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Tour de France |
64.Tour de Suisse Camenzind verteidigt sein Goldtrikot mit Bravour Secchiari gewinnt nach Alleinfahrt / Telekom vor den Tournominierungen
Der Schweizer erreichte gemeinsam mit den wichtigsten
Spitzenfahrern der Rundfahrt gut achteinhalb Minuten nach dem
Tagessieger das Ziel. Camenzind hatte sich bei vielen Attacken nicht
abschütteln lassen. Auch Telekom-Kapitän Jan Ullrich (Merdingen) war
bis zum Ende der Etappe im Bilde und büßte nur wenige Sekunden auf
Camenzind ein. In der Gesamtwertung rutschte der Merdinger auf Rang
fünf ab. «Der Gesamtsieg ist nicht mein Ziel, ich ordne alles der
Tour de France unter», hatte Ullrich immer wieder erklärt.
Am «Tag der Entscheidung» hatte Ullrich bei seinem Formaufbau für
die «Große Schleife» auf dem bergreichen vorletzten Tagesabschnitt
erneut einen guten Tag und zeigte sich bestens im Bilde. Vor allem
auf den letzten schweren Kilometern hinauf nach Arosa ließ sich der
Merdinger nicht von den ständigen Rhythmus-Wechseln der in der
Gesamtwertung vorn Liegenden nervös machen und blieb konsequent in
der Nähe von Spitzenreiter Camenzind und dessen Herausforderer Dario
Frigo und Wladimir Belli aus Italien (beide Fassa Bortolo).
Für Teamchef Rudy Pevenage, der am (morgigen) Donnerstag seinen
Vorschlag für die Tour-Mannschaft machen will, brachte der bisherige
gute Auftritt seiner Fahrer mehr Fragen als Antworten. «Wir haben
fast zu viel gute Fahrer, ich muss einige Leute enttäuschen, die es
verdient haben, dabei zu sein», sagte der Belgier.
Bereits auf dem Weg zur ersten Bergwertung des Tages, dem 2 383 m
hohen Flüela-Pass, hatte sich bei erneut enormer Hitze eine zehn
Fahrer zählende Spitze frühzeitig auf den Weg gemacht, die bis zu elf
Minuten Vorsprung herausarbeitete. Bestplatzierter der Ausreißer,
unter ihnen auch Sven Teutenberg (Gerolsteiner), war der Österreicher
Matthias Buxhofer, der in der Gesamtwertung mehr als 26 Minuten
Rückstand hatte.
Für die Spitzenfahrer bestand daher kein Grund zum Reagieren.
Während die Außenseiter ihren Vorsprung ausbauten, konnten die
Favoriten Kraft für die schwere Schlussphase mit teilweise 18-
prozentigen Anstiegen sparen. Unterwegs musste mit dem Schweizer
Laurent Dufaux ein weiterer Spitzenfahrer das Rennen beenden. Auch
Torsten Schmidt und Tobias Steinhauser vom Team Gerolsteiner gaben
auf.
Erst beim Beginn des 25 km langen Anstiegs zum 1 738 m hohen Ziel
in Arosa hatte sich Secchiari aus der Gruppe abgesetzt. Auch im
verfolgenden Hauptfeld begannen die Spitzenfahrer auf dem letzten
Anstieg mit Attacken, um in der Gesamtwertung noch Veränderungen zu
erreichen. Der Franzose Richard Virenque und Belli verschärften das
Tempo, aber Camenzind und auch Ullrich hatten keine Mühe, immer
wieder zu kontern und den Anschluss zu halten. Erst sechs Kilometer
vor dem Ziel hielt sich Ullrich mit seinen Begleitern aus den
ständigen Angriffen heraus und ließ Camenzind, Wladimir Belli und
Dario Frigo, die um den Gesamtsieg kämpfen, ziehen.
Camenzind, der im letzten Jahr am Anstieg ia Arosa einen schwarzen Tag erwischt
hatte, musste nur einmal um seine "Pole Position" bangen, als
der Gesamtdritte Wladimir Belli am Schlussanstieg attackierte.
Der italienische Teamkollege von Camenzind, Gilberto Simoni,
passte jedoch auf und half seinem Kapitän, die gefährlich
Situation zu meistern. "Es war ein bißchen brenzlig",
sagte Camenzind später. "Aber Gilberto hat mich sofort alarmiert
und ich konnte schnell wieder zurückkommen.
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