Jan Ullrich: "Mein Ziel ist der erneute Tour-Sieg"
10.07.98 - Auf die Frage nach seinen Zielen bei der Tour 98 versteckt
sich Titelverteidiger Jan Ullrich (Telekom) nicht hinter diplomatischen
Ausflüchten: "Ich will wieder den Gesamtsieg."
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Jan Ullrich, der eine -vorsichtig ausgedrückt- nicht ganz
geradlinige Vorbereitungszeit in Winter und Frühjahr hinter sich
hat und dessen Fitness zeitweise völlig im Keller war,
ist am Vorabend des Tourstarts wieder in Topform.
"Meine physischer Zustand ist gut, insbesondere seit den letzten zwei Wochen.
Ich hatte versucht, mich vorzubereiten wie im Vorjahr, aber
aufgrund einer Erkrankung habe ich in einem
Monat drei Wochen verloren. Glücklicherweise beginnt die Tour
dieses Jahr eine Woche später. Ich bin hier in der Kondition,
die ich mir gewünscht habe. Ich habe die Bestätigung bekommen
bei der Route du Sud, außerdem sind auch die medizinischen Werte so gut wie 1997
und mein Gewicht macht mir auch keine Sorgen mehr, obwohl ich an einem Moment
schon mal beunruhigt war."
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Gereizte Stimmung
Bei der Presse-Konferenz von Telekom anläßlich
des offiziellen medizinischen Checks in Dublin herrschte eine
merkwürdige Atmosphäre. Bjarne Riis, Jan Ullrich und
Walter Godefroot zeigten eine Laune, die der von Berti Vogts nach
der Viertelfinal-Niederlage der Fußball-Nationalmannschaft
gleichkam.
Mürrisch beantworteten Riis und Ullrich die Fragen der Journalisten.
Riis: "Ja, ich bin hier um zu gewinnen. Und wenn das nicht möglich ist,
werde ich Jan helfen." - Ullrich: "Mein Ziel ist der erneute Toursieg. Das ist mein Saisonziel."
Und Teamchef Godefroot druckste lange herum bei der Frage, wann er
sich auf einen Kapitän festlegen werde. Godefroot ausweichend:
"Wir werden es dieses Jahr machen wie im Vorjahr und im Jahr davor."
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Zu seinen Zielen und Gegnern bei der Tour befragt meint Ullrich:
"Mein Ziel ist der erneute Toursieg. Das ist mein Saisonziel und dies
ist das wichtigste Rennen. Ich werde viele Gegner haben, u.a. Festina
mit Virenque, Zülle und Dufaux. Dann Banesto, Casino und auch
Cofidis mit (Francesco) Casagrande. Für alle geht es um sehr viel."
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Stillos
Erst jetzt kommt nach und nach heraus, wie der Austausch
Frattini / Giovanni Lombardi im Telekom-Touraufgebot vonstatten ging.
Lombardi erfuhr erst von seiner Streichung aus dem Touraufgebot,
als er bei Telekom nachfragte, wo denn seine Flugtickets nach Dublin abgeblieben
seien. Dabei stand intern bereits längst fest, daß ihn Frattini ersezten
würde. Godefroot hatte dies schon während der Route du Sud Ende Juni
Erik Zabel mitgeteilt. Zabel ist zwar nach außen hin die Ruhe selbst,
dem Vernehmen nach ist dies aber mehr gespielt als die Wahrheit.
Milan-San Remo-Sieger Zabel soll über die Behandlung der Sprinterabteilung im Team
zutiefst verärgert sein.
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Und wie schwer schätzt Ullrich die 85. Tour de France ein ?
"Wie immer. Alle Etappen werden schwer. Sogar die hier in Irland. Dann
kommen die Berge, und die Pyrenäen und die Alpen sind immer sehr hart.
Am Anfang wird es wichtig sein, immer aufmerksam zu sein und vorn im Feld
zu bleiben. Mit einem so starken Team wie unserem muß das auch
möglich sein. Wichtig ist auch, Stürze zu vermeiden und die
Kräfte zu schonen bis zum ersten Zeitfahren."
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