WM-Traumstart für BDR
Markus Fothen holt Zeitfahrtitel der U23

Fotos: Roth
07.10.03 (rsn) -
Einen wahren Traumstart erwischte das deutsche Team
bei den Straßen-Weltmeisterschaften in
Hamilton (Kanada). Stunden nach
dem WM-Triumph der Juniorin
Bianca Knöpfle holte am Nachmittag (Ortszeit)
Marcus Fothen in absolut souveräner Manier
den Zeitfahr-Titel bei den Espoirs (U23).
Der 22-Jährige aus Büttgen, der nächstes Jahr sein Profidebüt
bei Gerolsteiner geben wird,
fuhr auf dem 30,3km langen WM-Kurs
die Konkurrenz in Grund und Boden.
Der erst 19 Jahre alte Holländer Niels Scheuneman
kam auf Platz 2.
Fothen, der im Sommer
auf dem Olympiakurs von Athen auch U23-Europameister in
seiner Lieblingsdisziplin wurde,
gewann erstmals ein Regenbogentrikot.
Viel für die Zukunft erwarten läßt
auch die Art und Weise, wie Fothen
mit dem auf ihm lastenden Druck zurechtkam.
Im letzten Jahr war er in Zolder Fünfter geworden,
diesmal war er der Topfavorit.

WM-Traumstart: Fothen und Bianca Knöpfle Weltmeister
Foto: Roth
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Ich habe mich
am Morgen des Renntages gut gefühlt", meinte der U23-Europameister
nach dem Rennen. Ich habe gewusst, dass ich nach dem EM-Titel hier eine Chance
habe, aufs Podium zu fahren." Den Kurs stufte er als schwer ein. Es ist
nicht einfach, hier den Rhythmus zu finden, aber als ich nach der ersten
Runde die Bestzeit hatte, hat mich das gepusht, und ich habe mir gesagt,
jetzt fährst du auf alles oder nichts. Nach der Wende hatte ich Rückenwind
und dann bin ich nur noch gebrummt."
Fothen startete am Dienstag
als fünftletzter der 45 Teilnehmer.
Die starke Zeit des jungen Scheuneman,
der
früh die Richtmarke
aufgestellt hatte, pulverisierte
der Rheinländer,
der aus der Thüringer Talentschmiede
TEAG Köstritzer stammt, bereits
bei der ersten Zwischenzeit.
Bei schönem Herbstwetter
hatte Fothen den anderthalb Minuten vor
ihm gestarteten Polen
Piotr Mazur kurz vor dem Ziel
noch eingeholt.
Am Ende belegte der erst 19 Jahre
alte Scheuneman Platz 2 mit
18 Sekunden Rückstand.
Der Russe Alexandr Bespalov,
im letzten Jahr Zweiter,
holte diesmal Bronze.
Der Schwede Thomas Lovkvist,
der als eines der größten Talente im
internationalen Radsport gilt,
belegte Platz 4 (+ 30 Sek).
Der 19-Jährige hatte
nach seinem sechsten Gesamtrang bei
der Zukunfts-Tour
einen Vertrag bei der fdjeux-Equipe
ergattert und gibt nächstes Jahr
ebenfalls sein Debüt bei den Profis.
Markus Fothen wuchs zusammen mit seinem 19 Monate jüngeren Bruder
Thomas, der ebenfalls für das TEAG Team Köstritzer Radrennen fährt, auf
dem elterlichen Bauernhof in der Nähe von Büttgen bei Neuss auf. Dort verbringen
beide noch heute viel Zeit, schließlich sind täglich 1000 Schweine
zu versorgen. Die Eltern haben keine Angestellten, und wenn die beiden
Söhne zu Rennen unterwegs sind, müssen Vater und Mutter Fothen den
Hof alleine versorgen. Markus Fothen hat seine Lehre zum Landwirt abgeschlossen,
aber künftig wird er wohl viel seltener auf dem elterlichen Hof
mit anpacken können. Er wird im kommenden Jahr als Profi für das Team
Gerolsteiner fahren und deshalb deutlich mehr Renntage haben als in seiner
letzten Saison bei der U23.
Mit dem Profivertrag in der Tasche konnte er ohne großen Druck in das
WM-Zeitfahren der U23 starten. Eigentlich konnte mir ja nichts mehr passieren,
sagte er in Hamilton. Derzeit sieht er sich selbst zwar noch vor
allem als Zeitfahrspezialisten, aber als Profi will er irgendwann auch einmal
das Gesamtklassement bei Rundfahrten ins Visier nehmen. Wenn die
Vorbereitung stimmt, kann ich sicher auch gute Rundfahrten absolvieren,
prophezeite er, mal sehen, wohin mich mein Weg als Profi führt.
Eine Schweine-Arbeit wird es bleiben...
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WM-Ergebnisse: EZF der U23
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