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46. Zürcher Sixdays
Der Gletscher-Express nimmt Revanche - Zuschauer-Rückgang in Oerlikon

06.12.98 - Die Schweizer Bruno Risi/Kurt Betschart gewannen in der Nacht von Samstag auf Sonntag die 46. Ausgabe des Zürcher Sechstagerennens im Hallenstadion in Oerlikon. Die Lokalmatadoren setzten sich mit
einer starken Leistung in der Schlußnacht durch, gewannen den alles entscheidenden Schluß-Sprint und nahmen Revanche für die Vorjahres-Niederlage gegen die Italiener Martinello/Villa, die diesmal mit vier Punkten Rückstand Zweite wurden.

In der letzten Nacht kamen die knapp 10.000 Zuschauer im Hallenstadion noch einmal so richtig auf ihre Kosten. Das Finale war an Spannung nicht zu überbieten.

40 Runden vor Schluß lagen die Favoriten Risi/Betschart noch mit vier Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz hinter den italienischen Bahnspezialisten Silvio Martinello und Marco Villa, doch die Schweizer setzten zur Freude der Fans zur großen Schlußattacke an. Die erste der vier letzten Sprintwertungen ging an die Schweizer, die nächste an die Italiener und die drittletzte Wertung wieder an die Eidgenossen. Ergebnis vor der letzten Wertung: Gleichstand! - beide Teams hatten 281 Punkte, die allerletzte Wertung mußte die Entscheidung bringen.

In der Schlußwertung spielten dann die Schweizer ihre große Erfahrung von 21 Sixdays-Siegen gnadenlos aus. "Ich war mir schon 10 Meter vor dem Zielstrich sicher, daß wir gewinnen würden", so Bruno Risi nach seinem Sixdays-Erfolg Nr. 22.

"Dieser Erfolg ist schon eine große Genugtuung", so Risi weiter. "Das Heimspiel in Zürich zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes."

Für Bruno Risi und Kurt Betschart, beide 30 Jahre alt und aus Urn, ist der Triumph in Zürich bereits ihr dritter Saisonerfolg nach den Siegen im dänischen Herning und in München. Der "Gletscher-Express" gewann bei seinem Heimrennen nach 1992, 1993, 1995 und 1996 bereits zum fünften Male.

Die Zürcher Organisatoren waren aufgrund des deutlichen Zuschauer-Rückgangs in diesem Jahr nicht ganz zufrieden. Nach Angaben der Hallen-Direktion wurden in diesem Jahr insgesamt 36.000 Tickets verkauft, -- in den Vorjahren waren es bis zu 10.000 mehr. Einer der Gründe für das nachlassende Zuschauerinteresse ist sicher auch der sich immer mehr verstärkende Trend zu Sixdays-Spezialisten. Konnten die Fans früher ihre (Straßen-)Stars auf der Winterbahn hautnah erleben, so läßt sich heute eben kaum noch einer der Tour- oder Giro-Stars bei Sixdays sehen, weil im Radsport der späten Neunziger Jahre die Saisonvorbereitung der Top-Rennfahrer bereits Ende November beginnt. Die Veranstalter versuchen diesem Trend zu begegnen mit kurzen "Omnium"-Einlagen der Straßen-Profis. In Zürich gewann übrigens Weltmeister Oscar Camenzind das Omnium der Profis.

Bereits am Donnerstag geht der Sechstage-Zirkus weiter, wenn der Start der Leipziger Sixdays auf dem Programm steht.

Ergebnisse vom 46. Zürcher Sechstagerennen

Übersicht: Sixdays-Saison 98/99








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