23.02.99 -
Der Spanier Manuel Sanroma (Fuenlabrada) gewann am Dienstag überraschend
die erste Etappe der Valencia-Rundfahrt über 150km rund um
Villareal. Der erst 21 Jahre alte Neopro profitierte vom Ungemach der
Sprinter-Prominenz: Erik Zabel (Telekom), Jeroen Blijlevens (TVM), Laurent
Jalabert (ONCE) und viele andere waren in einen Massensturz drei Kilometer vor dem
Ziel verwickelt. Für viel Aufregung sorgte aber auch das Sprintfinale
zwischen Sanroma und dem italienischen Sprintstar Mario Cipollini (Saeco),
in dem der berühmte Italiener die Nerven verlor, als er von dem jungen Namenlosen
geschlagen wurde.
Auf der Zielgeraden von Villareal hatte Manuel Sanroma in praktisch seinem
allerersten Profirennen den zur Zeit besten Sprinter der Welt düpiert.
Als der überraschte Mario Cipollini sah, wie Sanroma vorbeizugehen drohte,
versuchte der Italiener, der da nichts mehr zuzusetzen hatte, den Weg einfach zuzumachen
und den Spanier mit unfairen Mitteln zu blockieren.
"Es ist für mich unglaublich, daß ein Rennfahrer seiner Klasse
so etwas macht", empörte sich der Überraschungstagessieger Sanroma
nach dem Rennen im spanischen Fernsehen, womit er bei den spanischen Radsport-Journalisten,
die die unfaire Aktion von Cipollini aufs Heftigste kritisierten, offene Türen einrannte.
Auch die Jury erkannte in dem Fahrverhalten des Italieners eine Regelverletzung und
bestrafte den Saeco-Profi mit einer 10-Sekunden-Zeitstrafe sowie einer
Geldstrafe in Höhe von 20.000 Peseten (120 Euro).
Bereits drei Kilometer vor dem Ziel hatte ein spektakulärer Massensturz in den engen Straßen von Villareal
für Aufregung gesorgt. Bei dem Sturz büßten die Top-Sprinter Erik Zabel (Telekom)
und Jeroen Blijlevens (TVM), die ebenso wie Laurent Jalabert (ONCE) und Zabel-Helfer Danilo Hondo
zu Fall kamen, bereits alle Siegchancen ein.
Zabel und Hondo zogen sich bis auf Hautabschürfungen keine Verletzungen zu und können
ebenso wie der Weltranglistenerste Jalabert das Rennen fortsetzen.
Bis zu den überaus aufregenden Schlußminuten war die erste Etappe der Vuelta a Valencia
sehr ruhig verlaufen. Der Brite David Millar (Cofidis) hatte mit einer 50km-Soloflucht auf sich
aufmerksam gemacht, wurde jedoch 15km vor dem Ziel wieder vom Peloton gestellt, nachdem dort die
Sprinterteams für Tempo sorgten.
Am Mittwoch folgt die zweite Etappe der Valencia-Rundfahrt. Dann stehen 174km zwischen Villareal
und Port de Sagunto auf dem Programm. Zu bewältigen sind bei dem zweiten Tagesabschnitt
drei Berge, darunter mit dem Eslida einer der ersten Kategorie.