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54.Vuelta a España
Südafrikaner Robert Hunter gewinnt in Benidorm
Durand in Gold, Hondo schwer gestürzt

05.09.99 - Im berühmten Touristenzentrum Benidorm an der Costa Blanca schlug am Ende der in Murcia gestarteten ersten Etappe der Vuelta nach 179km die Stunde der Fahrer aus der zweiten Reihe: der erst 22 Jahre alte Südafrikaner Robert Hunter (Lampre) gewann den ersten Tagesabschnitt, während der Franzose Jacky Durand (Lotto) bei einer langen Flucht eine Zeitgutschrift nach
der anderen holte und sich so in das goldene Trikot des Gesamtbesten fuhr. Telekom- Sprintspezialist Danilo Hondo hatte im Finish Pech und stürzte in der letzten Kurve schwer. Der Cottbusser fuhr blutüberströmt ins Ziel, doch es sah schlimmer aus, als es ist: Er wird das Rennen fortsetzen können.

Nach dem grauen, wolkenverhangenen Himmel zu Beginn der Spanienrundfahrt, schien am Sonntag wieder die sengende Sonne, wegen der jedes Jahr Hundertausende in die Tourismus-Metropole Benidorm pilgern. Dort setzte sich auf der Zielgeraden der weithin unbekannte Hunter im Sprint einer Dreiergruppe durch vor dem Ukrainer Serguei Outschakov (TVM) und dem Niederländer Robbie McEwen (Rabobank). Die drei Männer erreichten die letzten 600 Meter leicht abgesetzt vom Peloton, das aufgrund eines Massensturzes in der letzten Kurve durcheinandergebracht wurde.

Bei dem Sturz brach sich der Italiener Dario Andriotto (Saeco) das Schlüsselbein und wurde ins Krankenhaus gebracht. Telekom-Sprintspezialist Danilo Hondo zog sich eine Rißwunde an der Augenbraue zu, konnte sich aber nach kurzer Behandlung wieder aufrappeln und fuhr blutüberströmt ins Ziel. (siehe Kasten).

Neben Hunter war der Franzose Jacky Durand der Gewinner des Tages. Der für seine wilden Fluchten berühmte 32-jährige Lotto-Profi hatte zusammen mit dem Spanier Cesar Garcia Calvo (Fuenlabrada) eine 140km-Flucht inszeniert und war erst kurz vor dem Zielort wieder gestellt worden. Das Duo führte zeitweise mit zwölf Minuten vor dem Feld und

Hondo schwer gestürzt

  Der 25-jährige Sprintspezialist Danilo Hondo (Telekom) stürzte in Benidorm in der letzten Kurve 1km vor dem Ziel schwer. Der Cottbusser zog sich bei dem Sturz, in den u.a. auch Saeco-Profi Andriotto (Schlüsselbeinbruch) verwickelt war, eine zunächst ganz böse aussehende Rißwunde an der rechten Augenbraue zu. Blutüberströmt rollte Hondo unter dem tosenden Beifall der Zuschauer ins Ziel. Die 6 cm lange Wunde wurde nach dem Rennen im Hotel vom Arzt genäht. Hondo zog sich außerdem Abschürfungen an de Schulter, sowie eine Jochbeinprellung zu, kann aber das Rennen am Montag fortsetzen.

Danilo Hondo, zunächst natürlich sehr geschockt, fand schnell seine Fassung wieder. Als der Arzt ihn nähte, machte er schon wieder Witze...

Durand sammelte fleißig Zeitgutschriften. Am Ende waren es genug und Durand, der die Tour de France als Letzter des Gesamtklassements abgeschlossen hatte, übernahm die Spitze des Gesamtklassements der Vuelta.

Durand und Garcia Calvo hatten bei ihrer langen Flucht genug Zeit, um Freundschaft zu schließen. Der Spanier, ein Neopro, der erstmals die Vuelta fährt, meinte nach dem Rennen: "In einer Flucht zusammen mit Durand zu sein, ist eine Ehre. Am letzten Zwischensprint hat er mich gebeten, ihn gewinnen zu lassen. So eine Bitte konnte ich ihm nicht abschlagen", so Garcia Calvo, dessen Fuenlabrada-Rennstall immer noch unter Schock steht vom plötzlichen Tod eines ihrer hoffnungsvollsten Talente, Manuel Sanroma, der im Juni bei einem tragischen Rennunfall ums Leben kam.

Als die beiden Ausreißer wieder gestellt waren, bereiteten sich die Teams der Sprinter auf eine Massensprintankunft vor. Die Attacken des Belgiers Erik Verbrugghe, des Spaniers Inigo Chaurreau oder des Franzosen Anthony Rokia wurden von Telekom, Rabobank und den anderen Sprinterteams routiniert neutralisiert. Der Massensturz kurz vor dem Ziel machte ihnen dann jedoch einen Strich durch die Rechnung. Kletterspezialist und Vuelta-Mitfavorit Fernando Escartin (Kelme) drückte es deutlich aus: "Alles lief sehr gut heute, bis auf die Scheisse mit der Kurve am Schluss. So kurz vor dem Ziel, wenn das Peloton in voller Fahrt ist, ist eine solch enge Kurve viel zu gefährlich. Außerdem lagen da noch unheimlich viele Steinchen auf der Strasse."

Am Montag folgt die zweite Etappe der Spanienrundfahrt. Dann geht es über 206km von Alicante nach Albacete, wobei drei kleinere Anstiege zu bewältigen sind.

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