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Tour de France
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Überraschende Wende Godefroot: Ullrichs Primavera-Start "nicht sicher"
«Er ist im Aufbau.
Bekanntlich läuft bei Jan alles in Funktion für die Tour de France
und Olympia. Sein Start bei Mailand-San Remo ist noch nicht sicher.
Wir klären das bei Tirreno-Adriatico», offenbarte Telekom-Teamchef
Walter Godefroot etwas überraschend neue mögliche Einsatzpläne für
seinen Top-Angestellten.
Bei einem Verzicht will ihn Godefroot eine Woche später zum
Criterium International nach Frankreich schicken «Da könnte sich Jan
schon einige Tour-Anstiege in den Pyrenäen angucken.» Unerwartete
Formschwäche wäre laut Godefroot nicht der Grund für die neuen
Überlegungen. Bei der Murcia-Rundfahrt, bei der Ullrich auf der
«Königsetappe» am Samstag 25:16 Minuten auf Tagessieger Canada
einbüßte, fährt der Zeitfahr-Weltmeister noch im moderaten
Trainingsrhythmus und der Konkurrenz hinterher. «Sein Formaufbau ist
im Plan und er ist besser als zum vergleichbaren Zeitpunkt des
Vorjahres», versicherte Godefroot. Im abschließenden Zeitfahren über
12,9 km verlor Ullrich auf Canada über eine Minute.
Der zweite Telekom-Kapitän, Erik Zabel (Unna), ist logischerweise
wesentlich weiter als Ullrich. Mailand-San Remo lockt den gebürtigen
Berliner mit dem möglichen dritten Sieg. Godefroot will ihm eine
starke Mannschaft an die Seite stellen - in den letzten Jahren nicht
immer eine Selbstverständlichkeit. «Alberto Elli, der in Murcia
Vierter wurde, ist viel stärker als im Vorjahr, Erik mindestens
genauso stark. Dazu kommen Steffen Wesemann, von dem ich in den
weiteren Frühjahrs-Klassikern viel erwarte, und wahrscheinlich
Fagnini und Winokurow», umriss Godefroot die Mannschaftsaufstellung
für die «Classicissima» in knapp 14 Tagen.
Normalerweise zählte die Telekom-Neuerwerbung aus Kasachstan für
das zweite Vorbereitungsrennen im Hinblick auf den Weltcup-Start,
Paris-Nizza, zum engsten Favoritenkreis. «Doch Winokurow ist nach
Monaco umgezogen, das hat ihn etwas aus dem Rhythmus gebracht», sagte
Godefroot, der für Zabel in San Remo Tom Steels (Belgien), Laurent
Jalabert (Frankreich) und Roman Vainsteins (Lettland) als
Hauptkonkurrenten ansieht.
Das vom zweifachen Tour-Sieger Laurent Fignon gekaufte Rennen
Paris-Nizza leidet unter Prominenten-Schwund. Nach Marco Pantani, der
am Samstag in seiner Heimatstadt Cesenatico einen Autounfall
unverletzt überstand, und Lance Armstrong (USA/Bronchitis) sagte auch
Favorit Frank Vandenbroucke ab. Der Belgier fiel in seinem Haus in
Ploegstreet die Treppe hinunter und verletzte sich am Daumen, der ihm
bei der WM in Verona im Oktober gebrochen war.
Laut Godefroot wird der Däne Bjarne Riis, der vor zwei Tagen
seinen Rücktritt erklärt hatte, in Zukunft nicht im engsten Kreis des
Teams beschäftigt werden. «Er hat kein Interesse daran, wie er mir
sagte. Vielleicht betreut er mal Telekom-Ehrengäste. In San Remo wird
das wahrscheinlich geklärt werden», sagte Godefroot über die
Zukunftspläne des Tour-Siegers von 1996, der auch für das dänische
Fernsehen arbeiten will.
Andreas Zellmer, dpa
27.02.00 Drei Wochen bis Milan-San Remo- Zabel: "Die Form kommt langsam" |