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Tour de France |
Interview mit Erik Zabel "Grünes Trikot? Etappensieg geht vor"
dpa: Im Vorjahr war er für Sie unbezwingbar und gewann vier
Etappen. Ist es schade, dass Mario Cipollini die Tour wegen seiner
Trainingsverletzungen abgesagt hat?
dpa: Wer sind Ihre Hauptkonkurrenten in den zu erwartenden
Massensprints?
Zabel: «Tom Steels, dessen Mapei-Team ist wohl in diesem Jahr am
ehesten in der Lage, einen Massenspurt vorzubereiten. Stuart O'Grady
ist in seinem Team Credit Agricole nicht die Nummer eins (das Team hat u.a. den Tourdritten von 1998,
Bobby Julich dabei, die Red.), sie werden
sich ähnlich wie wir nicht mit voller Kappelle reinklinken. Ansonsten
muss man noch mit Jan Kirsipuu, George Hincapie und hoffentlich auch
Zabel rechnen. Oh, sorry, Marcel Wüst hätte ich fast vergessen und
Robby McEwen.»
dpa: Wenn sie die Wahl hätten: Etappensieg oder zum fünften Mal
das Grüne Trikot in Serie, was wäre wichtiger?
Zabel: «Der Etappensieg, möglichst früh. Dann kann man mit freiem
Rücken fahren und hat zudem bereits etliche Punkte für das Trikot auf
dem Konto. So toll ist es auch nicht, jeden Tag
Geb. 7.Juli 1970 in Berlin
Größte Erfolge:
Milan-San Remo 1997, 1998 und 2000,
Paris-Tours 1994,
Amstel Gold Race 2000,
Deutscher Meister 1998,
Berner Rundfahrt 1993, Rund um Köln 1996, trofeo Luis-Puig 1997 und 2000,
Scheldepreis 1997, Rund um Berlin 1997, Henninger Turm 1999,
Etappensiege: Tirreno-Adriatico (7), Tour de Suisse (3), Quatre Jours de
Dunkerque (3), Semana Catalana (5), Tour de l'Avenir (4), Katalonien-Rundfahrt (2)
dpa: Was sagen Sie zur neunköpfigen Tour-Mannschaft?
Zabel: «Die ist Klasse. Aber ich bedaure es sehr, das Rolf Aldag
nicht mit dabei ist. Das war die Entscheidung von Walter Godefroot,
der nun einmal nur neun Fahrer schicken kann. Er hatte in diesem Jahr
ein 'Luxus-Problem', zu viele gute Fahrer und sechs bereits im
Vorfeld fest nominiert. Für Aldag ist es nicht einfach. Das Jahr 2000
ist für Rolf ein verlorenes Jahr. Ich wollte ihn gern an meiner Seite
haben. Die deutsche Mesiterschaft war wenigstens ein kleiner Trost
für ihn. Besonders beim Mannschaftszeitfahren wird er uns fehlen.»
dpa: Sie führen souverän im Weltcup, der geht nach der Tour
weiter. Wird das in Frankreich eine Rolle spielen?
Zabel: «Ich werde versuchen, den Gedanken daran drei Wochen lang
zu verdrängen. An den Weltcup denke ich wieder im August, da sind es
dann zum Glück nur drei Einzelrennen, jeweils mit einer Woche Pause.
dpa: Sie haben ein sensationelles Frühjahr hinter sich, ist die
Form überhaupt so lange zu konservieren?
Zabel: «Das geht, wenn man sich zu Pausen zwingt. Aber die waren
mehr als kurz. Eigentlich wollte ich im Mai etwas kürzer treten. Aber
wenn man die Deutschland-Rundfahrt fährt und sieht, was sich da am
Straßenrand tut, dann geht das eben nicht. Du kannst nicht im
Telekom-Trikot fahren und dabei etwas kürzer treten. Ich bin jetzt
ein wenig angeschlagen. Bei der Katalonien-Rundfahrt hatte ich etwas
Sorgen in den Bergen, musste mich quälen. Aber, vielleicht ist das
ein gutes Omen. Im Vorjahr kam ich zwar besser über die Berge, aber
da hat es eben nicht zum Etappensieg gereicht.»
Die Fragen stellte Jürgen Strauß
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