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Tour de France |
Erfolgreiches Wochenende für Team Telekom Klöden fühlt sich nicht als "neuer Ullrich" Übergewichtiger Jan Ullrich ganz der Alte
Mannschafts-Kapitän Ullrich kann sich
Zurückhaltung leisten. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der
Toursieger von 1997 auch in diesem Jahr - zum dritten Mal in Folge -
auf das erste Weltcup-Rennen Mailand-San Remo am kommenden Samstag
verzichtet. «Er wird keinem einen Platz wegnehmen, wenn es zurzeit
bei uns stärkere Fahrer gibt. Jan hat ja andere Prioritäten», sagte
Teamchef Rudy Pevenage.
In Frankreich wurde Klöden schon nach seinem Sieg im 10,2 km
langen Zeitfahren am Samstag auf den Col d'Eze etwas überschwänglich
als «neuer Ullrich» gefeiert. Der Vergleich stammt von Michel Gros,
dem sportlichen Leiter von Ex-Weltmeister Laurent Brochard
(Frankreich), dem Klöden die Show stahl und das Weiße Trikot des
Spitzenreiters bei der renommierten Rundfahrt nahm. Auch am Sonntag
verteidigte der 24-jährige Berliner, 1996 WM-Dritter im Zeitfahren
und seit 1998 Profi an der Seite Ullrichs, den Sieben-Sekunden-
Vorsprung und folgte Rolf Wolfshohl, der das «Rennen zur Sonne» als
bisher einziger Deutscher 1968 gewann. Die Abschluss-Etappe in Nizza
über 160 km gewann der Belgier Tom Steels.
Der gefeierte Newcomer gibt sich ganz bescheiden und drückt auf
die Bremse. «Das mit dem zweiten Ullrich ist Quatsch. Das ist hier
zwar eine gutbesetzte Rundfahrt, aber eben nicht die Tour, der Giro
oder die Vuelta. Ich habe schon im Prolog und bei den ersten Bergen
gemerkt, dass es bei mir gut läuft, ich drehe jetzt aber nicht durch.
Die Katalanische Woche ist mein nächstes Rennen», sagte Klöden vor
dem Start zur letzten Etappe. Nach einem Tagessieg im Vorjahr bei der
Portugal-Rundfahrt waren die Überraschungs-Erfolge vom Wochenende
seine Profi-Siege Nummer zwei und drei - und der große Durchbruch.
Teamchef Walter Godefroot schwärmte «Sensationell. Noch nie hatte
ich zu diesem Zeitpunkt des Jahres so viel starke Fahrer.»
Zabel feierte am Samstag beim parallel laufenden Tirreno-Adriatico
seinen fünften Saisonsieg in Luco Marsi nach 207 km in klassischer
Manier. In einem vorbildlich vorbereiteten Sprint verwies er Mario
Cipollini (Italien) und Jan Svorada (Tschechische Republik) auf die
Plätze und tat damit vor allem etwas für sein Selbstvertrauen. «Das
tut mir gut vor Mailand-San Remo», sagte der Telekom-Topsprinter, der
am Samstag die «Classicissima» zum dritten Mal gewinnen kann. Die
Chancen stehen in diesem Jahr besonders gut, weil seine Mannschaft so
stark wie selten sein wird. «Allerdings werden alle nur auf uns und
Erik gucken», fürchtet Pevenage besondere «Manndeckung» zum Weltcup-
Auftakt.
Trotz uneingeschränkten Rennbetriebs seit 11. Februar fährt
Ullrich zurzeit den Erwartungen etwas hinterher. Eine Magen-Darm-
Infekt zu Beginn der Woche brachte ihn zudem etwas aus dem Rhythmus.
Aber sein Chef Godefroot hatte für seinen Topangestellten, den auch
wieder einige Pfunde plagen, einen speziellen Trost parat Die
potenziellen Tour-Konkurrenten Marco Pantani (Italien) und Lance
Armstrong (USA), der bei Paris Nizza als Zuschauer nicht schlecht
über Klöden staunte, sind noch viel weiter zurück. Die Toursieger der
vergangenen beiden Jahre haben es in der laufenden Saison noch nicht
einmal auf je 400 Rennkilometer gebracht.
Andreas Zellmer, dpa
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