|
|
|
|
|
Index News-Übersicht Ergebnisse Teams Rennkalender Features Archiv
Tour de France |
87.Tour de France Godefroot hätte lieber eine Fußball-Elf berufen Letzte Tour für Bölts und Heppner / Retourkutsche für Totschnigs Kritik?
Für die Tour-Auswahl, die vom wieder in
Form gekommenen Jan Ullrich (Merdingen) und Topsprinter Erik Zabel
(Unna) angeführt wird, blieben Rolf Aldag (Ahlen), Georg Totschnig
(Österreich) und Jörg Jaksche (Ansbach) auf der Strecke. Der noch
amtierende Deutsche Meister Udo Bölts (Heltersberg/33) und Jens
Heppner (Gera/36) nehmen vom 1. Juli an ihre wahrscheinliche letzte
Tour in Angriff.
Die sechs Fahrer Ullrich, Zabel, Alexander Winokurow (Kasachstan),
Alberto Elli, Giuseppe Guerini und Gian-Matteo Fagnini (alle Italien)
galten als gesetzt. Für die letzten drei freien Plätze hatte
Godefroot, der an der Aufstellung zusammen mit seinen Kapitänen und
Co-Teamchef Rudy Pevenage bastelte, sechs Kandidaten. «Aldag ist
genau so gut wie die anderen, aber er kommt den Berg ein bisschen
schlechter hoch als Bölts. Totschnig ist im Moment gut in Form, hatte
aber in den letzten zwei Jahren bei der Tour immer ein, zwei schwache
Tage. Er geht schneller kaputt als andere», nannte der Chef Gründe
für die Auswahl.
Im Fall Totschnig, der vor zwei Wochen die Österreich-Rundfahrt
gewann, könnte der Verzicht das Ende seines Telekom-Engagements
bedeuten. Sein Vertrag mit den Bonnern läuft Ende des Jahres aus und
er hat vor Kurzem auch eigene Ambitionen geäußert. Vielleicht wurde
dem Tiroler auch die Kritik zum Verhängnis, die er zum Jahresbeginn
an Ullrich geäußert hatte und dann widerrief. Heppner zum Beispiel
hat seine erneute Tour-Nominierung auch der Fürsprache seines
ständigen Zimmer-Nachbarn und Trainingspartners Ullrich zu verdanken.
Godefroot: «Das spielte eine Rolle».
Ab 1. Juli erwartet Godefroot von seinen Kapitänen Großes. Ullrich
soll seinen Triumph von 1997 wiederholen und Zabel das Grüne Trikot
Nummer fünf und mindestens einen Etappensieg holen, nachdem er in
dieser Beziehung in den vergangenen beiden Jahren leer ausgegangen
war. «Jan ist bereit. Es ist aber gut, dass an seiner Form noch ein
bisschen fehlt. 1997 war er zum Tourbeginn weiter, bekam dann in der
letzten Woche aber Schwierigkeiten. Diesmal läuft es vielleicht
anders», hofft Godefroot.
Für Mannschafts-Sprecher und Ex-Profi Olaf Ludwig war das jetzige
Teammitglied Fagnini im Vorjahr mitverantwortlich für die Seriensiege
des italienischen Sprint-Stars Mario Cipollini, der diesmal nicht am
Start ist: «Zwei der vier Etappensiege gingen auf Fagninis Konto, der
die Spurts meisterhaft vorbereitet.» Bei Zabels Mailand-San Remo-Sieg
harmonierten beide im März hundertprozentig.
Andreas Zellmer, dpa
22.06.00 Telekom-Tourteam mit Altersschnitt von 30,5 Jahren |