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64.Tour de Suisse
Rabobank mit bester Taktik: Boogerd im Goldtrikot
Belli gewann Etappe / Zberg: "Hauptsache das Goldtrikot bleibt im Team

  15.06.00 - Das holländische Rabobank-Team hat am Donnerstag mit einer hervorragenden Taktik die Gesamtwertung der Tour de Suisse umgekrempelt. Der Niederländer Michael Boogerd übernahm nach sehr offensiver Fahrweise von seinem Teamgefährten Markus Zberg die Führung in der Gesamtwertung und führt nun mit zehn Sekunden Vorsprung vor dem jungen Schweizer Marcel Strauss (Post Swiss). Den
Tagessieg bei der 3. Etappe von Rheinfelden nach Fribourg über 182 km holte sich der Italiener Wladimir Belli (Fassa Bortolo).

"Ich bin nicht sehr zufrieden mit meinem Abschneiden beim Giro, wo ich Siebter (im Gesamtklassement) wurde", sagte der in der Schweiz geborene Belli. "Ich fahre jetzt hier bei der Tour de Suisse auf eine möglichst gute Gesamtplatzierung, aber ich bin noch skeptisch im Hinblick auf die Berge."

Für den 28-jährigen Boogerd reichte in Fribourg der siebente und letzte Platz einer Spitzengruppe, die gut 30 Sekunden vor dem Feld mit den bislang zeitgleich vorn liegenden Zberg und Steffen Wesemann (Wolmirstedt) vom Team Telekom eintraf. Wesemann fiel auf den vierten Rang zurück (18 Sekunden zurück). Tagessieger wurde der Italiener Wladimir Belli, der sich noch kurz vor dem Ziel aus der Spitze absetzen konnte. «Wir mussten den taktischen Vorteil mit Boogerd in der Spitze ausspielen», sagte der entthronte Spitzenreiter Zberg. «Das Goldtrikot bleibt im Team.»

Auf dem welligen Kurs mit vier kleineren Bergwertungen hatte sich früh eine sechs Fahrer zählende Spitze abgesetzt, in der Boogerd als Bestplatzierter der Gesamtwertung nur 12 Sekunden Rückstand auf seinen Teamgefährten Markus Zberg (Schweiz) im Goldtrikot des Spitzenreiters hatte. Der Niederländer fungierte in der Spitze, die mehr als zwei Minuten Vorsprung herausfuhr, nicht nur als «Aufpasser» im Interesse seines führenden Teamgefährten. Boogerd attackierte selbst und sorgte gut 30 km vor dem Ziel dafür, dass die Gruppe sich auf drei Fahrer reduzierte: den Franzosen Christian Heule, den Spanier Juan Manuel Garate und Boogerd.

Aber das Feld, in dem sich die Telekom-Akteure lange zurückhielten, ließ Boogerd und seinen Begleitern keine Chance. An der letzten Steigung, einem 18-Prozent-Anstieg mit Kopfsteinpflaster, flogen die Verfolger heran. Lediglich der Niederländer konnte noch einmal kontern, zu ihm schlossen der Giro-Sieger Stefano Garzelli und Eddi Mazzoleni (beide Italien) auf, vier Verfolger um den Giro- Zweiten Francesco Casagrande und Belli folgten. Die so entstandene sieben Fahrer zählende Gruppe behauptete sich bis zum Ziel.

«Wir hatten es nicht nötig, zu viel Arbeit in die Verfolgung zu investieren», sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage. «Die schweren Tage kommen noch. Hier waren die vorn, die mit Bestform aus dem Giro kommen. Wir blicken dagegen in Richtung Tour de France. Die Mannschaft ist im Plan.»

Ergebnisse: Tour de Suisse

Tour de Suisse: Übersicht



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