
Foto: Roth
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30.12.02 (rsn) - Der Belgier Rudy Pevenage, seit
acht Jahren Sportlicher Leiter beim Team Telekom,
hat den Bonner Rennstall verlassen und will künftig
beim neuen Team von Jan Ullrich arbeiten.
"Ich habe heute (Telekom- Teamchef) Walter
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Godefroot
meine Entscheidung mitgeteilt, dass ich Jan
begleiten werde", erklärte Pevenage am Montagabend.
"Jan und ich sind zu dieser Entscheidung gekommen,
nachdem klar wurde, dass der Wechsel
von Jan ins CSC-Team von Bjarne Riis ins Wasser fällt.
In welchem Team wir landen werden ist noch offen.
Wir werden das in den nächsten zwei Wochen
bekanntgeben", sagte Pevenage in der völlig
überraschenden Wende in der ewigen
Geschichte um den "Wechsel" von Jan Ullrich,
dessen Vertrag bei Telekom nach der Drogenaffäre
im Sommer fristlos gekündigt worden war.
Der Radstar lehnte daraufhin ein neues (deutlich niedriger dotiertes) Angebot
ab, im September erklärte er seinen Weggang
von dem Rennstall, bei dem er seine Karriere begonnen hatte.
Ullrich, der zuletzt zwei Mal am Knie operiert
wurde und seit der Qatar-Rundfahrt im Januar
2002 kein Rennen mehr fuhr,
ist infolge der Drogenaffäre noch bis 23.März gesperrt.
Pevenage und Jan Ullrich sind seit vielen Jahren
ein eingespieltes Gespann. Als Pevenage vor einigen
Jahren bei Telekom zum Sportdirektor Nummer 1
aufstieg, nachdem sich Godefroot ganz
aufs Management konzentrierte,
lag das auch am Einfluß des Ullrich-Lagers bei Telekom.
Bezeichnend für das enge Verhältnis von
Pevenage und Ullrich war, was der Sportdirektor
nach seiner Beförderung sagte:
"Ich kann mich künftig nicht mehr
ganz so um Ullrich kümmern wie bisher, jetzt bin ich für
die ganze Mannschaft verantwortlich."
Ullrich und Pevenage gehen - wohin?
Ursprünglich wollte Ullrich zu CSC wechseln,
wo er seinen langjährigen Teamkollegen
Bjarne Riis als Teamchef gehabt hätte.
Die Deutsche Post sprang jedoch als Co-Sponsor
ab. Einen anderen Finanzier für den Deutschen
fand Riis bislang nicht, doch er konnte
auch mit seinen derzeitigen Sponsoren einen
mit angeblich einer Mio. Euro dotierten Vertrag
anbieten. Dieses Angebot jedoch wollten Ullrich
und sein Manager bisher nicht annehmen.
"Das Angebot war wohl nicht gut genug",
hatte Teammanager Pedersen am Sonntag vielsagend
erklärt.
Vorsichtig Interesse an Ullrich hat
auch der Schweizer Phonak-Rennstall bekundet.
Für Fantasie sorgt auch die Tatsache,
dass Pantani zwar noch kein Team hat für 2003,
mit Mercatone Uno aber einen treuen Sponsor im Rücken.
Am wahrscheinlichsten jedoch scheint
derzeit wieder einmal Ullrichs Weg zu Team Coast.
Gerüchten zufolge hat Team Coast Jan Ullrich
einen zehn Milllionen Euro schweren Drei-Jahres-Vertrag
angeboten. "Die Zahlen sind aus der Luft
gegriffen. Wir beteiligen uns an keinerlei Spekulation", erklärte
Coast-Chef Günter Dahms dazu. Ullrichs
Manager Wolfgang Strohband bezeichnete die Zahlen als
"Quatsch". Im Falle der
Ullrich-Zusage hofft Coast offenbar auf Co-Sponsoren, die angeblich bereit
stehen.
Allerdings hat Coast noch ein anderes Problem.
Der internationale Radsportverband UCI hat den Essenern
bisher die GS-I-Lizenz für 2003 verweigert aufgrund
von Zweifeln an der finanziellen Solidität des Teams,
das quasi aus der Privatschatulle des Essener Bekleidungsfachhändlers
Dahms bezahlt wird.
Coast hat noch bis 10.Januar Zeit, die
Zweifel der UCI auszuräumen.
Würde die Lizenz verweigert, stünde
die zuletzt sportlich sehr erfolgreiche GS-I-Mannschaft vor dem Aus.