24.(!) Start am Henninger Turm
Zemke: "Nochmal durchziehen" - dann ist Schluss
Abschiedsrennen in Wiesbaden mit "Ullrich oder Zabel" / "Radsport mein Leben"

Foto: Rosenkranz
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18.12.00 (rsn) - Nürnberger- Profi Jens Zemke beendet im kommenden Jahr seine
Karriere. Der 34-Jährige will in der Saison 2001 "noch mal voll
durchziehen", doch plant er bereits sein Abschiedsrennen.
"Ich habe schon vier oder fünf Mal gesagt, dass ich aufhöre", so Zemke,
"aber in den letzten Jahren lief es immer so gut, dass ich einfach weiter
machen musste." 2001 soll | aber endgültig Schluss sein.
Ende August oder Anfang September soll in großem Rahmen in Wiesbaden
das große Abschiedsrennen des Hessen stattfinden.
Noch im vergangenen Jahr gewann er das Nürnberger
Altstadtrennen und die Internationale Hessen-Rundfahrt. Ein weiterer Grund,
erst 2001 aus der Rennsportszene abzutreten: "Dieses Jahr gab es so viele
große Sportereignisse, dass ich für mein Abschiedsrennen einfach keinen
Termin gefunden hätte." Darauf will er aber auf keinen Fall verzichten. "So
sang- und klanglos höre ich nicht auf."
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Doch zuvor will der Bergspezialist aus dem Taunusstädtchen Niedernhausen im
Frühjahr seiner siebten Profi-Saison "noch einmal richtig gut" fahren.
"Deshalb fahre ich zur Zeit Cross-Rennen und trainiere schon richtig hart."
Schon im Februar will er bei der Mallorca-Rundfahrt in guter Form starten,
danach bei der Ruta del Sol und der Murcia-Rundfahrt. Auch einige belgische
Klassiker sind angepeilt. "Einer der Höhepunkte" wird für den Hessen das
Frankfurter Rennen "Rund um den Henninger-Turm" sein, bei dem er zum 24. Mal
antreten will.
Für sein Abschiedsrennen hat sich Zemke, der zu seiner Amateur-Zeit auch für
die mittlerweile nicht mehr bestehende RSG Wiesbaden fuhr, einiges
vorgenommen: Jan Ullrich oder Erik Zabel wünscht
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Jens Zemke
Foto: Roth
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er sich als Teilnehmer. "Ich
suche einen Termin, den zumindest einer der beiden wahrnehmen kann." Da
beide ihn aber bereits von sich aus auf das Ereignis angesprochen hätten,
sei die Wahrscheinlichkeit für ihren Start "sehr hoch". Auf einem rund
1.000-Meter langen Rundkurs durch die Wiesbadener Innenstadt sollen sie mit
Zemkes Nürnberger-Teamkollegen und anderen Wegbegleitern seiner Karriere die
Pedale wirbeln lassen. Auf der flachen Strecke wird es zwar keinen der vom
viermaligen Deutschen Bergmeister so geliebten Anstiege geben, "aber alles
andere wäre nicht so zuschauerfreundlich". Damit steht der hessischen Landeshauptstadt
2001 ein großes Radsportereignis bevor, auch wenn die Deutschland-Rundfahrt in
ihrem dritten Jahr einen großen Bogen um Wiesbaden macht.
Trotz des bevorstehenden Karriere-Endes will Zemke das Rad nicht in die Ecke
stellen. "Der Radsport zieht sich durch mein ganzes Leben", verweist er auf
seine bisher 23 Jahre im Rennsattel. Nach seiner letzten Saison will er
deshalb Teilhaber einer Gesellschaft werden, die Radreisen nach Zypern
veranstaltet. "Ich war schon mal dort und habe Radtouristen betreut",
schildert Zemke begeistert. "Es ist zwar ein Zeitproblem, aber im Frühjahr
will ich das auch wieder zwei Wochen lang machen", streckt er bereits die
Fühler nach seinem neuen Beruf aus. "Es ist ein kleiner Traum von mir, denn
es würde mir schwer fallen, den ganzen Tag in einem Bürostuhl zu verbringen."
Carlo Rosenkranz
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