Interview mit dem Weltmeister
Astarloa: "Sieg kommt ja nicht aus dem Nichts"

Foto: Roth
12.10.03 (rsn) - Der Baske Igor Astarloa
bewies am Sonntag bei der WM in Hamilton,
dass er der neue Mann für die Klassiker
ist. "Ich bin nicht
stärker als Bettini, ich habe nur mehr riskiert",
meinte der sympathische 27-Jährige
nach seinem WM-Triumph.
Wie haben Sie die letzte Runde erlebt?
Astarloa:
"In der letzten Runde habe ich mit Oscar (Freire) gesprochen und er sagte, er fühle sich nicht stark genug, um mit Bettini mitzuhalten. Er sagte zu mir: Kümmere Du Dich um Bettini, ich bleibe hinten für den Fall eines Sprints. Später in der Spitzengruppe haben sich dann alle angeschaut und das Feld kam wieder näher. Da bin ich angetreten und auf den letzten 2 Kilometern habe ich alles gegeben.
Als ich sah, dass
Valverde in der Gruppe hinter
mir war, wusste ich, dass ich eine Chance habe,
weil er ein bißchen bremst.
Weitere Stimmen zum Rennen:
Peter van Petegem (Bel/Dritter):
"Ich bin nicht enttäuscht.
Ich habe nichts zu bedauern.
Ich habe Verantwortung übernommen und
mich vorne gezeigt zum richtigen Zeitpunkt.
Bettini war es,
der nicht gemacht hat,
was notwendig war.
Am letzten Berg habe
ich gesehen,
dass Bettini runtergeschaltet hat.
Da habe ich attackiert.
Wir haben heute nicht
den Bettini
aus dem August
(als der die Clasica San Sebastian gewann, die Red)
gesehen."
Paolo Betttini (Ita/Vierter):
"Als Astarloa attackiert hat,
bin ich nicht hinterhergefahren,
obwohl ich gekonnt hätte.
Aber die
anderen haben darauf ja nur gewartet,
dass ich die Arbeit mache.
Und dann war es zu spät."
Michael Boogerd (Ned/Fünfter):
"Ich bin zufrieden mit Platz 5.
Ich habe gemacht,
was ich konnte.
Ich war aber nicht explosiv genug,
um Astarloa zu folgen.
Er verdient den Sieg.
Er ist ein exzellenter Rennfaher
und sympathisch noch dazu."
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War das ein Kurs für Sie? Glauben Sie, Sie sind stärker
als Bettini?
Astarloa: "Es war ein schöner Kurs.
Aber wennn ich im Finale nicht atackiert
häte, wer weiß, wie das Rennen
ausgegangen wäre.
Ich habe für mich entschieden,
dass der Kurs mir liegt.
Bettini? Ich bin nicht
stärker als er.
Ich habe nur mehr riskiert.
Ich bin kein schlechter
Sprinter, aber gegen Bettini
ist es schwer."
Was wird sich in Ihrer Karriere ändern nach dem WM-Sieg?
Astarloa: "Ich werde mal Oscar (Freire,Weltmeister
1999 und 2001) fragen, was ich zu erwarten habe (lacht).
Ich sehe mich als Klassiker-Fahrer und
das bleibt ja so. Außerdem
kommt der Sieg auch nicht aus dem Nichts.
Schon 2002 war ich Vierter im Weltcup,
bei zwei Rennen war ich Zweiter
(San Sebastian und Hamburg, die Red.).
Dieses Jahr habe ich den Wallonischen Pfeil gewonnen.
Heute habe ich das größte Ziel
erreicht. Nächstes Jahr wird man sehen,
was meine Ziele werden."
Sie fahren in einem anderen Team
Astarloa: Ja, ich habe für
zwei Jahre bei Cofidis unterschrieben.
Ich war bei Saeco sehr zufrieden und
ich denke, bei Cofidis
wird alles mehr oder weniger
gleich bleiben, auch das Programm.
Ich fahre die Klassiker
und kleinere Rundfahrten.
Aber als nächstes kommt
erst noch die Lombardei-Rundfahrt nächste Woche."
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