Dopingfall Richard Virenque
Schweizer Verband entscheidet am Freitagmorgen
Dem Franzosen droht eine Sperre zwischen sechs und zwölf Monaten
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28.12.00 (rsn) - Die Disziplinarkommission des Schweizer Radsportverbandes
wird am Freitagmorgen in Bern eine Entscheidung treffen über
die sportlichen Sanktionen gegen Ex-Festina-Profi Richard Virenque,
der während des Strafverfahrens in der Festina-Affäre erstmals nach jahrelangem
Leugnen Doping zugegeben hatte. Dem in der Nähe von Genf lebenden Südfranzosen
droht eine Sperre zwischen sechs und zwölf Monaten sowie
eine Geldstrafe.
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nach französischem Recht nicht strafbar
ist, musste sich der 31-jährige Radprofi, der noch kein Team gefunden hat für die kommende
Saison, verantworten wegen Anstiftung zu Doping. Von diesem
etwas abstrus wirkenden Vorwurf (welcher Rennfahrerkollege musste
1998 "angestiftet" werden zu Doping?) wurde Virenque am 22. Dezember
freigesprochen.
Andererseits dürfte Richard Virenque, der gleich am zweiten Verhandlungstag
eine langjährige Dopingpraxis bei Festina einräumen musste ("Ich war wie
ein Schaf in der Herde"), auf sportlichem Gebiet nicht straffrei ausgehen.
Am Freitagmorgen wird eine Disziplinarkommission des Schweizer Verbands
darüber entscheiden. Der Kommission gehören drei unabhängige
Experten, zwei Juristen und ein Mediziner an.
"Der Rennfahrer wurde informiert über den Ort des Treffens
(der Kommission), aber er wird wahrscheinlich nicht anwesend
sein, da dies nach dem Reglement unseres Verbandes
nicht erforderlich ist", sagte am Donnerstag Walter Leibundgut,
der Verwaltungsdirektor des Schweizer Radsportverbandes.
Die mit Spannung erwartete Entscheidung über die Sperre
wird am Freitagmittag in Bern der Presse bekanntgegeben.
Virenque wird mit einer Sperre von mindestens
sechs Monaten belegt werden, wobei diese erst
am 1. Februar zu laufen begänne, da die wettkampffreien Wintermonate
bei Sperren nicht mehr angerechnet werden. Dies bedeutet,
dass Virenque bei der Tour de France 2001 in keinem
Fall starten dürfte. Ohnehin ist die Zukunft
des Radprofis, der fünf Mal das Bergtrikot der grande boucle
gewann, offen. Eine Mannschaft für die Saison 2001
fand Virenque, dessen Gehaltsforderungen die Budgetgrenzen
der meisten kleineren Teams sprengt, nicht.
Gegen die Sperre, die am Freitag die Schweizer Disziplinarkommission ausspricht,
können der internationale Radsportverband, der Schweizer Verband und
auch der Rennfahrer selbst Widerspruch einlegen. Dann
entscheidet als Berufungsinstanz der internationale Sportgerichtshof
Tribunal arbitral du sport (TAS) in Lausanne.
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