in Deutschland wieder beim Tagesgeschäft." Ullrich-Manager Wolfgang Strohband sieht das gelassen: ""Was den Radsport betrifft mag das stimmen, Jan wird dagegen weiter im Gespräch sein. Er kommt mit seiner Art und großen Geduld, die er gegenüber den Fans und der Öffentlichkeit zeigt, gut an. Außerdem war vor 20 Jahren Didi Thurau in einer ähnlichen Situation. Und er ist heute noch populär." [Express, sid, FAZ]
18.08.97 - Der 28jährige Viatcheslav Djavanian (Roslotto) hat sich auf der letzten Etappe den Sieg der 13. Regio-Tour nicht mehr nehmen lassen und sicherte sich die Siegprämie von 5.000 SFr. Mit einem Vorsprung von 13 Sekunden gewann der Russe vor dem Niederländer Patrick Jonker (Rabo), auf Platz drei kam der Schweizer Roland Meier (Post Suisse). Bester Deutscher war Telekom-Neuzugang Jan Schaffrath auf Platz 10. Schöne Rennen fuhren auch Uwe Peschel (Cantina), der überlegen das Zeitfahren gewann, und Kai Hundertmarck (Telekom), der die schwere letzte Etappe und die Bergwertung gewann. Christian Henn gewann die Punktewertung. Insgesamt erreichten von den 110 gestarteten Fahrern nur 57 das Ziel. Allein auf der letzten Etappe gaben 37 von den noch 96 zur Etappe gestarteten Fahrer vorzeitig auf. ["Startklar"-Magazin, dpa]
17.08.97 - Transfer-News: Gerüchten zufolge hat Evgeny Berzin (Batik) bei Francaise des Jeux unterschrieben. Der Kasache Andrei Teteriuk (Lotto), der von Saeco und Mercatone umworben wurde, hat verlängert bei Lotto. Der Lette Juris Silovs von Schauff Öschelbronn hat einen Vertrag bei dem neuen dänischen Team "Jack & Jones" unterschrieben. Auch Arvis Piziks (Rabo) und Michael Lafis (Telekom) werden mit dem ersten dänischen Profi-Rennstall in Verbindung gebracht. Im Team Jack & Jones, in das u.a. Bjarne Riis Geld investiert, wird u.a. Brian Holm (Telekom) eine Position in der Teamleitung übernehmen. Und Gianni Bugno hat angekündigt, seine Karriere am Saisonende zu beenden "es sei denn ich werde Weltmeister in San Sebastian". Bugno, u.a. zweifacher Weltmeister, denkt daran, künftig Autorennen zu fahren.
14.08.97 - Die Gerüchte um einen möglichen Wechsel von Bjarne Riis wollen nicht verstummen. Der Däne, der eigentlich noch einen Vertrag bei Telekom bis Ende 1998 hat, wird nun von verschiedenen Medien mit TVM in Verbindung gebracht. Glaubhaft an diesen Spekulationen ist allerdings nur das Interesse von Seiten des Teams TVM... Ein anderer Däne wird tatsächlich 1998 für TVM fahren: Die dänische Zeitung Politiken meldet, daß der dänische Meister Nicolai Bo Larsen am Ende der Saison von Amore e Vita zu TVM wechselt. Auch Telekom und US Postal waren an Larsen interessiert, konnten sich aber mit Amore e Vita nicht einigen. Der 25jährige Giro-Etappengewinner von 96 hatte noch einen Vertrag bei Amore bis 98 und das italienische Team fordert eine Ausgleichszahlung im Falle eines vorzeitigen Wechsels.
