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64.Tour de Suisse
Ullrich verlor Goldenes Trikot an Oscar Camenzind
Camenzind: "Gesamtsieg wird schwer" / Ullrich mit Tour-Test "sehr zufrieden"

20.06.00 - Telekom-Kapitän Jan Ullrich hat am Dienstag das Goldene Trikot des Spitzenreiters bei der Tour de Suisse verloren. Auf der 8. Etappe über 166 km von Locarno nach La Punt musste Ullrich am Albula-Pass seine schärfsten Widersacher mit dem neuen Spitzenreiter Oscar Camenzind (Lampre) ziehen lassen und büßte knapp zwei Minuten ein. Den Tagessieg sicherte sich der italienische Giro-Sieger Stefano Garzelli (Mercatone Uno) vor seinem Landsmann Gilberto Simoni (Lampre) und dem Franzosen Richard Virenque (Polti).

Ullrich, der drei Tage lang Spitzenreiter war, rutschte auf dieser harten Etappe mit zwei Bergwertungen der Kategorie eins auf den vierten Platz ab. Er hat nun 1:41 Minuten Rückstand auf Camenzind, der genau wie Dario Frigo (14 Sekunden zurück) und Wladimir Belli
(beide Italien/26 Sek.) in der Spitzengruppe ankam. Ullrich, Tour-de- France-Sieger von 1997, hatte diesen Tagesabschnitt vor dem Start zusammen mit der 9. Etappe als «Scharfrichter» eingestuft.

«Ich bin sehr zufrieden, hatte das Spitzentrikot drei Tage. Auch heute bin ich gut über die Berge gekommen und habe nicht zu viel Zeit verloren. Diese Rundfahrt ist ein guter Test für die Tour. Ein bisschen muss ich noch an mir arbeiten, aber bis zum Tour-Start ist ja auch noch etwas Zeit», sagte Ullrich.

Fuhr am Dienstag zum vorerst letzten Mal im Gold-Trikot: Jan Ullrich

Auf dieser Etappe mit zahlreichen Ausreißversuchen konnte die Telekom-Mannschaft das Feld nur bis zum letzten Pass kontrollieren. Als letzter Telekom-Fahrer war Alberto Elli aus einer vier Fahrer starken Spitzengruppe zurückgefallen. Tadej Valjavec (Slowenien) hatte den Pass im Solo passiert und sah schon wie der Sieger aus. Auf der zehn Kilometer langen Abfahrt ins Ziel schloss zunächst noch Michele Bartoli zu ihm auf. Das Duo konnten seinen Vorsprung aber nicht behaupten, so dass am Ende zehn Fahrer um den Etappensieg kämpften.

«Nachdem ich am Vortag bei großer Hitze einen rabenschwarzen Tag hatte, habe ich heute am letzten Pass alles riskiert. Der Rundfahrtsieg wird schwer, denn es es wird nie ruhig gefahren», meinte Ex-Weltmeister Camenzind, der 1997 Zweiter bei der Tour de Suisse wurde, Fünfter im Vorjahr. Gefährlich können dem in seiner Heimat sehr populären "Ösi" eigentlich nur noch zwei Fahrer, die beiden "Fassa"-Profis Belli und Frigo. "Ich bin noch sehr vorsichtig im Hinblick auf den morgigen Schlussanstieg nach Arosa", sagte der neue Träger des Goldtrikots. "Letztes Jahr fiel da die Entscheidung und ich hatte einen schlechten Tag."

Ergebnisse: Tour de Suisse

Tour de Suisse: Übersicht



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