IOC will "Fall Abduschaparov" untersuchen

03.09.97 - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will den Doping-Skandal um Djamolidine Abduschaparov untersuchen. Der Usbeke war zur Tour de France im Juli zugelassen worden, obwohl er vorher in diesem Jahr bereits mehrmals positiv getestet worden war. Bei der Tour erwischte man ihn nach der 2. Etappe dann erneut. (s. News 11. und 12.07.97, sowie 15.07.97)

Das IOC erklärte, man bedaure sehr, daß das IOC-eigene Doping-Labor in Paris das IOC nicht über die positiven Tests des Rennfahrers unterrichtet hatte. "Wir müssen unser Haus in dieser Angelegenheit in Ordnung bringen," sagte der Chef-Mediziner des IOC, Prinz Alexandre de Merode. "Wir werden das untersuchen. Positive Tests (in unseren Labors) müssen dem IOC gemeldet werden."

IOC-Offizielle sagten, ohne den Namen Abduschaparovs explizit zu nennen, der betreffende Fahrer sei vier Mal vor der Tour positiv getestet worden. Es handelte sich um die verbotenen Substanzen Clenbuterol und Bromatan. Die Fälle waren der UCI und dem französischen Radsport-Verband gemeldet worden. Eine Meldung an das IOC war unterblieben. [Reuters]

UCI-Präsident Hein Verbruggen hatte, nachdem Abdu bei der Tour erwischt worden war, erklärt, man habe Abdu nicht gesperrt, weil das nachgewiesene Doping-Mittel Bromatan erst seit Februar auf der Dopingliste steht und Abduschaparov nicht wie andere Sportler informiert werden konnte durch seinen nationalen Verband, einen usbekischen Radsport-Verband gibt es nicht. Bromatan ist ein sogenanntes Maskierungsmittel, das den Nachweis anderer Substanzen verhindert bzw. erschwert.


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