Tour Down Under
O'Grady gewinnt zum zweiten Mal "sein" Rennen
Hundertmarck verpasst Gesamtsieg knapp: "Reise hat sich absolut ausgezahlt"
21.01.01 (rsn/dpa) - Der Kelsterbacher Kai Hundertmarck (Telekom)
hat den Gesamtsieg bei der "Tour Down Under" in Südaustralien
knapp verpasst. Der 31-Jährige musste sich mit zwei Sekunden
Rückstand Stuart O'Grady (Credit Agricole) geschlagen geben. In seiner
Heimatstadt Adelaide sicherte sich der Favorit durch eine Zeitgutschrift
beim ersten Sprint seinen zweiten Gesamtsieg bei der Rundfahrt nach
1999. Mit drei Sekunden Rückstand belegte der Italiener Fabio Sacchi (Saeco)
nach insgesamt 757 Kilometern Rang drei.
sich dadurch das Gelbe Trikot des
Spitzenreiters geholt. O'Grady startete zeitgleich von Gesamtrang zwei in
das 90 km lange abschließende Kriterium auf einem 4,5km-Stadtkurs in Adelaide. Auf der achten von
20 Runden belegte er bei einer Sprintwertung Platz zwei hinter dem
Cottbuser Danilo Hondo, ebenfalls vom Team Telekom, und bekam dafür
die entscheidende Zeitgutschrift.
Anschließend musste Hundertmarck eine Reifenpanne verkraften,
während sich an der Spitze eine Ausreißergruppe absetzte. Der
Tagessieg ging nach einer Solofahrt auf den letzten Kilometern an den
Australier David McKenzie (Linda McCArtney),
der im vergangenen Jahr mit einem Giro-Etappensieg auf sich aufmerksam gemacht
hatte. "Ich habe heute gute Beine gehabt in den letzten Kilomtern,
aber es hat trotzdem so weh getan wie bei meinem Giro-Etappensieg",
sagte McKenzie, der beim Giro 2000 nach einer Marathon-Soloflucht
gewonnen hatte.
"Ich wollte, dass früh eine Gruppe weggeht,
damit ich dann nur noch locker schauen brauchte, an Kai dranzubleiben.
Aber Saeco und Team Telekom wollten im ersten Zwischensprint
unbedingt mitmischen, da bin ich an Brownies (Graeme Brown)
Hinterrad und habe es da schon klar gemacht. Und als dann die Flucht wegging,
wusste Kai, dass er ein Problem hat, Ich konnte die letzten 50km in Ruhe dahinfahren (cruise)",
sagte O'Grady, der zusammen mit Hundertmarck am Ende im
Hauptfeld auf den Rängen 29 bzw. 30 ins Ziel kam.
An die 100.000 Zuschauer verfolgten nach Veranstalterangaben
den Schlussabschnitt in der südaustralischen Metropole.
Trotz des knapp verpassten Gesamtsieges zeigte sich Hundertmarck
zufrieden. «Wer hätte das gedacht, dass es hier schon so gut für uns
laufen wird», sagte der 31-Jährige. «Die Trainingsplanung mit
Südafrika im Dezember und die sofortige Weiterreise nach Australien
hat sich absolut ausgezahlt. Jetzt freue ich mich auf Zuhause.»
O'Grady war "over the moon" nach seinem zweiten Sieg bei
der Tour Dowen Under. "Ich habe in meiner Karriere
erst drei Etappenrennen gewonnen, zwei davon hier unten
vor meinen Fans. Heute ist ein ganz besonderer Tag",
so der Australier.
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