24.01.99 - Der südaustralische Lokalmatador Stuart O'Grady (Credit Agricole)
gewann am Sonntag die "Tour Down Under". Die 120km lange 6. und letzte Etappe, die weitgehend über
den (flachen) Formel-1-Kurs von Adelaide führte, gewann der Neuseeländer Graeme Miller
(Sunsmart-Team). O'Grady, dessen Führung bei der Schlußetappe nicht mehr
in ernsthafte Gefahr geriet, wurde Zweiter vor Erik Zabel (Telekom).
|
Bei der letzten Etappe am Sonntag wollte der im Gesamtklassement Zweitplazierte Jesper Skibby, dessen Jack&Jones-Team
neben Credit Agricole und ONCE eine der aktivsten Mannschaften der gesamten Rundfahrt war,
es noch einmal wissen, aber schon nach wenigen Kilometern wurde dem 34-jährigen dänischen
Radveteranen klar, daß sich O'Grady und sein Team an diesem Tage nicht mehr in
Gefahr bringen ließen.
"Wir haben alles versucht", so Skibby. "Aber Credit Agricole und besonders
Stuart waren sehr stark. Wir haben unser Bestes gegeben und wir sind
sehr zufrieden mit der Mannschaftsleistung. Ich freue mich jetzt auf den
Rest der Saison- alle unsere Fahrer sind sehr gut vorbereitet und sehr motiviert."
|
Am Rande
Erste Rundfahrt des 3. Jahrtausends
Der südaustralische Premierminister John Olsen wurde
bei der abschließenden Siegerehrung am Sonntag in Adelaide
zunächst mit lautstarken Buh-Rufen empfangen. Doch die negative
Stimmung wandelte sich schnell in Applaus, als der Politiker ankündigte,
daß die aus staatlichen Mitteln (u.a. mit dem Ziel der Tourismuswerbung)
mitfinanzierte "Tour Down Under" auch im Jahr 2000 stattfinden wird.
Die 2. Tour Down Under wird am 18. Januar 2000 gestartet und
bis zum 23.01. gehen. |
Neben dem zweiten Gesamtrang von Skibby holte der dänische Jack&Jones-Rennstall,
zu dessen Mitbesitzern bis vor wenigen Tagen auch Bjarne Riis gehörte
(s.a. Story: "In Dänemark will man inzwischen nicht mal mehr Geld von Riis"),
in Australien einen Etappensieg durch Nicolaj Bo Larsen sowie die Team-Wertung.
Als Mann der Stunde zeigte sich bei der Premieren-Ausgabe der Tour Down Under
der aus Adelaide stammende Stuart O'Grady. Mit einem furiosen Kraftakt sicherte
sich der Lokalmatador unter den Augen seiner Eltern und seiner Geschwister
bei der dritten Etappe am Donnerstag das Trikot des Gesamtbesten. Mit
der superben Unterstützung seiner Mannschaft,
insbesondere von dem Schweden Magnus Backstedt, den viele Experten mit dem
großen Franco Ballerini vergleichen,
brachten die Credit Agricoles das Trikot sicher bis ins Ziel der letzten Etappe.
"Ohne mein Team hätte ich das (Leader-)Trikot niemals getragen",
so Sieger O'Grady.
Dafür, daß es dennoch nicht langweilig wurde, sorgten
die bis zum Schluß attackierenden Rennställe Jack&Jones und ONCE, aber auch Erik Zabel,
der mit seinen souveränen Auftritten in den Sprint-Finals zwei Tagessiege
einfuhr.
In einem waren sich die Fahrer alle einig: Die Organisatoren der Tour Down
Under haben einen tollen Job gemacht. "Es war perfekt", so etwa Jesper Skibby.
"Sogar viele Organisatoren in Europa könnten von diesem Rennen noch
etwas lernen."
Nach diesem Lob war die Freude bei den australischen Radsport-Fans
umso größer, als der südaustralische Premierminister John Olsen
vor den zahlreichen Zuschauern bei der Siegerehrung ankündigte,
daß es auch im nächsten Jahr eine Tour Down Under geben wird.