WM 99 - Strassenrennen Frauen
Edita Pucinskaite beweist litauische Überlegenheit
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09.10.99 - Die Litauerin Edita Pucinskaite gewann am Samstag nachmittag
in Verona das WM-Strassenrennen der Frauen-Elite über 113,75km und
stellte damit einmal mehr die derzeitige Ausnahmestellung der Radsportlerinnen
ihres Landes, für das im vergangenen Jahr Diana Ziliute Gold holte, unter Beweis.
Die australische Weltcup-Siegerin Anna Wilson holte die Silbermedaille,
während Titelverteidigerin Diana Ziliute |
mit ihrem dritten Rang
erneut eine WM-Medaille eroberte. Die deutschen Elite-Rennfahrerinnen gingen auf dem selektiven Kurs in Verona
völlig unter.
Die 23 Jahre alte Edita Pucinskaite war als eine von mehreren Kapitäninnen des starken
litauischen Teams ins Rennen gegangen.
"Vier Fahrerinnen von uns waren am Start etwa gleich stark. Wir haben
abgesprochen, dass für diejenige, die sich unterwegs am besten fühlt dann
die anderen arbeiten", erklärte die neue Weltmeisterin, die bereits
beim Zeitfahren am Dienstag Bronze geholt hatte.
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Pucinskaite merkte im Rennen schnell, dass dies ihr Tag sein könnte.
"Die anderen sagten mir, ich solle in ihrem Windschatten bleiben und
meine Kräfte schonen für die Attacke im Finish", so
die in Italien lebende Profi-Fahrerin in fließendem Italienisch.
"Ich habe nur begrenzte Fähigkeiten im Sprint, daher hatte
ich keine andere Möglichkeit, als am Schluss anzugreifen."
Das litauische WM-Team bereitete den Boden für ihre Kapitänin
perfekt vor, wobei sich insbesondere Rasa Polikeviciute immer wieder
mit kleinen Attacken hervortat, die die Konkurrenz schwächen sollten.
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Buchmacher setzen auf "VDB"
Für die italienischen Buchmacher ist Frank Vandenbroucke der grosse
Favorit für das WM-Strassenrennen der MÄnner am Sonntag.
Wer richtig den WM-Sieg des Belgiers vorhersgat, bekommt das dreifache seines
Einsatzes zurück.
Die weiteren Wettquoten: Francesco Casagrande 9:1,
Michael Boogerd 10:1. Andrea Tafi 11:1, Jan Ullrich 12:1, Andrei Tchmil 14:1.
Titelvereidiger Oscar Camenzind gilt mit einer Quote von
25:1 als Außenseiter.
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Pucinskaite wartete bis zur letzten Passage des Anstiegs des
Torricelle und lancierte dann die vorentscheidende Tempoverschärfung,
der die Italienerin Valeria Cappellotto und die Ukrainerin Tatiana Stiajkina
tatenlos zusehen mussten.
In der Folge konterte eine dreiköpfige Verfolgergruppe
mit Cappellotto, Stiajkina und der 41-jährigen französischen Radlegende Jeannie Longo,
die am Samstag einmal mehr ihre berühmt-berüchtigte Starrköpfigkeit bewies,
als sie attackierte, obwohl eine Mannschaftskollegin vorn war.
Das Verfolgungstrio wurde zwei Kilometer vor dem Ziel von dem ersten kleinen Feld
wieder gestellt, während ganz vorne, Edita Pucinskaite bereits ihren
Sieg bejubelte.
Bereits mit 19 Jahren hatte Edita Pucinskaite vor vier Jahren bei der WM
in Duitama (Kolumbien) Bronze gewonnen. Danach war die Litauerin ins
gelobte Land des Radsports, nach Italien gezogen, wo sie
bis zu diesem Jahr im Profi-Team "Acca due O Lorena" fuhr. Im kommenden
Jahr trägt die Weltmeisterin die Farben des Rennstalls "Lum Esparto".
Ihr Jahresgehalt wird dort bei einem deutlich sechsstelligen DM-Betrag liegen...
Stimmen zum Rennen
Pucinskaite: "Jede von uns hätte Gold verdient"
09.10.99 - Stimmen zum Rennen:
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Edita Pucinskaite (Lit), neue Weltmeisterin:
"In diesem Team verdient jede eine Goldmedaille. Die
Zusammenarbeit war ganz toll und dies ist auch der Grund dafür,
dass wir zwei Mal hintereinander gewinnen. In unserem Land wird
in den Formationen im Frauenradsport ganz
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exzellente Arbeit
geleistet, was die ausgezeichnete Qualität der Fahrerinnen
erklärt. Wir haben auch noch mal einen Sprung gemacht dadurch,
dass wir in Frankreich und Italien fahren. Vier Fahrerinnen von uns waren am Start etwa gleich stark. Wir haben
abgesprochen, dass für diejenige, die sich unterwegs am besten fühlt dann
die anderen arbeiten. Ich habe im Sprint meine Grenzen, ich fühle
mich auch bei Rundfahrten mehr zuhause. Glücklicherweise war
das Rennen um eine Runde verlängert worden. Eine Selektion war
somit leichter. Meine nächsten Ziele? Ich möchte sagen, ein
Champion zu werden, denn ich sehe mich nicht als Champion,
noch nicht jedenfalls. Es ist notwendig, dass man mehrmals große Rennen gewinnt.
Nächstes Jahr will ich versuchen, den Giro oder die Grande boucle
zu gewinnen."
Anna Wilson (Aus), Zweite:
"Es ist die zweite Silbermedaille nach der beim Zeitfahren.
Als Edita (Pucinskaite) attackierte, habe ich sofort gewusst,
dass es praktisch unmöglich ist, sie wieder zu holen.
Wir haben dann noch versucht, wenigstens das Trio hinter
ihr zu stellen. Zumindest das ist gelungen und so konnte ich
den zweiten Platz ersprinten."
WM-Ergebnisse: Strassenrennen/Frauen
Strassen-WM 1999 - Übersicht