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87.Tour de France
Armstrong "etwas weniger nervös als letztes Jahr"
Amerikaner wehrt sich gegen Kritik der französischen Presse: "Ça suffit!"

29.06.00 - Bei seiner ersten Pressekonferenz vor der Tour de France am Donnerstagabend in Poitiers attackierte Titelverteidiger Lance Armstrong (US Postal) die französische Presse, in der dem Amerikaner zuletzt u.a. vorgeworfen worden war, er gebe Interviews nur noch gegen Bezahlung. Der in Nizza lebende Texaner, der ansonsten Englisch spach, griff nur einmal zur französischen Sprache: "Ça suffit! (Es reicht!)", sagte Armstrong an die Adresse der Presse.

Ein Reporter fragte Armstrong, was dran sei an einem Zeitungsbericht, wonach er Interviews nur noch gegen Bezahlung gebe. "Das ist absurd und lächerlich", erwiderte der Radstar aus Übersee. "Ich muss betonen, dass meine Presseinterviews immer kostenlos waren und sein werden.
Andererseits ist es normal, dass Dinge auf der Ebene der Sponsoren nur gegen Bezahlung erfolgen."

Zornig zeigte sich der Toursieger, weil in der Presse zum Teil seine Klasse "angezweifelt" werde. "Warum ein Champion, der seine Klasse seit seinen Anfägen bewiesen hat, solche Lästerer (detractors) hat, weiß ich nicht. Ich bin doch nicht neu im Radsport. Ich war Weltmeister 1993. (Diese Attacken in der Presse) müssen mal aufhören. Ça suffit!"

Armstrong sagte, er sei vor der am Samstag beginnenden Tour "etwas weniger nervös als letztes Jahr" zur selben Zeit. "Ich verlasse mich auf meine physische Form und auf mein Team", so der US Postal-Kapitän. Wenn er in diesem Jahr seinen Triumph nicht wiederholen könne,

Tour-Notizen

  Voigt und Co. bei Bugatti Die Crédit Agricole-Equipe trainierte am Donnerstag auf der Autorennstrecke "Circuit Bugatti" in Mans. Bobby Julich, Jonathan Vaughters, Jens Voigt und Co. trainierten eine Stunde lang für das 70km-Teamzeitfahren der vierten Etappe.

  Staatsbesuch Am 11. Juli, bei der elften Etappe der Tour de France zwischen Bagnères-de-Bigorre und Revel im Department Haute-Garonne wird der französische Premierminister Lionel Jospin der Tour einen Besuch abstatten. Der Tagesabschnitt führt durch Cintegabelle, wo der Politiker seinen Wahlkreis hat.

dann "würde ich auch nicht in der Anonymität verschwinden".

Seine Motivation sei heute so stark wie eh und je, so der 29-Jährige. Es sei nicht richtig, dass sich seine Antriebskraft verringert habe. "Ich liebe, was ich tue. Ich praktiziere diesen Sport nicht wegen des Geldes oder wegen des Ruhms. Das würde ich nicht vermissen, wenn es nicht mehr da wäre. Meine Motivation wäre nicht beeinträchtigt", so der hochbezahlte "Nike"-Star. "Ich will immer noch beweisen. dass man eine Krebserkrankung überwinden und in den Spitzensport zurückkommen kann."

Zu seinem jüngsten Absagen bei der Katalonien-Rundfahrt und dann bei der Route du Sud sagte Armstrong, dass er nach seinem starken Rennen bei der Dauphiné, "die härter war als letztes Jahr", eventuell zu früh vor der Tour in Topform gekommen wäre.

"Mit US Postal haben wir überhaupt noch keine Erfahrung mit dem Mannschaftszeitfahren", erklärte Armstrong mit Blick auf die vierte Etappe. "Aber mit Motorola vor fünf Jahren war es genau das gleiche und wir haben ein sehr gutes Rennen gefahren."

Tour de France: Übersicht



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