Straßen-WM in Kanada
Usbeke Lagutin auf den Spuren von "Abdou"

Foto: Roth
10.10.03 (rsn) - Der Usbeke
Sergey Lagutin ist neuer Weltmeister der U23-Altersklasse.
Der 22-Jährige, WM-Vierter im vorigen Jahr,
setzte sich am Freitag in Hamilton im Rennen
der Espoirs über 172,2 km im Sprint
einer kleinen Spitzengruppe
durch.
Der Belgier Johan Van Summeren
war Zweiter vor dem Holländer Thomas Dekker.
Lagutin hatte sich während des gesamten Rennens
vorne gezeigt und war bei allen Attacken im Finale
dabei, konnte sich aber
am letzten Anstieg nicht absetzen.
Am Ende holte sich der für eine
italienische Amateur-Mannschaft fahrende
Osteuropäer die Medaille, die
er im vergangenen Jahr als Vierter knapp verpasst hatte.
Bester Deutscher auf Platz 7
war Zeitfahr-Weltmeister Markus
Fothen, der die Spitzengruppe
zunächst verpasst hattte,
am Ende aber wieder Anschluss fand.

Sergey Lagutin
Foto: Roth
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Die Vorentscheidung des Rennens über 14 Runden fiel drei Runden vor
Schluss. Acht Ausreißer - darunter kein Deutscher -
haten sich abgesetzt.
Die Gruppe wuchs zwischenzeitlich auf zehn
Fahrer an und alles schien auf eine Entscheidung unter diesen
Spitzenreitern hinzudeuten. Doch an der letzten Steigung und in der
Abfahrt Richtung Ziel schlossen von hinter noch einige Fahrer, darunter
der stark fahrende Fothen
mit Dekker am Hinterrad, auf.
Als erster auf die kurze Zielgerade war
Dekker eingebogen, doch
der Holländer konnte nichts entgegensetzen,
als Lagutin und auch van Summeren aus dem Windschatten kommend
noch an ihm vorbeizogen.
"Ich bin sehr bewegt, heute
gewonnen zu haben", sagte
der verdiente Sieger
des Rennens.
Van Summeren, der ebenfalls sehr stark fuhr,
konnte sich mit der Silbermedaille anfreunden.
"Sergey und ich waren immer vorne.
Aber ich wusste, dass er im Sprint
schneller ist als ich,
daher hatte ich auf den letzten 50 Metern
keine Chance",
erklärte der Belgier.
Die großen Verlierer waren die
Italiener, die lange Zeit zwei Mann vorne
hatten. Am Ende musste sich die "Squadra azurra"
mit einem für die Radsportnation
schwachen neunten Platz durch Massimo Iannetti
zufrieden geben.
"Ich hatte großen Respekt vor
den Italienern, die ein großes Team bildeten,
und von denen alle stark sind. Wir dagegen waren ja insgesamt nur zwei Usbeken im Rennen",
sagte Lagutin, der die italienischen Nachwuchsfahrer
genau kennt.
Seit drei Jahren ist
der in Fergana (Usbekistan) geborene
junge Mann in der Toskana zuhause
und fährt für die Talentschmiede
Pallazago Vellutex.
Im nächsten Jahr wird
der U23-Weltmeister sein Profidebüt beim
Landbouwkrediet-Rennstall geben,
bei dem u.a. auch Popovych,
der U23-Weltmeister von 2001
und letzte Giro-Dritte, fährt.
Seit dem legendären Sprinter
Djamolidine Abdoujaparov ("Taschkent Terror"),
der in den Neunzigern viele Etappensiege und
drei Mal das Grüne Trikot der Tour de France
(1991, 1993 und 1994) holte,
kam kein großer Rennfahrer mehr
aus Usbekistan, das noch nie
einen Weltmeister im Radsport stellte.
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WM-Ergebnisse: Straßenrennen der Espoirs
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