|
|
|
|
|
Index News-Übersicht Ergebnisse Teams Rennkalender Features Archiv
Tour de France |
64.Tour de Suisse Marco Fincato bringt Soloflucht erfolgreich ins Ziel Ullrich weiter im Goldtrikot / Gluthitze im Tessin / Läßt Telekom zuviele Körner?
Als Scharfrichter der Tour sieht der Merdinger Tour-de-France-
Sieger von 1997 nun die kommenden zwei Etappen an. «Es geht nicht
unbedingt um den Gesamt-Sieg bei der Schweizrundfahrt. Wichtig ist
die optimale Vorbereitung auf die Tour de France», wehrte Ullrich
alle voreiligen Glückwünsche vor der am Donnerstag zu Ende gehenden
Rundfahrt ab. «Ich habe aber auch keine Angst vor den Angriffen der
Konkurrenz», fügte er hinzu. «Ich habe nur ein wenig Sorge, dass die
Mannschaft zu schwer belastet wird», sagte Ullrich.
Seine Telekom-Mitstreiter kontrollierten am Montag jederzeit das
Geschehen und machten bei Gluthitze in den Bergen jeden Vorstoß von
Ullrichs gefährlichsten Konkurrenten zunichte. «Bei den letzten
beiden Anstiegen war das Team schon sehr gefordert. Ich bin sehr
zufrieden mit dem bisherigen Verlauf», äußerte Ullrich. Oscar
Camenzind, der mit 16 Sekunden Rückstand auf Ullrich Platz drei des
Gesamtklassements hinter dem Italiener Eddy Mazzoleni belegt, glaubt
den Beteuerungen des Telekom-Teams, den Rundfahrtsieg nicht unbedingt
anzustreben, nicht: «Wenn sie das Goldene Trikot nicht behaupten
wollten, würden sie nicht jeden Vorstoß attackieren», meinte der
Schweizer schon ein wenig verzweifelt.
Tagessieger Marco Fincato war am Montag am Ende der letzte "Überlebende"
einer Fluchtgruppe, die sich bereits nach 34km gebildet hatte.
U.a. waren mit dabei der Italiener Michele Bartoli (Mapei)
und der Schweizer Markus Zberg (Rabobank). Als die Ausreißer einen Vorsprung von drei Minuten aufs Feld
hatten, reagierte die Polti-Mannschaft, um den zweiten Gesamtrang von
Eddy Mazzolieni zu schützen.
Nach und nach wurde die Spitzengruppe immer kleiner bis
schließlich nur noch sechs Fahrer an
der Spitze waren: Bartoli, Zberg, Fincato, der Belgier
Chris Peers (Cofidis), der Italiener Fausto Dotti (Liquigas)
und der norwegische Gerolsteiner-Profi Svein-Gaute Holestol.
35km vor dem Ziel, am Anstieg von Pedrinate (424m)
attackierte dann Fincato und wurde bis ins Ziel nicht mehr
gestellt.
Der 29 Jahre alte Marco Fincato, der seine Profikarriere 1996
im Roslotto-Team begann, fuhr später zwei Jahre bei Marco Pantanis
Mercatone Uno-Truppe, wurde jedoch durch Verletzungen oft zurückgeworfen.
"Ich konnte leider nie für Pantani beim Giro
oder der Tour de France fahren", sagte Fincato mit Bedauern.
Im weiteren Verlauf der Tour de Suisse wird sich
der Etappensieger von Lugano in den Dienst seiner
Kapitäne Wladimir Belli und Dario Frigo stellen. Auf Letzteren
tippt übrigens Telekom-Sprecher Olaf Ludwig als Gesamtsieger.
"Wenn man hundertprozentig die Gesamtführung verteidigen will, kostet
das die Mannschaft unheimlich viele Körner. Der Preis (für einen Sieg in
der Schweiz) wäre für uns zu hoch. Unser Ziel ist die Tour de France.
Andere Mannschaften wie Lampre von Oscar Camenzind haben im Juli Urlaub,
die können und müssen jetzt alles geben", sagte
Ludwig am Montag.
|