Untersuchung am Donnerstag
Marcel Wüst: Zukunft als Radprofi weiter ungewiß
"Wenn ich wiederkommen sollte, dann nicht als zweitklassiger Rennfahrer"
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13.12.00 (rsn) - Marcel Wüst ist nach seinem langen Urlaub
in Australien seit dieser Woche wieder zuhause in Köln. Am (morgigen)
Donnerstag wird sich der 33-jährige Festina-Profi, dessen
Siegesserie in der Saison 2000 im August aufgrund eines
fürchterlichen Sturzes ein jähes Ende fand, erneut
in der Kölner Uniklinik am lädierten Auge untersuchen lassen. "Sehen kann ich
auf dem Auge immer noch nichts. Es wird noch zwei
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Operationen geben und erst danach werde ich wissen,
ob ich wieder damit sehen kann. Eines ist klar: Rennen fahren
kann ich nur, wenn ich mit beiden Augen sehen kann,
in Sprints sind oft zwei Augen noch zu wenig", so Wüst
am Mittwoch gegenüber RADSPORT-NEWS.COM.
Die Saison 2000 war für den populären Sprinter-Star
die denkwürdigste seiner zwölfjährigen Karriere.
Nach einem guten Saisonstart, seiner triumphalen Tour de France- Premiere, bei der er u.a. das Bergtrikot (!)
stibbitzte und eine Etappe gewann, kam am 11. August das jähe
vorzeitige Saisonende: Der Kölner stürzte bei einem Kriterium
in Frankreich schwer, zog sich fürchterliche Verletzungen zu und schwebte
zeitweise in Lebensgefahr. Seitdem kann Wüst auf dem rechten Auge
nichts mehr sehen.
Der achtwöchige Urlaub in Australien hat Wüst gutgetan. "Ich bin
ein bißchen locker radgefahren, bin viel geschwommen. Ich fühle mich körperlich
wieder richtig wohl. Ich bin auch wieder ziemlich fit, wahrscheinlich mehr
als viele andere Sportprofis. Aber zum Rennen fahren würde es
noch bei weitem nicht reichen", so der zwölffache Vuelta-Etappensieger am Mittwoch.
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"Morgen (Donnerstag) steht wieder eine Untersuchung an. Augenverletzungen wie meine
sind immer langwierig. Ich werde nochmal operiert werden,
im Dezember, Januar oder vielleicht auch erst im März, ich weiß noch nicht.
Danach wird es nochmal eine kosmetische Operation geben, im
Moment bin ich noch nicht wieder der hübscheste", sagt Wüst,
der über seine Verletzung "ganz gut reden" kann. "Einparken mit
dem Auto ist gar nicht so leicht mit einem Auge, weil man nicht räumlich
sehen kann. Aber im normalen Leben kommt man eigentlich damit
schon zurecht, wenn man nur mit einem Auge sieht."
Was seine sportliche Zukunft als Rennfahrer angeht, "hänge ich
in der Luft", sagt Wüst. "Wenn ich 22 Jahre alt wäre,
sähe die Sache anders aus, dann könnte ich mir Zeit
lassen. Aber mit 33 Jahren läuft dir die Zeit weg. Wenn
ich bis zur Tour de France 2001 kein Rennen mehr
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Marcel Wüst
Geb. 06.08.1967 in Köln
Profi seit 1989
Teams: RMO (88-92), Novémail (93-94), Le Groupement (bis 6/95),
Castellblanch (95), MX Onda (96), Festina (seit 97)
Größte Erfolge:
1 Etappe Tour de France 2000 (Vitre),
12 Etappen Vuelta a Espana (3/1995, 3/1997, 2/1998, 4/1999
1 Etappe Giro d'Italia 1997,
Mehr als 100 Profisiege, darunter u.a. Paris Bourges, Etappensiege bei Katalonien-Rundfahrt,
Katalanischer Woche, Aragon-Rundfahrt, Burgos-Rundfahrt,
Route du Sud, Dauphine Libere, Galizien-Rundfahrt, Tour de l'Avenir, Midi Libre und
Deutschland-Tour.
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gefahren bin, sehe ich mich nicht mehr als aktiver Rennfahrer."
Voraussetzung für ein Comeback sei ohnehin, dass die Sehkraft
auf dem rechten Auge wiederhergestellt werden kann.
Wüst: "Als Zeitfahrer kommt man vielleicht noch irgendwie
mit einem Auge zurecht. Aber als Sprinter, im Gewühl der
Massensprints da sind meist noch zwei Augen zuwenig."
Wüst, der in seiner langen Karriere über 100 Profisiege
erzielt hat, u.a. Etappen bei allen drei großen Rundfahrten
gewann, möchte sich nur dann noch für eine Rückkehr ins Renngeschehen quälen,
wenn er die Chance sieht, wieder ganz nach oben zu kommen,
"zu Tour, Giro, Vuelta". "Ich würde mich nicht wieder motivieren
können, wenn es nur noch um ein, zwei Siege bei Kriterien geht",
sagt er. "Wenn ich wiederkommen sollte, dann nicht als zweitklassiger Rennfahrer"
Sollte es nicht mit dem Comeback als Rennfahrer klappen, so
muss sich Wüst dennoch keine Sorgen machen um seine
berufliche Zukunft. "Festina hat mir das Angebot gemacht,
dass ich in anderer Funktion, als Sportlicher Leiter oder
Pressesprecher beim Team bleiben kann. Diese Perspektive würde mir sehr
gut gefallen, im Radsport-Umfeld zu bleiben und meine
Erfahrung auch weitergeben zu können."
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26.08.00 Marcel Wüst: Danke für die Unterstützung!
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19.08.00 Marcel Wüst: Augenoperation war erfolgreich
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16.08.00 Marcel Wüst am Donnerstag nach Köln
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13.08.00 Marcel Wüst bei Sturz schwer verletzt
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