Team Telekom
Team Telekom 2000 mit vielen Möglichkeiten
Bjarne Riis bleibt "unter Vorbehalt"
30.11.99 - Der deutsche Erstdivisionär "Team Deutsche Telekom", dessen Kader sich in diesen
Tagen in Badenweiler zum ersten Saisonvorbereitungstreffen einfand, wird
mit insgesamt 22 Fahrern, soviele wie noch nie, in die neue Saison gehen unter der Führung der Kapitäne
Jan Ullrich und Erik Zabel. "Im Mittelpunkt unserer Saisonplanung steht natürlich
wieder die Tour de France mit einem hoffentlich gesunden Jan", so Teamchef Walter Godefroot
bei der Mannschaftspräsentation am Dienstag.
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Für eine Überraschung
sorgte am Dienstag in Badenweiler die Ankündigung, dass auch der 35 Jahre alte
Däne Bjarne Riis weiter als Rennfahrer im Aufgebot des Bonner Rennstalls
stehen wird. "Wir haben ihm einen neuen Vertrag angeboten, denn mit seiner Erfahrung kann
Bjarne für die Mannschaft wertvoll sein", so Godefroot, der vor
wenigen Monaten noch die "Aussortierung" von Riis, der in der Saison 1999
auch aufgrund von Verletzungen (Ellenbogenbruch im Juni) nur noch hinterhergefahren war, mehr oder weniger
als beschlossene Sache bezeichnet hatte. So ganz klar, ob, wie oder wo Riis
Rennen fährt, ist es ohnehin nicht, denn der Toursieger von 1996 nahm den Vertrag
"unter Vorbehalt" an, unterschrieben hat er noch nicht. Riis:
"Nur wenn ich bis Saisonbeginn völlig fit bin, fahre ich weiter."
Riis, der seit der Tour de Suisse im Juni kein Rennen mehr bestritten
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Zabel fährt "Down Under"
Telekom-Sprintstar Erik Zabel wird wie im Vorjahr seine Rennsaison
bereits im Januar bei der australischen "Tour Down Under" beginnen.
Neben Telekom starten bei der "Jacobs Creek Tour Down Under",
die vom 18. bis 23. Januar 2000 läuft, neben zwei lokalen Mannschaften die Profi-Rennställe
Credit Agricole (mit dem Aussie-Lokalmatador Stuart O’Grady),
Jack&Jones, Francaise des Jeux, AG2R (Ex-Casino), BigMat Auber,
Linda McCartney (mit Neuzugang Pascal Richard), Saeco,
und Farm Frites mit Lokalmatador Robbie McEwen.
Das Rennen der Kategorie 2.3 ist das Top-Radsportereignis in Australien und
findet dort grosse Beachtung in den Medien. Erik Zabel hatte in diesem Jahr
zwei Etappensiege bei der Rundfahrt geholt. Gesamtsieger war Stuart O'Grady.
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hat, ist selbst nicht sehr optimistisch, was
seine Zukunft als Rennfahrer angeht.
Er werde sich demnächst einer "Operation am Knie" unterziehen müssen
und habe ein "Problem mit den Armen", sagte der Däne am Dienstag. Riis: "Ich kann
noch nicht voll trainieren wegen meines Ellbogenproblems."
Zu den Zielen in der Saison 2000 ließen sich erwartungsgemäß weder Teamleitung noch Rennfahrer
von Team Telekom zu vollmundigen Ankündigungen hinreißen. "Die Tour de France mit Jan
als Kapitän steht bei uns im Mittelpunkt. In den Frühjahrsklassikern setzen wir wieder auf Erik",
so Godefroot, der im kommenden Jahr über einen Etat von rund acht Millionen Euro
verfügt.
Sechs neue Fahrer hat die Mannschaft von Kapitän Jan Ullrich für
die neue Saison verpflichtet, während mit Dirk Baldinger (zu Team Nürnberger),
Francesco Frattini (Karriereende) und Christian Henn (Karriereende) drei Fahrer
das Team verlassen haben bzw. mussten.
