Virenque neun Monate gesperrt
Richard Virenque will seine Karriere fortsetzen
Gesperrt bis 31. Oktober / Längere Sperre als die anderen Ex-Festina-Profis
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29.12.00 (rsn) - Der Schweizer Radsportverband hat am Freitag
Richard Virenque, der während des Strafprozesses in der Festina-Affäre
Doping zugegeben hatte, mit einer neunmonatigen Sperre belegt,
die nach der Winterpause am 1. Februar zu laufen beginnt.
Der französische Radstar wird damit in der Saison 2001
keine Rennen fahren können. Virenque kündigte dennoch an,
er wolle |
weitermachen. "Richard hat den Willen wieder aufzustehen
und seine Karriere fortzusetzen", sagte Virenque-Manager
Eric Boyer.
der Sperre. Richard hat
einen sehr starken Willen, im Kopf ist er sehr stark",
so Ex-Profi Boyer, der den 31 Jahre alten Virenque
seit kurzem betreut (RADSPORT-NEWS.COM berichtete).
Virenque, dessen bisheriges Team Polti aufhörte, hatte keinen Arbeitgeber gefunden für die nächste Saison.
Bei angemessenen Gehaltforderungen dürfte der fünfmalige Bergkönig der Tour
de France jedoch kein so großes Problem haben, im übernächsten
Jahr dann wieder einen Rennstall zu finden. Mit 31 Jahren
ist der Südfranzose noch im besten Radsportalter und immer
noch einer der besten Kletterspezialisten der Welt.
Boyer kündigte an, er werde demnächst wieder bei den Sportdirektoren
der Profiteams die "Fühler austrecken" und sie wissen lassen, dass Virenque
"im Kopf immer noch ein Rennfahrer" ist.
Die Disziplinarkommission des Schweizer Radsportverbandes hatte
Richard Virenque am Freitagmorgen in einer einstimmigen Entscheidung
für neun Monate gesperrt. Außerdem verhängte der Verband
gegen den in der Nähe von Genf lebenden und unter schweizer
Lizenz fahrenden Virenque
eine Geldstrafe in Höhe von 4.000 Schweizer Franken (2.600 Euro).
Ferner hat der Radprofi die Kosten des Verfahrens in Höhe von 2.000
Schweizer Franken zu tragen. Virenque war am 18. Dezember
von der Schweizer Disziplinarkommission
gehört worden. Dabei bestritt er die Dopingvorwürfe,
die er bereits in Lille zugegeben hatte, nicht.
Gegen die Entscheidung, die der Verwaltungsdirektor
des Schweizer Verbandes, Walter Leibundgut,
am Freitagmittag in Bern verkündete, können
der Rennfahrer und der Weltverband UCI
innerhalb von 21 Tagen schriftlich Widerspruch einlegen.
Dann entscheidet als
Berufungsinstanz der internationale Sportgerichtshof Tribunal
arbitral du sport (TAS) in Lausanne.
Virenques Manager Boyer sagte, es sei "sehr wahrscheinlich",
dass man gegen die "sehr harte Entscheidung"
bei der TAS in Berufung gehen werde. Leibundgut
sprach von einem "ordentlichen Verfahren ohne jeglichen
Druck von der UCI oder dem Rennfahrer". Nur ein paar
Fans hätten mit Briefen und E-Mails Einfluss zu nehmen versucht.
Die gegen Virenque ausgesprochene Sperre ist höher als die
gegen seine ehemaligen Festina-Teamkollegen.
Virenques ehemaliger Mannschafts-Kollege Zülle hatte sein Doping-
Geständnis mit weiteren Festina-Fahrern in Polizei-Verhören abgelegt,
nachdem das Team von der Tour de France 1998 ausgeschlossen
worden war. Die Sperre der Schweizer Profis Zülle, Laurent Dufaux und
Armin Meier war vor zwei Jahren von der UCI um einen Monat verringert
worden von acht auf sieben Monate.
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