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Sörensen im Sprint vor Zabel - Telekom-Protest abgewiesen

15.03.98 - Rolf Sörensen gewann am Sonntag die fünfte Etappe von Tirreno Adriatico und übernahm auch die Führung in der Gesamtwertung. Der bisher im Gesamtklassement führende Gabriele Balducci (Scrigno) hatte am
Sonntag große Probleme und beendete die Etappe über 10 Minuten nach dem Sieger.

Die Sprintentscheidung zwischen Rolf Sörensen und Erik Zabel war denkbar knapp und zudem umstritten. Erst nach der Auswertung des Zielfotos wurde Sörensen zum Sieger erklärt. Das Telekom-Team legte gegen die Entscheidung Protest ein, da Sörensen seine Linie nicht gehalten und Zabel außerdem mit dem Ellbogen abgedrängt habe.

Die Jury lehnte den Protest ab. Jury-Präsident Roberto Cuellar: "Der Sprint war nicht der allersauberste, aber eine Disqualifikation wäre nicht gerechtfertigt gewesen. Sörensen kam aus der letzten Kurve als erster heraus und hatte daher das recht, seine eigene Linie zu fahren."

Der Rennverlauf am Sonntag war sehr spannend. Den ganzen Tag über gab es Attacken, fast immer war Sörensen mit dabei. 20km vor dem Ziel gelang es einer 29köpfigen Gruppe dem Rest des kleinen 50-Mann-Pelotons davonzufahren. Unter den distanzierten war der bis dahin im Gesamtklassement führende Balducci, der keinen guten Tag erwischte. Drei Kilometer vor dem Ziel attackierten aus der ersten Gruppe heraus Emanuele Lupi (Amore e Vita), Marco Tebaldi (Mobilvetta) und Laurent Desbiens (Cofidis) aber 600 Meter vor der Ziellinie wurden sie vom Rest der Spitzengruppe wieder gestellt und es kam zu dem ominösen Massensprint.

Durch seinen Sieg hat Sörensen im Gesamtklassement nun eine Drei-Sekunden-Führung vor dem zweitplazierten Rolf Järmann (Casino). Zbigniew Spruch (Mapei) ist nun Dritter mit fünf Sekunden Rückstand.

Immer noch überschattet die drastische Entscheidung der Jury. 129 Rennfahrer nach einem "Bummelstreik" nach der zweiten Etappe zu disqualifizieren das Rennen. Sörensen etwa konnte sich gar nicht richtig über seine Führung in der Gesamtwertung freuen: "Das Rennen ist verfälscht worden."

Die Rennkommissare hingegen sind immer noch wegen der Streikaktion der Rennfahrer aufgebracht. Am Montag will man darüber entscheiden, ob nicht zusätzlich zur Disqualifikation weitere Strafen ausgesprochen werden sollen. "Wir müssen den Rennfahrern klarmachen, wie ernst ihr Verstoß gegen die Regeln war, damit so etwas nie wieder passiert", so Giuseppe Martinelli, einer der Sportdirektoren des Rennens.

Ergebnisse vom 33. Tirreno Adriatico

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