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64.Tour de Suisse
Nur das Zeitlimit wurde Camenzind noch gefährlich
Pevenage: "Jan ist da, wo wir ihn hinhaben wollten" / Schlussetappe an Zanini

22.06.00 - Ex-Weltmeister Oscar Camenzind aus der Schweiz hat am Donnerstag die Tour de Suisse gewonnen, während für Telekom- Kapitän Jan Ullrich die Rundfahrt den erhofften Formzuwachs für die Tour de France gebracht hat. Ullrich beendete die Tour de Suisse auf Platz fünf. Letzter
Etappensieger wurde der Italiener Stefano Zanini, der sich im Spurt einer fünf Fahrer zählenden Spitze durchsetzte. Das Feld kam mit 7:30 Minuten Rückstand ins Ziel.

Ullrich, der Tour-de-France-Sieger von 1997, hat sich bei der Tour de Suisse wie erwartet mit bestem Erfolg an die Form für die Frankreich-Rundfahrt herangearbeitet. Der 26-jährige Merdinger hat auf der 1 358 km langen Zehn-Etappen-Fahrt mit sechs schweren Alpen- Pässen alle Kritiker verstummen lassen, als er drei Tage lang mit überzeugenden Leistungen das Goldtrikot des Führenden auf der Schulter hatte und nichts mehr an die Gewichts- und Gesundheitsprobleme des Tour-de-France-Siegers von 1997 erinnerte. Am Sonntag will er bei der deutschen Meisterschaft in Heppenheim sein letztes Rennen vor dem Tourstart bestreiten.

Dass der Telekom-Kapitän schließlich noch auf den fünften Platz in der Gesamtwertung zurückgefiel, blieb für sein Team ohne Bedeutung. «Der Weg nach Frankreich ist jetzt klar vorgezeichnet. Jan ist da, wo wir ihn hinhaben wollten», sagte Telekom-Mannschaftsleiter Rudy Pevenage, der noch am Abend seine Tourmannschaft vorstellte.

Für den überzeugenden Gesamtsieger Oscar Camenzind steht dagegen erst einmal Urlaub an, aber der 28-jährige Ex-Weltmeister aus der Schweiz ist darüber überhaupt nicht glücklich. Sein Lampre-Team wurde überraschend nicht zur Tour de France eingeladen. Auf dem letzten Tagesabschnitt von Herisau nach Baden über 177,9 km reichte dem Schweizer ein Platz im Hauptfeld zum Gesamterfolg.

Auf dem letzten Tagesabschnitt hatte sich bereits früh angedeutet, dass die in der Gesamtwertung zu kurz gekommenen noch einmal etwas für ihre Reputation tun wollten. Erst war es eine knapp zehn Fahrer zählende Ausreißergruppe u.a. mit Sven Teutenberg (Gerolsteiner). Als die gestellt wurde, entkamen fünf Fahrer: Stefano Zanini (Mapei), Marc Lotz (Rabobank), Ellis Rastelli (Liquigas), Marcel Strauss (Post Swiss) und Thomas Mühlbacher (Gerolsteiner). Der Österreicher hatte als Bestplatzierter mehr als 25 Minuten in der Gesamtwertung Rückstand auf Camenzind, deshalb ließ man sie ziehen.

Der Spitzenreiter geriet aber doch noch einmal in Gefahr: In der Endphase war der Vorsprung der Außenseiter so groß, dass über Tourfunk die Warnung an das Lampre-Team von Camenzind ausgesprochen wurde, die Fahrer des Feldes befänden sich bereits jenseits der für die Etappe festgelegten Karenzzeit. Nach den Wettkampfbestimmungen hätte dies den Ausschluss bedeutet. Noch am letzten Tag gaben mit den Belgiern Franck Vandenbroucke und Johan Museeuw zwei Prominente auf.

Ergebnisse: Tour de Suisse

Tour de Suisse: Übersicht



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