Straßen-WM: Zeitfahren der Männer am Donnerstag
Rich: "Ich bin wie ein Dieselmotor"
Michael Rich
Foto: Roth
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08.10.03 (rsn) - Im Einzelzeitfahren der Männer am Donnerstag (ab 19:15
Uhr live bei Eurosport) geht die deutsche Mannschaft
mit gleich zwei Favoriten an den Start: Die beiden Gerolsteiner-Profis Michael Rich, der
im letzten Jahr zum zweiten Mal knapp das Regenbogen-Trikot
verpasste, und Uwe Peschel haben den Weltmeistertitel
im Blick.
Michael Rich hat im September mit
seinem Sieg beim Zeitfahrklassiker Grand Prix des Nations
seine WM-Ambitionen eindrucksvoll untermauert.
Ich möchte mit dem Vorurteil aufräumen, dass der
Sieger des Grand Prix des Nations nicht Zeitfahrweltmeister werden kann,
sagte der 34-jährige Deutsche Meister mit Blick auf das Rennen in Hamilton. Die 41,6 Kilometer lange
Strecke schätzt der Rouleur zwar als schwer ein,
bleibt aber optimistisch: Es ist ein ständiges Auf und Ab,
aber das ist genau das, was ich kann.
Die Strecke von Plouay 2001,
wo er Vize-Weltmeister wurde, sei auch nicht viel leichter gewesen.
Man weiß vorher nie genau, wie die Beine sind. Das merkt man erst, wenn man
losgefahren ist. Jedes Zeitfahren ist darum für mich eine enorme
Herausforderung", sagt der WM-Favorit.
Rich, der stets eine 55/11-Übersetzung
("Da fummel ich nicht dran rum") fährt,
ist einer, der verhalten startet,
aber wenn es mal rollt, dann rollts bei ihm:
Ich bin wie ein Dieselmotor, der langsam warm laufen muss."
Neben Rich ist auch der Berliner
Uwe Peschel am Donnerstag gut für
eine Platzierung weit vorne.
Peschel war der Pechvogel der letztjährigen
WM in Zolder. Er war schnell unterwegs und auf Medaillenkurs,
dann riss ihm acht Kilometer
vor dem Ziel der Überwerfer ab, und er
musste das Rad wechseln.
Trotzdem verlor Peschel
nur 33 Sekunden auf Weltmeister Santiago Botero
(Kolumbien).
Der Titelverteidiger fehlt in Hamilton nach einer
völlig verkorksten Saison.
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Der härteste Gegner für
die deutschen Rouleurs dürfte
der Brite David Millar darstellen.
Der 26-Jährige, der das
zweite Tour de France-Zeitfahren,
bei dem Armstrong und Ullrich um
den Gesamtsieg kämpften, gewann,
fuhr zuletzt stark
bei der Spanien-Rundfahrt,
die er als Vorbereitung für die WM fuhr
und bei der er mit einem Etappensieg
auch sein - ohnehin nicht
kleines - Selbstbewußtsein steigerte.
Millar, der vor zwei
Jahren bei der WM in Lissabon knapp gegen Ullrich
verlor, ist heiß auf seinen ersten WM-Titel.
"Ich bin in guter Form.
Ich bin eine gute Vuelta gefahren,
das gibt mir Zuversicht",
sagt Millar.
Zum Favoritenkreis in Hamilton zählen auch die Spanier
Isidro Nozal und Igor Gonzalez de Galdeano,
die nach dem ONCE-Desaster bei
der Spanien-Rundfahrt,
bei der sie kurz vor Schluss die ersten beiden Plätze
verloren, auf Wiedergutmachung aus sind.
"Ich war Zweiter bei der Vuelta,
bei der WM soll es besser laufen",
tönte Nozal in der spanischen Presse.
"Ich möchte besser abschneiden als letztes Jahr",
gibt sich der letztjährige WM-Dritte Gonzalez
ebenso optimistisch.
Weitere Podiumskandidaten sind
am Donnerstag die jungen Rouleurs
Laslzo Bodrogi (Ungarn) und
Michael Rogers (Australien).
Die EZF-Weltmeister
1994: Chris Boardman (GBR)
1995: Miguel Indurain (ESP)
1996: Alex Zuelle (SUI)
1997: Laurent Jalabert (FRA)
1998: Abraham Olano (ESP)
1999: Jan Ullrich (ALL)
2000: Serhiy Honchar (UKR)
2001: Jan Ullrich (ALL)
2002: Santiago Botero (COL)
Ergebnis von letztem Jahr (Zolder/Bel, 40,4km)
1. Santiago Botero (COL) 48:08. (50,352 km/h)
2. M. Rich (ALL) + 08.
3. I. Gonzalez de Galdeano (ESP) 17.
4. L. Bodrogi (HUN) 25.
5. U. Peschel (ALL) 33.
6. D. Millar (GBR) 35.
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