Strassen-WM 99 - Zeitfahren Frauen
Leontien Van Moorsel gewinnt ihr sechstes Regenbogen-Trikot
05.10.99 - Die Holländerin Leontien Zijlaard-Van Moorsel
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verteidigte am Dienstag beim WM-Zeitfahren
der Frauen-Elite über 25,85km in Treviso
ihren Weltmeistertitel. Die 29-jährige Strassen-Weltmeisterin von 1991 und 1992,
die im vergangenen Jahr nach langer Pause ein eindrucksvolles Comeback feierte,
war vier Sekunden schneller als die australische Weltcup- Siegerin Anna Wilson.
Dritte wurde die Litauerin Edita Pucinskaite, während die deutschen Starterinnen
Hanka Kupfernagel und Judith Arndt auf den Rängen fünf und sechs ebenso
wie die viertplazierte russische Mitfavoritin Zoulfia Zabirova das Treppchen verpassten.
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Das Zeitfahren der Frauen-Elite wurde am Ende zu einem Duell
zwischen Van Moorsel und der 27 Jahre alten Australierin Anna Wilson,
die vor wenigen Tagen den Weltcup ganz knapp vor Kupfernagel gewann.
Vier Sekunden trennten am Ende die kraftvolle Holländerin von
der eher zierlich wirkenden Australierin. Mit dem Schnitt
von 47,698 km/h holte sich die attraktive Van Moorsel ihren sechsten Weltmeistertitel.
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In den internationalen Strassenrennen der Saison 1999 war Leontien
van Moorsel bis zur WM kaum aufgefallen. Einzig ein zweiter Rang
beim holländischen Weltcup-Rennen, der Tour Beneden Maas im September,
stand bisher bei ihr zu Buche. Die in ihrem eigenen Land sehr populäre
Radsportlerin fuhr vor allem Rennen zuhause
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Das Podium: Anna Wilson, Leontien Van Moorsel, Edita Pucinscaite (v.l.)
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in den Niederlanden, wo um
sie herum ein eigener Rennstall, das "Hartol-Farm Frites"-Team
aufgebaut wurde.
Hauptziel ihrer diskreten Vorbereitung sind WM, sowohl auf der Strasse in Treviso
und (vielleicht) Verona, als auch auf der Bahn in Berlin, wo sie als amtierende Verfolgungs-Vizeweltmeisterin
in zwei Wochen antreten will.
"Ob ich in Verona das Strassenrennen fahre, weiß ich noch nicht.
Ich schaue mir den Kurs mal an. Wenn er mir zu schwer vorkommt, werde
ich nicht am Start sein", so Van Moorsel, die auch im kommenden Jahr
insbesondere bei den Olympischen Spielen in Sydney Grosses vorhat.
Die Russin Zoulfia Zabirova, die im vergangenen Jahr in Valkenburg gegen Van Moorsel
mit einigen Zehnteln verloren hatte, verpasste in Treviso das Podium. Die 26-jährige
musste nach einem schwachen Finish noch die Litauerin Edita Pucinskaite, Olympiasiegerin von
1996, vorbeiziehen lassen im Klassement.
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Auch die deutschen Starterinnen verpassten das Treppchen knapp.
Die Weltranglisten-Erste Hanka Kupfernagel und Bahnverfolgungs- Spezialistin
Judith Arndt fuhren mit 31:20 Min. bzw. 31:21 Min. fast die gleiche Zeit
und belegten am Ende Rang fünf und sechs. Die französische Radlegende
Jeannie Longo, die im nächsten Monat ihren 41. Geburtstag feiert,
wurde Neunte, nicht weit entfernt von dem Ort, wo sie vor 14 Jahren (!)
ihren ersten WM-Titel geholt hatte.
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Hanka Kupfernagel wurde Fünfte
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Leontien Van Moorsel war 1991 in Stuttgart zum ersten mal auf der Strasse
ins Regenbogen-Trikot gefahren. Im Jahr darauf, in Oslo verteidigte sie ihren Titel.
Nachdem sie den Frauenradsport lange dominiert hatte, hörte
sie mit dem Sport auf, heiratete (ihren heutigen Trainer). In der Folge
nahm Frau Zijlaard-van Moorsel ohne sportliche Betätigung
an die 30 Kilo zu, wie die Sportjournalisten ganz uncharmant schätzten.
Dann, nach zwei Jahren Pause war sie Anfang letzten Jahres zurückgekommen
und hatte ihr Comeback mit dem Zeitfahr-WM-Gold im eigenen Land in Valkenburg
gekrönt.
Stimmen zum Rennen
Van Moorsel: "Ein zweiter Platz wäre eine Niederlage gewesen"
05.10.99 - Stimmen zum Rennen:
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Leontien Zijlaard-vaan Moorsel (Ned), alte und neue Weltmeisterin:
"Letztes Jahr bin ich von so weit gekommen, dass ich nichts zu verlieren hatte.
Diesmal lag auf mir der Druck, den Titel verteidigen zu müssen.
Ein zweiter Platz wäre eine Niederlage gewesen. Während
des Rennens hat mich mein Mann (und Trainer, die Red.) immer gut informiert
über den Stand. Aber sicher war ich mir des Siegs erst nach der Ziellinie.
Es war ein idealer Kurs für mich, mit
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langen, geraden Passagen.
Ich konnte eine große Übersetzung fahren,
eine 53x12. Ich weiß noch nicht, ob ich das Strassenrennen fahren werde.
Erst einmal wird jetzt gefeiert, dann schaue ich mir den Kurs in Verona an.
Wenn er zu schwer ist, der Anstieg vor allem, werde ich nicht starten.
Dann werde ich mich lieber schon vorbereiten auf die Verfolgung
bei der Bahn-WM in Berlin. Im nächsten Jahr werden meine
Ziele wieder das Zeitfahren bei der Strassen-WM und die Verfolgung
bei der Bahn-WM sein neben den Olympischen Spielen in Sydney."
Edita Pucinskaite (Lit), Bronze:
"Ich habe drei Jahr hier in Treviso gelebt, daher gab es für mich heute viel
Anfeuerung und Ermutigung. Ich bin jetzt insgesamt seit vier Jahren
in Italien und ich fühle mich mehr und mehr als Italienerin.
Da war ein Platz auf dem Podium umso schöner für mich."
WM-Ergebnisse: Zeitfahren/Frauen
Strassen-WM 1999 - Übersicht