Michael Blaudzun (Rabobank) wird 1998 für das Team Telekom fahren. Der 24jährige unterschrieb einen Ein-Jahresvertrag. [NOS]
Auch beim zweitgrößten deutschen Profi-Rennstall plant man schon kräftig für 1998: Das Team Nürnberger verpflichtete jetzt den Niederländer Martin van Steen, der dieses Jahr in einem kleineren niederländischen Team fuhr. Der 27jährige unterschrieb einen Ein-Jahresvertrag. [NOS]
Mit dem Rabobank-Team in Verbindung gebracht werden der Sohn von Tour de France-Sieger Joop Zoetemelk, Karl Zoetemelk, sowie Glenn D'Hollander (Vlaanderen 2002) und Maarten Den Bakker (TVM) Der Transfer des jungen Zoetemelk dürfte auch dem Team-Sponsor, der niederländischen Genossenschaftsbank Rabobank, gefallen. Die Verpflichtung von Beat Zberg (Mercatone) hatte hingegen Kritik in der Vorstandsetage von Rabobank ausgelöst. Die Philosophie von Sponsor Rabobank, die u.a. auch ein Juniorenteam unterstützt, ist, daß man junge niederländische Talente fördern möchte. Wenn Teammanager Jan Raas kühl erfolgsorientiert Topfahrer aus dem Ausland wie den Schweizer Zberg oder den Belgier Marc Wauters (Lotto) verpflichtet, findet dies dementsprechend nicht immer den Beifall des Sponsors.
Wilfried Nelissen (Palmans), gerade erst wiedergenesen von seinem schrecklichen Unfall von Gent-Wevelgem 1996 (s.a. News vom 27.06.97), wird umworben von Marc Madiots La Francaise des Jeux. Und weiteren Gerüchten zufolge ist die Position von Madiots Kollegen und Erzrivalen Cyrille Guimard, Teammanager bei Cofidis, stark gefährdet. Sollte Guimard gehen müssen, wäre der Belgier Patrick Lefevere (Mapei) der erste Kandidat für die Nachfolge. Der wiederum würde --so wird spekuliert-- die neue belgische Rennfahrer-Hoffnung Frank Vandenbroucke (Mapei) mitbringen zu Cofidis.
Kein Gerücht, sondern Fakt, ist hingegen der Wechsel von Cesar Solaun, Topfahrer bei Euskadi, zu Banesto. Der 27jährige unterschrieb für ein Jahr.
14.08.97 - Alex Zülle trainiert wieder. Zülle, der am Ende der Saison zu Festina wechseln wird, mußte vor knapp vier Wochen die Tour vorzeitig beenden wegen Problemen mit seinem damals "angeschraubten" Schlüsselbein (s. News 11.07. und 24.06.97). Nachdem Zülle wochenlang nur auf der Rolle trainieren konnte, nahm er Anfang der Woche das Training auf dem Rad wieder auf und fuhr eine Trainingsrunde mit seinem Landsmann Rolf Järmann. [ Järmann Live ]
12.08.97 - Der Hobby-Fahrer, der am Sonntag im Rahmen der HEW-Cyclassics in Hamburg schwer gestürzt war (s. News 10.08.97), ist seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Der 32jährige Radsportler war nach Angaben der Organisatoren in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Leitpfosten und ein Verkehrsschild geprallt. [FAZ]
12.08.97 - Am heutigen Dienstag wird die diesjährige Regio-Tour in Freiburg mit einem Kriterium eröffnet. Offizieller Start dann am Mittwoch. Am Start des Kategorie 2.4-Rennens sind eine ganze Reihe prominenter Fahrer. Vom Team Telekom sind am Start unter anderen Christian Henn und Jens Heppner, von Festina der Finne Joona Laukka, der Veteran aus Lettland Piotr Ugrumow (Roslotto), Glenn Magnusson (Amore e Vita), Erik Dekker (Rabo) und viele andere Spitzenfahrer. Veranstalter Rudi Renz glaubt aber dennoch nicht an den Sieg eines der Topstars: "Ich gehe davon aus, daß bei der Regio-Tour 1997 ein noch eher unbekannter Fahrer ganz groß in Erscheinung tritt. Die Regio-Tour diente schon oft als Spungbrett für junge Fahrer, die danach zu einer großen Profikarriere ansetzten: Mit Laurent Brochard und Mario Cipollini seien nur zwei Beispiele genannt."
