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64.Tour de Suisse
Camenzind verteidigt sein Goldtrikot mit Bravour
Secchiari gewinnt nach Alleinfahrt / Telekom vor den Tournominierungen

21.06.00 - Der 27-jährige italienische Saeco-Profi Francesco Secchiari hat am Mittwoch mit einem Solo die 9. Etappe der Tour de Suisse von St. Moritz nach Arosa über 190 km für sich entschieden. Der Italiener kam mit mehr als drei Minuten Vorsprung vor einer zersplitterten Verfolgergruppe ins Ziel. In der Gesamtwertung behauptete Oscar Camenzind einen Tag vor Abschluss der
Rundfahrt die Führung und steht damit vor dem Gesamtsieg.

Der Schweizer erreichte gemeinsam mit den wichtigsten Spitzenfahrern der Rundfahrt gut achteinhalb Minuten nach dem Tagessieger das Ziel. Camenzind hatte sich bei vielen Attacken nicht abschütteln lassen. Auch Telekom-Kapitän Jan Ullrich (Merdingen) war bis zum Ende der Etappe im Bilde und büßte nur wenige Sekunden auf Camenzind ein. In der Gesamtwertung rutschte der Merdinger auf Rang fünf ab. «Der Gesamtsieg ist nicht mein Ziel, ich ordne alles der Tour de France unter», hatte Ullrich immer wieder erklärt.

Am «Tag der Entscheidung» hatte Ullrich bei seinem Formaufbau für die «Große Schleife» auf dem bergreichen vorletzten Tagesabschnitt erneut einen guten Tag und zeigte sich bestens im Bilde. Vor allem auf den letzten schweren Kilometern hinauf nach Arosa ließ sich der Merdinger nicht von den ständigen Rhythmus-Wechseln der in der Gesamtwertung vorn Liegenden nervös machen und blieb konsequent in der Nähe von Spitzenreiter Camenzind und dessen Herausforderer Dario Frigo und Wladimir Belli aus Italien (beide Fassa Bortolo).

Für Teamchef Rudy Pevenage, der am (morgigen) Donnerstag seinen Vorschlag für die Tour-Mannschaft machen will, brachte der bisherige gute Auftritt seiner Fahrer mehr Fragen als Antworten. «Wir haben fast zu viel gute Fahrer, ich muss einige Leute enttäuschen, die es verdient haben, dabei zu sein», sagte der Belgier.

Bereits auf dem Weg zur ersten Bergwertung des Tages, dem 2 383 m hohen Flüela-Pass, hatte sich bei erneut enormer Hitze eine zehn Fahrer zählende Spitze frühzeitig auf den Weg gemacht, die bis zu elf Minuten Vorsprung herausarbeitete. Bestplatzierter der Ausreißer, unter ihnen auch Sven Teutenberg (Gerolsteiner), war der Österreicher Matthias Buxhofer, der in der Gesamtwertung mehr als 26 Minuten Rückstand hatte.

Für die Spitzenfahrer bestand daher kein Grund zum Reagieren. Während die Außenseiter ihren Vorsprung ausbauten, konnten die Favoriten Kraft für die schwere Schlussphase mit teilweise 18- prozentigen Anstiegen sparen. Unterwegs musste mit dem Schweizer Laurent Dufaux ein weiterer Spitzenfahrer das Rennen beenden. Auch Torsten Schmidt und Tobias Steinhauser vom Team Gerolsteiner gaben auf.

Erst beim Beginn des 25 km langen Anstiegs zum 1 738 m hohen Ziel in Arosa hatte sich Secchiari aus der Gruppe abgesetzt. Auch im verfolgenden Hauptfeld begannen die Spitzenfahrer auf dem letzten Anstieg mit Attacken, um in der Gesamtwertung noch Veränderungen zu erreichen. Der Franzose Richard Virenque und Belli verschärften das Tempo, aber Camenzind und auch Ullrich hatten keine Mühe, immer wieder zu kontern und den Anschluss zu halten. Erst sechs Kilometer vor dem Ziel hielt sich Ullrich mit seinen Begleitern aus den ständigen Angriffen heraus und ließ Camenzind, Wladimir Belli und Dario Frigo, die um den Gesamtsieg kämpfen, ziehen.

Camenzind, der im letzten Jahr am Anstieg ia Arosa einen schwarzen Tag erwischt hatte, musste nur einmal um seine "Pole Position" bangen, als der Gesamtdritte Wladimir Belli am Schlussanstieg attackierte. Der italienische Teamkollege von Camenzind, Gilberto Simoni, passte jedoch auf und half seinem Kapitän, die gefährlich Situation zu meistern. "Es war ein bißchen brenzlig", sagte Camenzind später. "Aber Gilberto hat mich sofort alarmiert und ich konnte schnell wieder zurückkommen.

Ergebnisse: Tour de Suisse

Tour de Suisse: Übersicht



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