27.12.98 - Beim "Großen Weihnachtspreis", der traditionell seit
1925 am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Dortmunder Westfalenhalle auf
dem Programm steht, gab es in diesem Jahr wieder einen großen
Zuschauerzuspruch. 13.000 Radsportbegeisterte erlebten u.a. Erfolge
der Lokalmatadoren Rolf Aldag (Ahlen) und des Wahl-Westfalen Erik
Zabel (Unna). Auf der Ehrentribüne mit dabei: der "Sechstagekaiser"
der 30er Jahre Gustav Kilian, dem man seine 91 Jahre nicht ansieht.
Den Dortmunder "Großen Weihnachtspreis" gibt es seit 1925.
Bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde alljährlich der
heutige Klassiker ausgefahren. Nachdem 1952 die im Krieg zerstörte
Westfalenhalle neuerbaut wurde, nahm man auch die Tradition der
einzigartigen Radsportveranstaltung wieder auf.
"Die Atmosphäre ist einzigartig", so Horst Schütz, Bahnweltmeister
von 1984 und dreifacher Sieger des Weihnachtspreises. "Es gibt im Radsport
nicht Vergleichbares. Wer vor dieser Kulisse als Rennfahrer kein Herzklopfen
bekommt, der hat Wasser in den Adern."
Mit 13.000 Zuschauern war auch die Kulisse der 62. Ausgabe des
Weihnachtspreises absolut "gänsehaut-tauglich".
Und die Fans bekamen spannenden Sport zu sehen.
Den Weltpokal der Steher gewann der amtierende Europa-Meister
Hanskurt Brand aus der Schweiz. Der Eidgenosse hatte dabei
nach dem 40km-Rennen einen Vorsprung von gut einem Meter vor dem
Lokalmatadoren Andreas Beikirch. Weltmeister Carsten Podlesch
aus Berlin wurde Dritter.
Das "Omnium der Asse" war der Höhepunkt des weihnachtlichen Abends
in Dortmund. Im Omnium mussten die Teams in sechs Disziplinen antreten:
Sprint, Rundenrekordfahren, Aussscheidungsrennen, Derny-Rennen, Mannschaftsverfolgung
und Mannschafts-Zeitfahren.
Fünf der sechs Teil-Disziplinen gingen dabei an das deutsche Team,
in dem die Telekom-Profis Erik Zabel und Rolf Aldag, Sprintweltmeister
Jens Fiedler aus Chemnitz sowie der Dortmunder Gerd Dörich
zusammen fuhren. Beim Sprint und dem Rundenrekordfahren gewann
standesgemäß Jens Fiedler, das Ausscheidungsrennen entschied
Zabel für sein Team, das Mannschaftszeitfahren gewann das Duo
Zabel/Aldag und auch im Derny war wiederum Rolf Aldag der Schnellste.
Nur in der Team-Verfolgung mußten sich die Deutschen der
Europa-Auswahl (mit Bruno Risi/Schweiz, Ainar Kiksiks/Lettland, Jimmi
Madsen/Dänemark, Marco Villa/Italien) geschlagen geben.
In der Endabrechnung des Omniums lag das deutsche Team mit insgesamt
51 Punkten vor dem Europa-Team, das auf 49 Zähler kam.