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64.Tour de Suisse
Ullrich: "Einen großen Formtest brauche ich nicht"
"Das Übergewicht ist meine Schwäche" / Ruhe und Gelassenheit bei Pevenage
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12.06.00 - "Mensch, ist Ullrich schlank geworden!", meinte am Montagabend
ganz spontan ein Journalist, der den deutschen Radstar erst vor gut
einer Woche zuletzt gesehen hatte. Doch der überraschend
schnelle Verlust von Ullrichs überzähligen Pfunden, die ihm
noch am Ende der Deutschland-Tour vor zehn Tagen deutlich ins Gesicht geschrieben waren,
ist | nicht der einzige Grund dafür, dass Ullrich und
Telekom- Sportdirektor Rudy Pevenage sich optimistisch gelassen gaben
am Vorabend der Tour de Suisse bei einem Treffen mit Pressevertretern im Teamhotel
in Forch bei Zürich.
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Die Telekom-Profis bezogen vor dem Start der Tour de Suisse, die
am Dienstag mit einem Mannschaftszeitfahren in Uster bei Zürich
beginnt, in einem schön gelegenen Landgasthof einige Kilometer
vom Startort entfernt Quartier. Zwar tobt auch in dem Städtchen Uster,
gut zehn Kilometer vor den Toren von Zürich gelegen, nicht gerade
das Leben, aber im "Gasthof Wassberg" herrscht wirkliche Ruhe.
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Die Telekom-Mechaniker hatten am Montag einen schönen Arbeitsplatz
Fotos (2): Volk
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Die Telekom-Mechaniker machen die Rennmaschinen der Profis
flott auf einer Terasse mit herrlichem Blick, während
nebenan ein paar Hotelgäste zu abend essen. Die einzige "Unruhe" kommt
in die Szenerie von ein paar Nachbarskindern, die sich quietschvergnügt
mit einem ergatterten Autogramm von Jan Ullrich davonmachen.
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Der Sportliche Leiter von Telekom Pevenage und sein Teamkapitän
ließen am Montag überhaupt keine Nervosität erkennen
vor dem letzten Test zur Tour de France, die bereits in 19 Tagen beginnt.
Grund zur Unruhe bestünde eigentlich genug: Der aktuelle Zustand der Konkurrenz müsste Ullrich
doch den Schlaf rauben: Titelverteidiger Armstrong und
sein Leutnant Tyler Hamilton, der Franzose Virenque, der Schweizer Alex Zülle,
selbst "Stehaufmännchen" Pantani - sie alle sind bereits längst
in Form, während sich der Toursieger von 1997 seine Form erst noch holen
will in den kommenden wenigen Tagen bis zum Tourstart am 1. Juli.
"Armstrong? US Postal? Zülle? Ich mache mir keine Gedanken um die anderen Mannschaften,
ich kenne die
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Kein Spezialtraining
Vor dem Mannschafts- zeitfahren am Dienstag machten die Telekom-Profis
im Gegensatz zu anderen Teams kein spezielles Training. "Ich habe mir den Kurs angeschaut.
Unsere Fahrer sind erfahren genug, Extra-Training brauchen wir nicht."
Pevenages TdS-Favoriten
"Man wird vor allem auf Garzelli und Casagrande achten müssen, die
haben sich ja (mit ihren Plätzen eins und zwei im Gesamtklassement beim Giro)
schön 'warmgefahren'. Unser Alberto Elli kommt mit dem Sieg in Luxemburg
im Rücken..."
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Stärken meiner Mannschaft", sagt Rudy Pevenage und streut
sogar Zweifel daran, ob es überhaupt gut ist, jetzt schon diese Form zu haben.
"Die Tour de France endet am 23. Juli und die letzte Woche wird ganz
entscheidend sein. Bis dahin sind es noch sehr viele Wochen. Nach meiner
Erfahrung ist es schwer, solange seine Form zu konservieren."
"Ich werde bei der Tour de Suisse bei den Etappen vorne mitfahren, solange es geht",
sagte Jan Ullrich am Montag zu seinen Zielen in der Schweiz. "Ich brauche jetzt
die Kilometer am Berg, intensive Kilometer an den hohen großen Bergen."
Und welches Resultat soll denn für den Telekom-Kapitän,
der in dieser Saison noch kein einziges vorzeigbares Ergebnis einfuhr,
herauskommen? Was wäre zufriedenstellend? Ullrich: "Ich weiß es selbst
nicht. Ich fühle mich gut. Ich weiß, dass ich jetzt in einer Phase bin, wo es
von Tag zu Tag besser geht. Aber wie weit vorne ich dann letztendlich
abschneiden werde, weiß ich nicht."
Im Jahr seines Tour de France-Siegs 1997 hatte Jan Ullrich Ende Juni eine Bergetappe der
Tour de Suisse gewonnen, war bei der Königsetappe Zweiter und belegte
im Schlussklassement Rang drei. "1997 war ich natürlich viel weiter.
Ich war damals nicht krank, konnte schon im Frühjahr
vorne fahren. Im Vergleich dazu habe ich dieses Jahr große Defizite", sagt Ullrich.
Aber: "Ein richtiger Formtest, ein Etappensieg, das ist schön für
die Moral, aber ich brauche das nicht unbedingt. Ich bekomme mein Selbstbewußtsein
auch dadurch, dass ich weiß, es geht jetzt von Tag zu Tag in Richtung Topform."
Jetzt, wo er sein Übergewicht (endlich) wieder los geworden ist,
gestand Jan Ullrich: "Das mit dem Übergewicht, das ist meine Schwäche
und ich hoffe, ich kriege das mal irgendwann in den Griff. Aber jeder
hat seine Probleme. Und das Übergewicht hat auch sogar etwas positives:
Weil ich das Gewicht den Berg mit hochschleppen muss, ist die Trainingswirkung
höher. Allerdings ist das so natürlich nicht geplant..." (kv)
Tour de Suisse: Übersicht
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