23.12.02 (dpa) - Erik Zabel wird nach
dem Weggang von Jan Ullrich eine dominierende Stellung bei Team Telekom einnehmen.
«Trotz meiner bisher zehn Jahre Telekom habe
ich einen solchen Schnitt wie diesmal noch nicht erlebt",
sagte der Weltranglistenerste in einem Interview
mit der Welt (Montagsausgabe).
"Ich muss mich deshalb auch neu orientieren. Es ist angedacht, dass ich eine
Art Gesamtkapitän sein soll", erklärte Zabel. «Bei den Rennen werde
ich die Aufgabe haben, als verlängerter Arm des Sportlichen Leiters
im Feld zu agieren. Ich werde nicht immer selbst in Aktion treten,
sondern anderen helfen, in gute Positionen zu kommen», so Zabel.
Insgesamt sei das Jahr 2002 nicht das erfolgreichste für das Team
Telekom gewesen. «Im Rückblick war es ein Jahr mit Nackenschlägen.
Erst fällt Jan Ullrich für die gesamte Saison aus, dann erwischt es
Andreas Klöden. Er kam einfach nicht in Tritt. Zu allem Übel stürzte
auch noch Alexander Winokurow bei der Tour de Suisse und verletzte
sich schwer. Solche Schläge verkraftet keine Mannschaft. Dann
erfuhren wir zwei Tage vor dem Start der Tour de France die Sache
mit Jan. Das hat die gesamte Mannschaft irgendwie gelähmt», sagte
der Sprint-Spezialist aus Unna.
Zabel bedauerte den Weggang von Olympiasieger Jan Ullrich, der
wegen Drogenmissbrauchs noch bis zum 23. März 2003 gesperrt ist. «In
erster Linie finde ich seinen Wechsel schade. Ich bin sehr gern mit
Jan gefahren. Wir haben uns immer gegenseitig respektiert. Jan hat
sich nun für einen Wechsel entschieden. Die Entscheidung ist zu
respektieren.»