21.07.99 -
Vier Tage vor seinem nun praktisch sicheren Sieg bei der 86. Tour de France
hat Lance Armstrong zum Gegenangriff angesetzt gegen die Medien, die ihn seit
er den Prolog in Puy du Fou am 3. Juli gewann, immer wieder des Dopings bezichtigten
und die "Sauberkeit" seines Erfolges anzweifelten. Am Mittwoch bestritt
Armstrong erneut jegliches Doping und attackierte "einen Geier-Journalismus",
der nur das Ziel habe ihn "zu verfolgen".
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"Es ist wahr, daß schwache Spuren von Kortison in meinem Urin festgestellt
worden sind. Das war nur an einem Tag. Das beweist, daß es
sich um keine systematische Behandlung handelte. Sie müssen
nun entscheiden, ob ich lüge oder die Wahrheit sage", so Armstrong
zornig bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, als wiederum Dopingvorwürfe
erhoben worden waren, die
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Lance Armstrong
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jedoch von offizieller Seite durch die UCI
ausgeräumt wurden. (s.a. Bericht: "UCI: Armstrong war nicht gedopt")
Armstrong sagte, er habe "eine Salbe benutzt, die Kortison enthielt, wegen
eines Problems, das viele Fahrer kennen, ein Problem mit dem Sattel. (...)
Die Zeitung Le Monde (die die Kortison-Story zuerst gebracht hatte, die Red.)
ist hier, um Artikel über Doping zu schreiben und, was mich angeht,
gibt es kein Doping", so Armstrong, der seinen Ärger nur mit Mühe unterdrücken konnte.
Die Artikel von "Le Monde" bezeichnete Armstrong, der
am Mittwoch erstmals seit einigen Tagen sich wieder bei der offiziellen Pressekonferenz
am Ende der Etappe zeigte, als "Geier-Journalismus".
"Es ist ein Journalismus, der einen zur Verzweiflung bringen soll. Ich werde
verfolgt", so Armstrong.
Le Monde hatte am Mittwoch geschrieben, bei einer Dopingkontrolle
nach der ersten Etappe am 4. Juli sei Armstrong positiv auf Kortison getestet
worden.
"Le Monde beschimpft mich als Lügner oder einen, der dopt.
Das ist nicht wahr! Genausowenig wie ich eine Ausnahmegenehmigung der UCI habe,
verbotene Produkte zu nehmen", so der 27-jährige, der erst vor eineinhalb Jahren
von einer Krebserkrankung genesen ist.
Armstrong machte bei der Pressekonferenz einen sehr souveränen und beherrschten Eindruck.
Er wich keinen Fragen aus und akzeptierte anschließend die Einladung zu der
Fernsehsendung "Velo Club", in der er seine Äußerungen noch mal wiederholte.
Er habe "nie geglaubt, daß eine Salbe wegen eines Sattelproblems
einmal als Doping ausgelegt werden könnte".
Der US Postal-Profi, der in den letzten Tagen von seiner Mannschaft weitgehend
abgeschirmt wurde, damit er sich auf das Rennen konzentrieren konnte,
sagte: "Ich hatte in den letzten Tagen, in den Bergen, viele Probleme auf dem Rennrad.
Die Pyrenäen waren das letzte Hindernis vor dem Sieg. Ich weiß,
daß in diesem Jahr viel mehr Journalisten hier sind, wegen dem, was letztes
Jahr passiert ist. Diese Journalisten wollen nur, daß ich einbreche.
Wegen denen wollte ich nicht einbrechen, auch nicht an den schlechten Tagen.
Ich wünschte mir, daß alle etwas professioneller arbeiten."
Mit einem Schuß Humor fügte Armstrong an:
"Wenn man sagt, daß Krebs durch Stress verursacht wird, kann man jedem mit Krebs nur raten,
sich von der Tour de France fernzuhalten. Denn die Tour verursacht zu viel Stress..."
"Meine Geschichte ist ein kleines Wunder und ich kann nur allen Krebskranken
raten, sich zuallererst auf sich selbst zu verlassen", so der erste Träger
des Gelben Trikots, der zuvor an Krebs erkrankt war.