11.08.97 - In der neuen UCI-Weltrangliste rückt Jan Ullrich vom 5. auf den 3. Rang, Alex Zülle fällt dagegen vom 3. auf den 5. Platz. Erik Zabel machte einen Platz gut und liegt nun auf dem 12. Platz. Weltranglisten-Erster weiterhin Laurent Jalabert.
11.08.97 - Nach dem gemeldeten Wechsel von Jose Maria Jimenez (zu Kelme) zeichnet sich bei Banesto im Jahre eins nach Miguel Indurain ein Umbruch ab. Die Teamleitung von Banesto hat jetzt angekündigt, die Verträge mit fünf Fahrern nicht zu verlängern: Vicente Aparicio, Jose Ramon Uriarte, Ramon Arrieta, Prudencio Indurain und Carmelo Miranda müssen sich neue Teams suchen. Der Kletterspezialist Arrieta zeigte sich sehr enttäuscht von der Entscheidung: "Was mir vor allem mißfällt, ist, daß (die Teamleitung) sagt, wir seien zu locker gewesen. In meinem Fall stimmt das nicht. (...) Ich verstehe es, wenn ich nicht ins Konzept des Teams passe, aber ich akzeptiere nicht, die Erklärung, ich sei nicht engagiert genug, denn das stimmt einfach nicht. Das schlimmste ist, für den Rest der Saison die Motivation zu finden. Die Vuelta? Ich bezweifle, daß ich sie fahre, denn es gibt nur zwei offene Plätze im Team und sechs Fahrer hoffen darauf."
10.08.97 - Jan Ullrich siegte am Sonntag in Hamburg bei den 2. HEW-Cyclassics. Vor 500.000 Zuschauern gewann der Toursieger auf der 190 km langen Strecke vor Wilfried Peeters (Bel/Mapei) und Jens Heppner. Ullrich, der von 1992 bis 1995 für die RG Hamburg in der Bundesliga gefahren war, bedankte sich bei den Fans: "Ich habe in Hamburg schöne Jahre verbracht, deshalb bin ich auch gerne hier gefahren." Ullrich war schon am Freitag nach Hamburg angereist um sein Buch "Jan Ullrich - große Schleife, die Zweite" vorzustellen, wobei er aber gleich klarstellte: "Das Schreiben haben aber andere gemacht."
Das Profi-Rennen in Hamburg wurde von einem schweren Sturz beim parallel stattfindenden Jedermann-Rennen überschattet. Ein 32jähriger Fahrer mußte mit schweren Kopfverletzungen in die Klinik Eppendorf gebracht werden und schwebt in Lebensgefahr. [Express]
10.08.97 - Davide Rebellin (FDJ) hat sich am Samstag bei der Clasica San Sebastian den Sieg im sechsten Weltcup-Rennen der Saison gesichert. Der Italiener gewann nach 230 km den Sprint einer großen Kopfgruppe und war selbst von seinem Sieg überrascht: "Diesen Sieg habe ich nicht erwartet, aber er ist sehr willkommen." Platz zwei belegte der Ukrainer Alexander Gontschenkow (Roslotto). Auf Platz drei fuhr Stefano Colage (Refin) vor Maurizio Fondriest (Cofidis). Für Fondriest ist dies ein sehr erfreuliches Ergebnis, denn der Ex-Weltmeister laborierte während der gesamten Saison bisher an schweren Bandscheiben-Problemen und kam bisher zu kaum einem Resultat. Ein Comeback hatte auch Pascal Richard, der diese Saison ebenfalls extrem viel Verletzungspech hatte. Richard, Olympiasieger von Atlanta 96, überraschte in San Sebastian mit einem speziellen "Olympia-Trikot", (ähnlich dem Trikot eines Ex-Weltmeisters, allerdings olympische Ringe anstelle von Regenbogenstreifen), das er nun schließlich doch noch der UCI abschwatzen konnte...
