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"Klöden ähnelt mir"
Ullrich würde "Bombenform" jetzt "nicht gut finden"
Lob für Zabel und Klöden: "Das lenkt ein bisschen von mir ab" / Comeback im Mai

14.04.00 - Telekom-Star Jan Ullrich sorgte in diesem Jahr bisher noch nicht für positive Schlagzeilen: Krankheiten, Formrückstand, Rennabsagen in Serie. In einem Interview mit dem Privatsender "Sat.1" (Ausstrahlung am Samstag um 20:00 Uhr) spricht die deutsche Tour- und Olympiahoffnung über seinen aktuellen Trainingszustand, seine erfolgreichen Teamkameraden Klöden und Zabel und seine über seine sportlichen Ambitionen für die Saison 2000.

Nach den jüngsten krankheitsbedingten Absagen bei verschiedenen Rennen und starker Kritik von vielen Seiten kann Ullrich seine Fans beruhigen "Ich mache mich überhaupt nicht nervös, denn ich weiß, was ich kann. Derzeit trainiere ich fleißig und versuche, die Kilometer nachzuholen, die ich durch die Krankheit verloren habe. Ich werde alles dafür tun, um bei meinen Highlights fit zu sein Tour de France, Olympische Spiele, WM und Vuelta."

Auch hinsichtlich des Wiedereinstiegs ins Renngeschehen hat Ullrich klare Vorstellungen: "Mitte Mai möchte ich auf alle Fälle die Form haben, Wettkämpfe bestreiten zu können. Ich möchte dann topfit sein und gut mitfahren können, d.h. nicht im Hauptfeld, sondern vorn mitmischen."

Dass während seiner Wettkampfabstinenz andere Telekom-Profis für Furore sorgen, freut den Merdinger "Die

Ullrich bald wieder in Siegerpose?

Siege sind wichtig für die Moral und die Situation im Team. Das lenkt natürlich ein bisschen von mir ab. Ich würde es nicht gut finden, wenn ich jetzt die Bombenform hätte. Dann müsste beispielsweise Andreas Klöden für mich fahren und wäre deshalb nicht in der Lage seine derzeitige Form in Erfolge umzusetzen. So kann er sich zeigen und auch die anderen Fahrer können ihre Chance nutzen. Es sind schließlich alles Klasse-Leute, ich finde das okay so."

Besonders die Erfolge von Andreas Klöden, der wie Jan Ullrich selbst das Radsport-ABC in Berlin erlernte, haben den amtierenden Zeitfahrweltmeister beeindruckt "Dass er Paris - Nizza und als erster deutscher Fahrer die Baskenland-Rundfahrt gewann, hat mich insofern überrascht, als dass es große schwere Rennen sind. Aber schon im letzten Herbst ist er bei der Vuelta und der WM sehr stark gefahren." Ähnlichkeiten zu sich selbst sieht Ullrich vor allem im Zeitfahren "Andreas fährt ähnlich, in der gleichen Position. Viel im Sitzen. Er hat die Rundfahrten letztendlich auch im Zeitfahren entschieden, in den Bergen hängt man ihn nicht ab."

Was die Tour de France angeht, glaubt Ullrich sogar an das Debüt seines Teamkollegen "Ich denke, dass er auch die Tour fahren will, sich vielleicht mit einer gewissen Pause darauf vorbereiten kann und dann auf alle Fälle zu den Neuen gehört, die dort starten werden." Zwar sei die Tour de France mit nichts zu vergleichen, was Klöden als Rennfahrer bislang erlebt hat, aber "Andreas hat schon bei der Vuelta bewiesen, dass er auch das Durchhaltevermögen über drei Wochen hinweg hat."

Lob hat Jan Ullrich auch für Erik Zabel. Der Sieger von Mailand - San Remo, der derzeit die Weltcup-Gesamtwertung anführt, ist mit acht Erfolgen in diesem Jahr erfolgreichster Telekom-Profi: "Erik hat schon in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er in den Frühjahrsrennen absolut klasse ist. Dieses Jahr ist er vielleicht noch ein Stück besser. Hinzu kommt, dass die Mannschaft insgesamt auch stärker geworden ist."

Den Gesamtsieg beim Weltcup sieht Ullrich durchaus im Bereich des Möglichen "Erik ist über die ganze Saison ein starker Fahrer und es kommen noch einige Rennen, wo er für den Weltcup Punkte sammeln kann. Solange er der Führende ist, wird er auch nicht so schnell aufgeben. Priorität ist, das Trikot zu verteidigen. Wenn er die Saison gleichmäßig fährt und ein paar Punkte in jedem Rennen holt, kann er das Trikot noch mitnehmen."

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