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Tour de France |
64.Tour de Suisse Belohvosciks gewinnt Zeitfahren, Ullrich im Goldtrikot Rominger: "Ullrich jetzt Tourfavorit" / Ex-Weltmeister Camenzind in Lauerstellung
"Der Test ist gelungen, es lief
heute gut bei mir und ich freue mich, mal wieder ein Gelbes Trikot zu
tragen - aber wahrscheinlich nur für einen Tag", sagte ein noch
vorsichtiger Ullrich, der jetzt sogar Chancen auf den Gesamtsieg in
der Schweiz hat. 1997, im Jahr seines Toursieges hatte der
gebürtige Rostocker in der Schweiz Rang drei belegt.
Am
(morgigen) Sonntag steht die Königsetappe über 103 Km mit drei
Alpenriesen auf dem Programm.
«Danach werden wir sehen, ob Jan auf den Gesamtsieg fahren kann»,
sagte sein Teamkollege Steffen Wesemann (Wolmirstedt). «Bei diesen
Bergen kann man leicht drei, vier Minuten verlieren. Wir werden nicht
um alles um das Trikot kämpfen», sagte Ullrich. «Für mich ist Jan
jetzt wieder der erste Favorit für den Sieg bei der Tour de France»,
sagte der ehemalige Stunden-Weltrekordler und Tour-Zweite Tony
Rominger (Schweiz).
Ullrich, der in diesem Frühjahr nach verschiedenen
gesundheitlichen Rückschlägen wie in den Vorjahren nur schwer in
Tritt kam, macht im Moment bei der Tour de Suisse einen mächtigen
Leistungssprung nach vorne. Inzwischen scheint er trotz leichter
Gewichtsprobleme tatsächlich auf dem besten Weg zu seiner
angestrebten Tour-Form zu sein.
Auf dem schwierigen Zeitfahr-Parcours, der eine Bergwertung von
720 Metern Höhe aufwies, machte der aktuelle Zeitfahr-Weltmeister aus
Merdingen eine gute Figur. Schon nach der zweiten Zwischenzeit hatte
Ullrich theoretisch das «Gold-Trikot» vom ehemaligen Doping-Sünder
Pascal Herve (Polti) übernommen, der im Gesamtklassement auf
Rang vier zurückfiel.
«Wir hatten zum Teil unheimlichen Gegenwind. Am Morgen, als wir
die Strecke abgefahren waren, war es noch fast windstill. Ich bin
sicher, dass Jan heute das Leader-Trikot holt», sagte der deutsche
Meister Udo Bölts (Heltersberg) im Ziel des Zeitfahrens, als Ullrich
gerade gestartet war. Noch bei der Deutschland-Tour vor 16 Tagen
hatte Bölts Ullrich im Einzelzeitfahren in Herzogenaurach
überraschend bezwungen.
Vorjahressieger Francesco Casagrande (Italien), in diesem Jahr
unglücklicher Zweiter beim Giro d'Italia, erlitt bei einem Sturz
Schürfwunden am linken Bein. Besonders die steile Abfahrt vom 720 m
hohen Ollon hatte es in sich. Auf 6,6 km bis ins Ziel ging es zum
Teil steil bergab durch enge Kurven.
Stefan Nötzli, dpa
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