63. Großer Weihnachtspreis in Dortmund
Carsten Podlesch gewinnt erneut Steher-Weltpokal
10.000 Fans feiern "ihren" Rolf Aldag
26.12.99 - Bei der 63. Auflage des traditionellen Dortmunder "Großen Weihnachtspreises"
in der Westfalenhalle gewann am frühen Sonntag abend der Berliner
Carsten Podlesch den Weltpokal der Steher, der seit 1973 im Rahmen der weihnachtlichen
Bahnveranstaltung ausgetragen wird. Im "Omnium der Asse" setzte sich eine deutsche Auswahl mit Erik Zabel, Rolf Aldag, Jens Fiedler und Ronny
Lauke durch gegen ein europäisches Team.
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Mehr als 10.000 Fans verwandelten am Sonntag abend das große Rund der Westfalenhalle
in einen Hexenkessel, als die letzte der acht "Omnium"-Disziplinen, das 50km-Derny-Rennen
anstand. Die beiden Telekom-Stars Rolf Aldag und Erik Zabel, die westfälischen "Lokalmatadoren" aus Ahlen
bzw. Unna, schenkten sich bei dem schnellen Rennen hinter den Derny-Mopeds nichts.
Am Ende gewann der Dortmunder Publikumsliebling Rolf Aldag vor Zabel, der den allerersten Wettbewerb,
das Ausscheidungsfahren am Nachmittag vor Jimmy Madsen gewonnen hatte.
Für den 31-jährigen Aldag, der bereits zum neunten Mal bei dem "Omnium der Asse" startete,
haben Erfolge wie dieser in "seiner" Westfalenhalle
eine ganz besondere Bedeutung. "Wenn man wie ich so viel unterwegs ist, dann weiß man die Heimat umso
mehr zu schätzen", so der bodenständige Westfale. Im kommenden Jahr wird
Aldag beim Sechstagerennen in Dortmund wieder starten, dann voraussichtlich an der Seite von
Erik Zabel.
Bereits zuvor hatte das Rundenrekordfahren der Sprinter für Begeisterung
in der Halle gesorgt.
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Am Rande
Topfit Sprintstar Erik Zabel, der bei der classicissima Milan - San Remo
wie in jedem Jahr bereits ganz früh ein erstes Saisonhighlight hat,
machte am Sonntag einen ganz vorzüglichen Eindruck. "Ich habe in den letzten
Wochen schon ganz gut trainieren können", so Zabel.
Telekom-Stars planen Sechstagestarts Rolf Aldag wird im kommenden Jahr voraussichtlich
nicht nur das Sechstagerennen in Dortmund (zusammen mit Erik Zabel) fahren, sondern
auch in Berlin und Bremen antreten.
Fehdehandschuh Der Dortmunder Andreas Beikirch war tief enttäuscht,
nicht beim Steher-Weltpokal antreten zu können. Die Folgen eines Sturz bei den Münchner
Sixdays plagen den 29-jährigen noch. "Für den nächsten Weihnachtspreis verspreche ich Podlesch
jetzt schon eine Revanche", so Beikirch, der bei den Sixdays in Berlin (ab 6. Januar)
und Bremen wieder am Start sein wird.
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Der Chemnitzer Bahnstar Jens Fiedler, in Berlin im Oktober
Keirin-Weltmeister geworden, setzte sich gegen Ronny Lauke, den Schweizer Bruno Risi und den
Letten Ainars Kiksis durch. Der 29-jährige Fiedler fuhr mit 10,8 Sekunden (66,6km/h) die
Bestzeit.
In der Endabrechnung gewann das deutsche Team (Lauke, Aldag, Zabel, Fiedler)
das aus acht Einzelwettbewerben bestehende "Omnium der Asse" mit 74 Punkten vor der europäischen Auswahl
mit Kiksis, Bruno Risi, Jimmi Madsen und Marco Villa, die insgesamt auf 61 Zähler
kamen.
Beim Weltpokal der Steher, bei dem der Vorjahreszweite, der Dortmunder Andreas Beikirch
verletzungsbedingt fehlte, setzte sich im Finale über 40km der
Berliner Carsten Podlesch, der 1994 bei der letztmals ausgetragenen Steher-WM
in Palermo den Titel geholt hatte, durch. Podlesch, der hinter Schrittmacher
Bruno Walrave fuhr, gewann vor dem Deutschen Steher-Meister Andy Kappes (hinter Dieter Durst).
Carsten Podlesch holte sich den Wanderpokal nun bereits zum vierten Male
nach 1994, 1995 und 1997.
Den "Großen Weihnachtspreis" gibt es seit 1925.
Franz Krupkat ("Der lustige Franz") gewann damals das erste Steherrennen.
Seitdem haben sich Jahr für Jahr die besten Steher der Welt in die Siegerlisten
eingetragen, von Hennes Junkermann bis Wilfried Peffgen, von Danny Clark
bis Carsten Podlesch. Die Steher, die heute abgesehen von Dortmund nicht
mehr oft im Rampenlicht stehen, zogen in den Dreißiger Jahren Zehntausende
in die Radarenen. Der 63. Große Weihnachtspreis hatte einen
Etat von rund 750.000 DM.
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