Die Spitzenreiter-Position in der Weltcup-Wertung übernahm der Däne Rolf Sörensen, der durch seinen sechsten Platz den Italiener Michele Bartoli (MG) in der Führung ablöste. Bartoli kam im großen Hauptfeld ins Ziel, mehr als 9 Minuten nach dem Sieger. Aus deutscher Sicht überzeugte neben Jens Heppner (8.) vor allem auch Vorjahressieger Udo Bölts, der über 220 km das 230 km-Rennen an der Spitze mitprägte und am Ende als 28. zeitgleich mit Sieger Davide Rebellin (Italien) ins Ziel fuhr. Dies läßt auch auf die WM hoffen, denn die Clasica San Sebastian war auch bereits ein kleiner WM-Test. Die letzten 45 Kilometer des Rennens rund um die baskische Stadt, in der im Oktober die Weltmeisterschaft stattfindet, führten über den Weltmeisterschafts-Kurs vom 12. Oktober.
Bei der 6. Continentale Classic in Dortmund kam es unterdessen zum Gipfeltreffen der Sprinter: Erik Zabel ließ vor 40.000 Zuschauern Mario Cipollini und Jeroen Blijlevens hinter sich. Zabel war bereits in der Nacht vorher beim Kriterium "Nacht von Hannover" siegreich.
Ebenfalls erfolgreich waren Fahrer vom Team Telekom bei der am Sonntag in Kopenhagen zu Ende gegangenen Post Danmark Rundt (Dänemark-Rundfahrt, Kat. 2.3). Christian Henn gewann eine Etappe, Giovanni Lombardi sogar deren zwei. Bei der 3. Etappe der Rundfahrt gewann Uwe Peschel (Cantina Tollo), der damit mal wieder seine Extra-Klasse beim Zeitfahren unter Beweis stellte. Die vierte Etappe der Tour war überschattet von einem schweren Sturz im Schlußsprint, verursacht durch Robbie McEwen, der Fabrizio Guidi (Scrigno) zu Fall brachte. Guidi brach sich dabei das Schlüsselbein. Der 25jährige aus der Toskana war gerade erst wiedergenesen von einem Schlüsselbeinbruch, den er sich bei Paris-Roubaix zugezogen hatte. Das Gesamtklassement der Dänemark-Rundfahrt gewann Servais Knaven (TVM), Bjarne Riis wurde vierter.
In Dänemark war Jan Schaffrath, der 1998 zu Telekom wechseln wird (s. News 03.07.97), schon mal "testweise" im Telekom-Trikot unterwegs. Weitere Transfer-News von Telekom: Michael Lafis und Frank Corvers werden 1998 bei Telekom keine neuen Verträge bekommen, Brian Holm und Mario Kummer werden ihre Karriere beenden und es sieht sehr, sehr, sehr danach aus, als ob Dirk Baldinger von Polti zu Telekom wechseln wird.
09.08.97 - Das Team Telekom wird nicht bei der Vuelta starten. Ursprünglich wollten sich Bjarne Riis und Udo Bölts bei der Spanien-Rundfahrt für die Weltmeisterschaft (12.10.) in Form bringen. Stattdessen werden die beiden jetzt beim Schweizer GP Wilhelm Tell (Kat. 2.4/24.-28.09) und der italienischen Apulien-Rundfahrt (Kat. 2.3/30.09.-03.10.) starten.
09.08.97 - Am heutigen Samstag startet in San Sebastian (Spanien) das sechste Weltcuprennen-Rennen der Saison: die Clasica San Sebastian.
Nach den Absagen von Jan Ullrich, Bjarne Riis, Marco Pantani und Francesco Casagrande stehen bei der Clasica nicht die Helden der diesjährigen Tour im Mittelpunkt. Die Favoriten sind neben Vorjahressieger Udo Bölts Abraham Olano (Banesto), Fernando Escartin (Kelme) und Laurent Jalabert (Once). Zu beachten sein werden sicher auch der im Weltcup führende Michele Bartoli (MG) und der Zweitplazierte Rolf Sörensen. Das Rennen zeigt der Sportsender DSF in einer Aufzeichnung am Sonntag um 14.30 Uhr.
