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Dopingfall Richard Virenque
Schweizer Verband entscheidet am Freitagmorgen
Dem Franzosen droht eine Sperre zwischen sechs und zwölf Monaten

28.12.00 (rsn) - Die Disziplinarkommission des Schweizer Radsportverbandes wird am Freitagmorgen in Bern eine Entscheidung treffen über die sportlichen Sanktionen gegen Ex-Festina-Profi Richard Virenque, der während des Strafverfahrens in der Festina-Affäre erstmals nach jahrelangem Leugnen Doping zugegeben hatte. Dem in der Nähe von Genf lebenden Südfranzosen droht eine Sperre zwischen sechs und zwölf Monaten sowie eine Geldstrafe.

Virenque stand neben dem ehemaligen Festina- Teamchef Bruno Roussel, Ex-Pfleger Willy Voet und anderen Verant- wortlichen für den Dopingskandal als einziger Rennfahrer vor Gericht in Lille. Da eigenes Doping
Hintergrund
  • Wie König Richard bei Festina herrschte
  • Virenque gibt erstmals Doping zu
  • Wie alles begann: 8. Juli 1998
  • Festina ausgeschlossen von der Tour 98
  • Chronologie der Ereignisse: 8.-16.Juli 1998
  • Tour am Abgrund: Festina-Fahrer "gestehen"
  • Sperren für "geständige" Zülle und Co.
  • "Du Bastard wärst jetzt tot..."
  • Wie bei Festina Doping organisiert wurde
  • Die Urteile: Freispruch für Virenque
    Übersicht: Die Festina-Affäre
  • nach französischem Recht nicht strafbar ist, musste sich der 31-jährige Radprofi, der noch kein Team gefunden hat für die kommende Saison, verantworten wegen Anstiftung zu Doping. Von diesem etwas abstrus wirkenden Vorwurf (welcher Rennfahrerkollege musste 1998 "angestiftet" werden zu Doping?) wurde Virenque am 22. Dezember freigesprochen.

    Andererseits dürfte Richard Virenque, der gleich am zweiten Verhandlungstag eine langjährige Dopingpraxis bei Festina einräumen musste ("Ich war wie ein Schaf in der Herde"), auf sportlichem Gebiet nicht straffrei ausgehen. Am Freitagmorgen wird eine Disziplinarkommission des Schweizer Verbands darüber entscheiden. Der Kommission gehören drei unabhängige Experten, zwei Juristen und ein Mediziner an.

    "Der Rennfahrer wurde informiert über den Ort des Treffens (der Kommission), aber er wird wahrscheinlich nicht anwesend sein, da dies nach dem Reglement unseres Verbandes nicht erforderlich ist", sagte am Donnerstag Walter Leibundgut, der Verwaltungsdirektor des Schweizer Radsportverbandes. Die mit Spannung erwartete Entscheidung über die Sperre wird am Freitagmittag in Bern der Presse bekanntgegeben.

    Virenque wird mit einer Sperre von mindestens sechs Monaten belegt werden, wobei diese erst am 1. Februar zu laufen begänne, da die wettkampffreien Wintermonate bei Sperren nicht mehr angerechnet werden. Dies bedeutet, dass Virenque bei der Tour de France 2001 in keinem Fall starten dürfte. Ohnehin ist die Zukunft des Radprofis, der fünf Mal das Bergtrikot der grande boucle gewann, offen. Eine Mannschaft für die Saison 2001 fand Virenque, dessen Gehaltsforderungen die Budgetgrenzen der meisten kleineren Teams sprengt, nicht.

    Gegen die Sperre, die am Freitag die Schweizer Disziplinarkommission ausspricht, können der internationale Radsportverband, der Schweizer Verband und auch der Rennfahrer selbst Widerspruch einlegen. Dann entscheidet als Berufungsinstanz der internationale Sportgerichtshof Tribunal arbitral du sport (TAS) in Lausanne.

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    19.12.00 Dopingfall Virenque: Schweizer Verband entscheidet am 29. Dezember
    04.12.00 Trotz drohender Dopingsperre: Virenque macht Zukunftspläne
    30.11.00 Virenque droht Dopingsperre: Verband entscheidet Mitte Dezember




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