IOC: Actovegin ist Blutdoping
Dopingverdacht: Armstrong droht mit Tour-Boykott
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13.12.00 (rsn) - Die Affäre um das US Postal-Team
von Lance Armstrong, bei dem französische Reporter
während der letzten Tour de France ver- dächtige Medikamente fanden
und gegen das daraufhin im November in Paris ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren
wegen Dopingverdachts eröffnet |
wurde, droht zu eskalieren.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) teilte mit, dass
man mit der Einnahme des fraglichen Medikamentes Actovegin
"eine Form von Blutdoping" betreiben würde. Unterdessen
drohte Tour-Titelverteidiger Armstrong mit einem Boykott
der "grande boucle".
Die medizinische Kommission des IOC analysierte
das aus Norwegen stammende Medikament Actovegin, das
aus Extrakten von Kälberblut hergestellt wird.
Actovegin wirkt auf den aeroben Stoffwechsel
des Körpers und wird in der Medizin bei verschiedenen
Erkrankungen (von Akne bis Asthma) angewandt.
Nach einer deutschen wissenschaftlichen Untersuchung
von 1990 kann die intramuskuläre Injektion von Actovegin
bei Sportlern die Heilung nach Verletzungen
um bis zu 30 Prozent beschleunigen. Das Präparat
steht bislang nicht auf der Dopingliste,
ist jedoch, so das IOC, "eine Form von Blutdoping".
Der Präsident der medizinischen Kommission des
IOC, Alexandre de Merode, erklärte in einem
offiziellen Statement: "Die Kommission ist der Aufassung,
dass die Substanz (Actovegin) ein verbotenes Produkt ist.
Es gab in den letzten Monaten diesbezüglich einige Unklarheiten,
diese extistieren aber nicht mehr." De Merode
sagte, bei den Olympischen Spielen hätten eine ganze Reihe
von Mannschaften das in Australien nicht verbotene Actovegin
mit nach Sydney gebracht und auf den Zollerklärungen auch
pflichtgemäß angegeben. Einige Teams hätten "bis zu 400
Kapseln" dabeigehabt.
Lance Armstrong erklärt auf seiner Website,
er habe noch nie von "this acto-thing" gehört, was ihm
freilich auch niemand unterstellt hatte.
Der zweifache Toursieger glaubt, das Mittel
könne ja auch für einen Nichtrennfahrer aus
dem Stab von US Postal bestimmt gewesen sein.
Schließlich, schreibt der Texaner, "muss
ein Arzt auf alles vorbereitet sein, wenn
während der Tour aus dem Team jemand krank wird".
Gibt es in Frankreich keine Ärzte und Apotheken?
Aufgrund der Dopingverdächtigungen erwägt
Armstrong im kommenden Jahr auf einen Start in Frankreich
zu verzichten. "Wenn das alles weiterhin so bleibt,
fahre ich die Tour 2001 nicht. Punktaus.
Das ist keine Drohung, ich sage nur, was ich denke."
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