08.08.97 - Udo Bölts ist auch knapp zwei Wochen nach der Tour noch in Top-Form. Dies bewies der Heltersberger, der vor allem dafür gesorgt hatte, daß Ullrich die Tour gewinnen konnte, bei der Vuelta a Castilla-Leon in Spanien. Die stark besetzte Rundfahrt der Kategorie 2.4 gewann Angel Luis Casero (Banesto) dank einer starken Mannschaftsleistung vor Laurent Jalabert (Once) und Bölts. Vierter wurde der Telekom-Österreicher Georg Totschnig, der auch die Bergwertung gewann.
Laurent Jalabert, der mit seinem zweiten Platz in der Gesamtwertung und einem Etappensieg zumindest ein ganz klein wenig Wiedergutmachung für seinen verpatzten Tour-Auftritt leistete, zu seinen Zukunftsplänen: "Es wird nie wieder passieren, daß ich vor der Tour sechs Wochen lang pausiere." Jalabert, Weltranglisten-Erster, will sich nun auf Weltcup und Weltmeisterschaft (im Oktober in San Sebastian) konzentrieren.
08.08.97 - Nach Jan Ullrich hat nun auch Bjarne Riis angekündigt, nicht bei der Vuelta a Espana zu starten. "Ich bin müde und meine Beine tun weh. Das habe ich heute wieder gemerkt", so Riis nach der ersten Etappe der Dänemark-Rundfahrt. Riis sagte, er habe seinen ursprünglich geplanten Vuelta-Start sowieso nie als Wiedergutmachung für seinen unglücklichen Tour de France -Auftritt angesehen. Riis weiter: "Mein Directeur Sportif und ich haben entschieden, daß ich eine Pause brauche."
06.08.97 - Ullrich und das Team Telekom sollen das Silberne Lorbeerblatt durch Bundespräsident Roman Herzog erhalten. Manfred Böhmer, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, will den Antrag stellen. Und auch erreichen, daß mit Bjarne Riis, Georg Totschnig und Giovanni Lombardi drei Ausländer die höchste deutsche Sportauszeichnung erhalten. Auch sie hätten Ullrich zum Sieg verholfen.
06.08.97 - Am Sonntag, 10.August, finden in Hamburg die diesjährigen HEW-Cyclassics statt, ein Rennen der Kategorie 5, kombiniert mit einem Jedermann-Rennen auf (fast) der gleichen Strecke. Mit am Start: Jan Ullrich. Nähere Infos gibts auf der WebSite der HEW-Cyclassics unter www.hew-cyclassics.de/.
06.08.97 - Laut Walter Godefroot wird Jan Ullrich die Saison 1997 früh beenden. Nach dem Paarzeitfahren in Karlsruhe (14.09.97) soll Schluß sein und Jan in die verdiente Ruhepause gehen. [NOS]
05.08.97 - Gewinner bei den Draai van de Kaai (s.u. News 04.08.97) war am Ende Erik Zabel, der im Sprint Tristan Hofmann, Patrick Jonker und Marco Pantani schlug. Den Sprint des Hauptfeldes gewann Lokalmatador Jeroen Blijlevens.
04.08.97 - Jan Ullrich... und er fährt und fährt. Ullrich fuhr am Donnerstag sein drittes Nach-Tour-Kriterium im elsässischen Mulhouse, wo er vor Christophe Mengin gewann. Dann startete er in Heerlen (Ned), wo er vor 60.000 Zuschauern Zweiter hinter Michael Boogerd wurde. Am Sonntag dann Ullrichs erster Start in Deutschland nach der Tour beim LUK-Cup in Bühl. Vor einem begeisterten Publikum (Ullrich: "Ich bin wieder fast taub. Sowas hab ich in Deutschland noch nicht erlebt.") gewann der Toursieger das Kategorie 1.4-Rennen überlegen.
(Weitere Ergebnisse wie immer auf der Ergebnis-Übersicht.)
