Straßen-WM in Kanada
Judith Arndt holt Zeitfahr-Silber

Foto: Roth
08.10.03 (rsn) -
Die Spanierin Joane Somarriba
holte am Mittwochnachmittag (Ortszeit) erstmals in ihrer
Karriere den Weltmeister-Titel im Zeitfahren.
Die Baskin, die im Sommer zum dritten Mal die Frankreich-Rundfahrt
der Frauen gewann, war auf dem 20,5km-Kurs
in Hamilton/Kanada bei schönem Herbstwetter zehn
Sekunden schneller als die
Leipzigerin Judith Arndt.
Bronze ging an die russische Titelverteidigerin Zulfia Zabirova.
Zabirova hatte 26 Sekunden Rückstand
auf Somariba. Die Schweizer Triathletin
Karin Thürig, im vergangenen
Jahr Dritte, war
eine Sekunde langsamer
und verpasste eine Medaille ebenso knapp,
wie sie sie letztes Jahr gewonnen hatte.
Die französische Radlegende
Jeannie Longo,
die in wenigen Wochen ihren 45.Geburtstag feiert,
wurde Sechste hinter
der 25 Jahre jüngeren kanadischen
Lokalmatadorin Genevieve Jeanson.
Die Berlinerin Hanka Kupfernagel,
die nach einer von Verletzungen und Krankheiten geprägten
Saison überraschend noch die WM-Nominierung schaffte,
belegte Platz 21 mit 2:10 Minuten Rückstand.

Petra Roßner (rechts) freut sich mit Judith Arndt

Weltmeisterin Somarriba

Traumhaftes Herbstwetter in Ontario
Fotos: Roth
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Joane Somarriba hatte im vergangenen Jahr
in Zolder hinter Karin Thürig Bronze
um Hundertstel verpaßt.
Um so bewegter
war die 31-Jährige nun, erstmals
ein Regenbogentrikot gewonnen
zu haben.
Nach dem Rennnen brach sie in Tränen
aus und meinte später,
die letzten Kilometer habe
sie "wie im Traum" erlebt und
dies sei "der beste Tag meines Lebens". Die
mit dem spanischen Ex-Profi
Ramon Gonzalez Arrieta
liierte
Somarriba
will im kommenden Jahr
nach Olympischen Spielen und
den Straßen-Weltmeisterschaften
ihre erfolgreiche Karriere beenden,
um eine Familie zu gründen.
Judith Arndt, im letzten Jahr Neunte,
fuhr ein starkes Rennen.
Zur Halbzeit hatte die WM-Dritte
von 1997 noch einen Rückstand von
23 Sekunden auf Somarriba,
die schon an der ersten Zwischenzeit
nach 8km vorne lag. Im letzten Teil
drehte die 27-jährige
Arndt
noch einmal auf, doch
die nach ihr gestartete Spanierin rettete einen
Vorsprung von 10 Sekunden.
"Ich bin vom Start weg voll gefahren",
meinte Somarriba, "dafür habe ich am Ende
bezahlt."
Arndt: "Optimistisch für Samstag"
Ihr habe es geholfen,
dass sie schon vor Wochen zur Vorbereitung
nach Kanada angereist sei,
sagte Judith Arndt.
"Allerdings gab es dann einen plötzlichen Wetterumschwung und
ich war mir nicht mehr so sicher,
wie meine Chancen sind. Rechtzeitig vor
der WM wurde es glücklicherweise wieder wärmer.
Aber jetzt bin ich sehr glücklich",
so Arndt.
"Judith ist heute die ersten acht Kilometer vielleicht ein bisschen zu
langsam angegangen, aber Silber ist trotzdem riesig", kommentierte
ein zufriedener BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer
die dritte deutsche WM-Medaille
am zweiten WM-Tag. Nach
der katastrophalen Bahn-WM im eigenen Land
kommen die Straßen-Erfolge
für den BDR gerade recht.
Und die deutschen Frauen wollen
am Samstag gern noch eine Medaille
zur jetzt schon guten Bilanz beisteuern.
"Ich bin optimistisch,
was das Straßenrennen am Samstag angeht",
meinte Judith Arndt.
"Wir haben eine starke deutsche Mannschaft,
die den Sieg holen kann.
Ich fühle mich zwar
müde nach der langen Saison,
aber ich bin zuversichtlich."
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WM-Ergebnisse: EZF der Frauen
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