Unter den Neuen im Magenta-Dress stechen hervor der 25-jährige Kasache Alexander Vinokourov (von Casino),
dem viele Experten eine ganz grosse Zukunft vorhersagen, und der Italiener Gian Matteo
Fagnini (von Saeco), der als Sprinter-"Edelhelfer" nun Erik Zabel statt Mario Cipollini
zu Siegen führen soll. Daneben holte Goodefroot mit Stephan Schreck (23),
Matthias Kessler (23) und dem Österreicher Gerhard Trampusch (21) drei ganz junge
Leute ins Team, die künftig Ex-Telekom-Profi Mario Kummer,
zuletzt Trainer beim bayerischen Landesverband, betreuen wird.
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Die größten Hoffnungen der einzigen deutschen GS-I-Mannschaft ruhen
natürlich auf den Schultern von Jan Ullrich, der im Juli bei der Tour de France
seinen zweiten Triumph bei der Grande Boucle anpeilt und im kommenden Jahr
nach seinen Erfolgen im Spätsommer und Herbst 1999 bei Vuelta a España und Weltmeisterschaften
seine Saison nicht wie früher bereits gleich nach der Tour beenden wird.
Die Rollenverteilung in der Mannschaft bei Frankreich- und Spanienrundfahrt ist
klar, die in der Frühjahrssaison dafür weniger. Godefroot setzt hier
vor allem auf Zabel, der im letzten Jahr in den Massensprints etwa bei der Tour
nicht sehr erfolgreich war, dafür aber in den Klassikern mehrmals aufblitzen
ließ, dass hier noch einiges zu erwarten sein könnte von ihm. Dies gilt
natürlich für Mailand-San Remo, das er bereits zwei Mal gewann, aber
auch für Rennen wie Flandern-Rundfahrt und Amstel Gold Race.
Bei den Eintagesrennen vor allem in der ersten Jahreshälfte hat
Telekom jedoch außer Zabel noch weitere Fahrer, die für Siege
in Frage kommen, was der Sportdirektor auch ausdrücklich begrüßt:
"Außer bei der Tour, wo Ullrich der Chef ist, hat bei uns jeder seine
Chance, wenn er vorn mitfahren kann." Dies gilt
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Team Telekom 2000
Der Kader des "Team Deutsche Telekom" im nächsten Jahr:
Rolf Aldag (31)
Udo Bölts (33)
Alberto Elli (Ita/35)
Ralf Grabsch (26)
Giuseppe Guerini (Ita/29)
Jens Heppner (34)
Danilo Hondo (25)
Kai Hundertmarck (30)
Jörg Jaksche (23)
Andreas Klöden (24)
Giovanni Lombardi (Ita/30)
Bjarne Riis? (Den/35)
Jan Schaffrath (28)
Georg Totschnig (Aut/28)
Jan Ullrich (25)
Steffen Wesemann (28)
Erik Zabel (29)
Neu im Team:
Alexander Vinokourov (Kas/25), von Casino
Gian-Matteo Fagnini (Ita/28), von Saeco
Stephan Schreck (23) Neo
Matthias Kessler (23) Neo
Gerhard Trampusch (Aut/21) Neo
Abgänge:
Dirk Baldinger (Team Nürnberger)
Francesco Frattini (Karriereende)
Christian Henn (Karriereende)
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insbesondere für
Vinokourov, der in diesem Jahr die Valencia-Rundfahrt im Februar
gewonnen hatte und als grosser Favorit in die Fernfahrt Paris-Nizza
gegangen war, dort jedoch wegen eines Sturzes ausscheiden musste.
Im Februar, etwa bei einem Rennen wie Het Volk, fühlt sich auch Ralf Grabsch,
der bereits im Herbst vom "Team Cologne" zu Telekom gegangen war und als
einer der besten Helfer Jan Ullrich bei dessen Vuelta-Sieg unterstützte,
besonders wohl. Grabschs Ex-Sportdirektor Dieter Koslar traut dem
26-jährigen bei Frühjahrs-Klassikern einiges zu: "Der Ralf
ist viel zu gut, als dass man ihn nur als Helfer bringen sollte", so Koslar.
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