Der Sieg von Tour-Helden bei den Kriterien ist natürlich nicht allein deren Stärke zu verdanken. Meistens steht der Sieger schon vor dem Start fest. So sind die Regeln und die Zuschauer wissen das auch. Kriterien sind eine Mischung aus Volksfest und Rennsport, wobei meist eher das Volksfest überwiegt. Die Zuschauer trinken Bier und wenn die Fahrer um die Ecke kommen, läuft alles zum Zaun. Wenn sie vorbei sind, gehts zurück zum Tresen. Aber nicht nur die Zuschauer haben ihren Spaß, auch die Fahrer, die ordentlich Kasse machen können. Vor allem natürlich die Tour-Helden wie Zabel, Pantani, Ullrich und Virenque, wobei Richard Virenque nur Kriterien in Frankreich fährt, wo sein Marktwert am Größten ist.
04.08.97 - Dank Jan Ullrich erleben die niederländischen Nach-Tour-Kriterien dieses Jahr eine wahre Renaissance. In den Achtzigern kamen etwa zum niederländischen Kriterium in Boxmeer, das am Montag nach der Tour veranstaltet wird, bis zu 40.000 Zuschauer, aber seit 1990 sank die Zuschauerzahl beständig. Im letzten Jahr kamen nur noch 20.000. Dieses Jahr aber waren es wieder ca. 35.000, darunter über 10.000 aus Deutschland, die sich über einen Sieg von Ullrich freuen konnten.
[Foto: Offizielle Website der 18. Draai van de Kaai]Heute abend findet das 18. Draai van de Kaai Kriterium in Roosendaal statt, das mit einem Etat von (geschätzten) 350.000 HFl, ca. 320.000 DM, bedeutendste niederländische Kriterium in diesem Jahr. Neben Jan Ullrich, der für sein Erscheinen in Roosendaal ca. 45.000 DM einstreichen kann, sind am Start u.a. Erik Zabel, Giovanni Lombardi, Jens Heppner, Rolf Aldag, Michael Boogerd, Jeroen Blijlevens. Zigtausend Zuschauer (Eintrittsgeld 17.50 Gulden) werden die Jagd um den Kirchturm verfolgen.
03.08.97 - Uwe Ampler wird in den Rennzirkus zurückkehren. Ampler, u.a. Sieger bei der Friedensfahrt, hatte 1993 bereits seine Profi-Karriere beendet. Nun soll er 1998 Kapitän bei dem kleinen polnischen Rennstall Mroz werden. Allzu viele Freunde im Profigeschäft dürfte Ampler allerdings nicht mehr haben, insbesondere nicht beim Team Telekom, für das er zuletzt startete. Im September 96 machte Ampler Schlagzeilen, als er im dänischen Fernsehen behauptete, bei Telekom würde systematisch mit EPO gedopt.
01.08.97 - Wie jedes Jahr kommt unmittelbar nach der Tour das Transfer-Karussell langsam in Fahrt: Francesco Casagrande (Saeco) wechselt zu Mercatone Uno, Roland Meier (Post Suisse) geht zu Festina, Jose-Maria Jimenez (Banesto) zu Kelme. Thomas Fleischer (Lotto) bekommt 1998 keinen neuen Vertrag bei Lotto, sein neues Team steht noch nicht fest. Außerdem halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach Dirk Baldinger (Polti), ein enger Freund von Jan Ullrich, zu Telekom wechseln wird.
01.08.97 - Kriterien: Im belgischen Aalst gewann am Montag Frank Vandenbroucke vor Johan Museeuw. Vor 25.000 Zuschauern gewann Erik Zabel das Altstadt-Kriterium in Graz. Jan Ullrich fuhr sein zweites Nach-Tour-Kriterium am Dienstag im niederländischen Stiphout und wurde Zweiter hinter Erik Dekker. Am Mittwoch verzichtete Ullrich dann auf einen Start beim niederländischen en Acht van Chaam-Kriterium. Die Acht van Chaam gewann der 38jährige Profi-Veteran Adrie van der Poel.
www.radsport-news.com