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Tour de France |
87.Tour de France Viele alte Bekannte, aber auch viele offene Fragen Ist EPO-Doping passee? Wer sind die Favoriten? Wie sind Ullrichs Chancen?
Nachträgliche EPO-Tests
Zwei Jahre nach dem Festina-Dopingskandal von 1998,
bei der die Tour haarscharf ihrem Abbruch entkam,
ist beim EPO-Doping, das im Zentrum des Skandals stand,
"die Wende geschafft", wie der Chef des Labors,
das die neuen EPO-Nachweise entwickelt hat, glaubt.
Zwar wird die Nachweismethode noch nicht
bei der Tour de France Anwendung finden, weil die wissenschaftliche Anerkennung
noch nicht "wasserdicht" ist. Die UCI fand jedoch eine salomonische
Lösung, wie man dennoch das neue Verfahren nachträglich
anwenden kann: Die Urinproben der Fahrer werden eingefroren und
später getestet auf EPO. Dass das Verfahren
in "ein, zwei Monaten" angewandt werden kann, davon ist Jacques de Ceaurriz,
an dessen Dopinglabor in Chateny-Malabry das Verfahren entwickelt wurde, überzeugt:
"Die Wissenschaft steht der Methode sehr positiv gegenüber. Die 'nachträgliche' Lösung ist eine
Art juristische Vorsorgemaßnahme: Man will auch vor diesem Hintergrund alles hieb- und stichfest haben."
Zwar wird es auch mit einem neuen Nachweisverfahren wohl immer einzelne Fahrer geben,
die mit EPO (oder mit anderen Mitteln) zu manipulieren versuchen, doch
die epidemieartige Verbreitung des Dopinghormons Erythropoietin im Radsport
gehört der Vergangenheit an. Die Tour 2000 verspricht eine der
"saubersten" der letzten zwanzig Jahre zu werden.
Die Favoriten
Auf Zeitfahrspezialisten, Rouleurs, scheint die Tour 2000
auf den ersten Blick nicht zugeschnitten zu sein. Die beiden
Einzelzeitfahren der Tour de France sind zusammen
nur 75km (16km + 58,5km) lang, 1999 gab es insgesamt 118 km Einzelzeitfahren.
Allerdings muß man in diesem Jahr das 70km lange Mannschaftszeitfahren
mit dazurechnen, das voll in der Gesamtwertung zählt (bei
einem maximalen Zeitverlust von 7 Minuten). Eine Besonderheit
ist das lange Zeitfahren zum Auftakt, das wegen seiner Länge (16,5km)
nicht Prolog heißt, sondern gleich die erste Etappe ist.
"Da muß man schon aufpassen", sagt Jan Ullrich im Hinblick darauf.
"Da kann man schon relativ viel Zeit verlieren."
"Pantani kann froh sein. da es nur ein großes Zeitfahren gibt", sagte Titelverteidiger Lance Armstrong,
der ebenso wie Jan Ullrich seinen Vorsprung im Zeitfahren
holen und in den Bergen verteidigen will. Armstrong sagt, das "Zeitfahren (der 19. Etappe zwischen Freiburg und
Mulhouse über 58,5km) findet nicht weit von Ullrichs Heimatort statt.
Aber ich glaube nicht, dass das soviel ändert", so der Amerikaner.
Mit Armstrong, Ullrich und dem wie Phönix aus der Asche auferstandenen Marco Pantani
hat die 87. grande boucle drei Favoriten, die
alle in etwa die gleichen Chancen haben, zum zweiten Mal in ihrer Karriere
das wichtigste Rennen der Welt zu gewinnen. Eine derartige Spannung versprechende
Ausgeglichenheit gab es selten in der 97-jährigen Geschichte der Frankreich-Rundfahrt.
Neben den drei Topfavoriten gibt es noch eine Reihe Fahrer,
die auch ganz vorn mitmischen wollen und die auch das Zeug dazu haben.
Dazu gehört in erster Linie der Tourzweite des letzten Jahres,
Alex Zülle, der in diesem Jahr alles auf die Tour ausgerichtet hat.
Auch der Spanier Abraham Olano, der schon so oft Ehrenplätze bei großen Rundfahrten
belegt hat und dessen Landsmann Fernando Escartin, im Vorjahr Dritter,
haben das Potenzial, einen Podiumsplatz zu erobern, ebenso der Franzose
Richard Virenque, der außerdem sein sechstes (!) Bergtrikot
in Forlge anpeilt.
Mit Spannung wird man auch beobachten, wie
sich Laurent Jalabert und Frank Vandenbroucke
schlagen. Beide, der "alte" Franzose und der junge Belgier, wollen
es bei der Tour 2000 beweisen, dass auch sie, die bei Klassikern
schon viel Großes vollbracht haben, bei der "Großen Schleife"
bestehen können.
Die voraussichtlichen Höhepunkte
Eine Vorentscheidung der Tour 2000 fällt
bereits am 4. Juli beim Mannschaftszeitfahren, das erstmals
seit 1995 wieder im Programm der Tour ist.
Spannung verspricht die (einzige) Pyrenäenetappe
am 10. Juli, bei der zwei Ehrenkategorie-Berge zu bewältigen sind.
Nach den Pyrenäen folgen drei Alpenetappen, von
denen es die erste besonders in sich hat:
Bei der Monumentaletappe am 15. Juli folgen hintereinander
Col d'Allos (2250 m/1.Kat), Vars, (2109m/1.Kat) und Izoard (2360m/Ehrenkat.).
Die endgültige Entscheidung bei der Tour fällt
bei der 19. Etappe, dem Zeitfahren zwischen Freiburg und Mulhouse.
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