23.06.99 -
Der französische Rennstall Cofidis hat die Suspendierung des belgischen Radprofis
Frank Vandenbroucke, der wegen seiner Verwicklung in die "Dr.Mabuse"-Affäre
Anfang Mai unter Dopingverdacht geraten war, aufgehoben, nachdem sich herausstellte,
daß "VDB" nicht gedopt hatte. Vandenbroucke, der Führende im Weltcup,
wird nach einem Trainingslager in Colorado (USA) bei der Tour de Regiones Wallones Ende Juli
wieder ins Renngeschehen zurückkehren, wie Cofidis-Teamchef Alain Bondue am Mittwoch
erklärte.
Bereits am vergangenen Freitag hatte die Mannschaftsleitung von Cofidis
mitgeteilt, man plane, die Suspendierung von Vandenbroucke aufzuheben, nachdem der
Lüttich- Bastogne - Lüttich- Sieger "vollkommen rehabilitiert" sei
durch die strafrechtlichen Ermittlungen des Pariser Drogendezernates, das im Fall das falschen
Arztes und mutmaßlichen Dopinghändler Bernard Sainz ermittelt.
Die Analyse von Haar-, Urin- und Blutproben von Vandenbroucke hatte nach den Ermittlungen der Polizei ergeben,
daß der junge belgische Radstar nicht gedopt hatte. "Dr. Mabuse" hatte ihm lediglich
pflanzliche, homöopathische Substanzen verabreicht.
Vandenbroucke hatte bei einer Pressekonferenz nach Bekanntwerden des Falls
erklärt, er sei "dumm und naiv gewesen", sich von Sainz, der in der
Radszene als eine Art "Wunderheiler" gilt, der schnelle Beine
macht, "behandeln" lassen. Was ihm Hobby-Pferdezüchter Sainz
dabei alles verabreichte, konnte Vandenbroucke selbst nicht
sagen. "Ich bin vollkommen seinem Charme erlegen und ich
wollte ihm wirklich vertrauen. Ich war vielleicht naiv, aber nicht
unehrlich. Ich will glauben, daß Sainz mir homoöpathische Mittel
gegeben hat", so Vandenbroucke vor der Presse am 11. Mai.
Der Franzose Philippe Gaumont, der Teamkollege von Vandenbroucke, der den Kontakt
zu Sainz hergestellt hatte, bleibt von Cofidis weiter gesperrt. Gaumont wird
vorgeworfen, mit Dopingprodukten illegal gehandelt zu haben. Die
Emittlungen der Pariser Fahnder dauern an.