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"Ich will wieder der alte VDB werden"
Frank Vandenbroucke vor einem Schlüsseljahr
Volles Rennprogramm im Lampre-Trikot / "Glücklich" wieder dabei zu sein

14.12.00 (rsn) - Frank Vandenbroucke ist einer der größten Rennfahrer, die Belgien je hervorgebracht hat. Doch der kapriziöse Jungstar steht oft am Rande eines Nervenzusammenbruchs: Ob private Probleme wie seine Trennung von Frau und Kind, gesundheitliche Probleme oder berufliche Probleme wie die letztjährige Posse um seine letztlich wieder zurückgezogene "fristlose" Vertragskündigung bei Cofidis, außersportliche
Dinge werfen ihn immer wieder zurück. Im kommenden Jahr will "VDB" wieder angreifen. "Zuviele haben gesagt, ich sei als Fahrer schon halb am Ende. Aber ich habe meine Karriere noch vor mir. Das werde ich beweisen", sagte der 26-Jährige gegenüber der belgischen Tageszeitung Het Volk (Donnerstagsausgabe).

"Frank Vanden- broucke ist wieder unter Menschen", schreibt Het Volk. Er sei "sichtbar gut
Hintergrund
  • Trotz "Ammenmärchen" Lampre holt VDB
  • Vandenbroucke leidet an Depressionen
  • Posse um "fristlose Kündigung
  • gelaunt" und "zufrieden" nach seinem Wechsel zu Lampre-Daikin, wo er u.a. an der Seite von Ex-Weltmeister Oscar Camenzind und dem ambitionierten Italiener Gilberto Simoni, der den Giro im kommenden Jahr gewinnen will, fahren wird.

    Viele hatten VDB bereits abgeschrieben. Der Lüttich-Bastogne- Sieger von 1999 machte in der Saison 2000 nur abseits des Rennrads von sich reden, durch viele Gerüchte um sein Privatleben, noch mehr Gerüchte um seine Gesundheit, von Bulimie und anderem war die Rede. Fakt ist, dass er einige Zeit im Krankenhaus war aufgrund von psychischen Problemen, er litt an schweren Depressionen. "Ich habe drei Monate nur mit (seiner neuen italienischen Ehefrau, dem Ex-Model) Sara (Pinacci),
    meinem Manager und ein bißchen mit Nico Mattan gesprochen. Trotzdem weiß anscheinend jeder alles über mich", sagt Vandenbroucke, ohne zu leugnen, dass er eine schwere Zeit hinter sich hat. "Ein neuer Mensch, das ist ein großes Wort, dazu habe ich zuviel durchgemacht. Ich will einfach nur wieder der alte VDB werden."

    Mit seinen neuen Teamkollegen von Lampre hat Vandenbroucke soeben ein erstes Trainingslager am Gardasee in Italien absolviert. Seit dem Sommer ist er kein Rennen mehr gefahren, war völlig isoliert vom Rennzirkus. "Ich bin glücklich, dass ich wieder das Renn-Milieu um mich habe. Das Kribbeln vor einer neuen Saison, das erste Traininglager, die Aufmerksamkeit durch die Medien. Ja, das habe ich alles schon vermisst",


    Frank Vandenbroucke
    Geb. 06.11.1974 in Mouscron (Bel)
    1,79 m, 64 kg
    Wohnort Ploegsteert (Bel)

    Profi seit 1995
    Teams: Lotto (94- April 95), Mapei (95-98), Cofidis (99-2000), Lampre (ab 2001)

    Größte Erfolge: Lüttich-Bastogne-Lüttich 1999, 2 Etappen Vuelta a Espana 1999, Paris-Brüssel 1995, GP Ouest-France 1996, Gent-Wevelgem 1998, Het Volk 1999, Cholet-Pays de Loire 1995, Schelde-Preis 1996, Trofeo Laigueglia 1996, Rund um Köln 1997, Trofeo Matteoti 1997, GP d'Ouverture La Marseillaise 1999, Paris-Nizza 1998, Mittelmeer-Rundfahrt 1996, Österreich-Rundfahrt 1996, Tour du Luxembourg 1997, Galizien-Rundfahrt 1998

    sagt der neue Lampre-Profi. Mit seinem alten Team Cofidis ist er fertig. "Im März haben sie das Vertrauen in mich verloren. Manager Bondue hat im April hinter meinem Rücken mit den anderen Belgiern bei Cofidis über Vertragsverlängerungen verhandelt. Mit mir nicht. Mein größter Fehler war, dass ich im letzten Winter nicht durchgezogen habe, was ich zuerst wollte (die Vertragsauflösung mit Cofidis, die Red.). Ich bin das Jahr nur geblieben, um einen juristischen Marathon zu vermeiden."

    Bei Lampre fühlt sich Vandenbroucke gut aufgehoben. "Alle Mannschaften, die an mir Interesse hatten, haben Bedenken gehabt, aufgrund meiner schwachen Saison. Nur Lampre hatte fiducia, volles Vertrauen in mich." Und wie sieht sein geplantes Rennprogramm aus? Vandenbroucke: "Als Vorbereitung auf die Frühjahrsklassiker haben wir ein Programm aufgestellt mit vielen nervösen Rennen. Das ist für mich das beste. (Nach den Frühjahrsklassikern) fahre ich die Tour, dann eventuell die Vuelta als Vorbereitung auf die WM." Mehr als an seine Gegner denkt VDB 2001 einstweilen an sich selbst: "Wissen Sie, der Wille zum Sieg ist mehr der Wille, mich selbst zu übertreffen, als die anderen zu schlagen."

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