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87.Tour de France
Grande boucle mit Schwarzwald-Romantik
Futuroscope und mittelalterliche Städte - Faszinierende Orte

21.06.00 - Bei der härtesten Rundfahrt der Welt steht diesmal Schwarzwald-Romantik auf dem Programm. Wenn die 87. Tour de France am 1. Juli im französischen Freizeitpark Futuroscope der Startschuss fällt, läutet er in Freiburg den Countdown ein. Denn die 18. Etappe von Lausanne nach Freiburg haben die Organisatoren diesmal dem Tour-Sieger von 1997, Jan Ullrich, gewidmet, der in Freiburgs Nachbarort Merdingen wohnt.

In Lausanne wollen sie tags zuvor dem Internationalen Radsport-Verband UCI zum 100-jährigen Bestehen ihre Reverenz erweisen - 50 Jahre nach dem Tour-Sieg des Schweizers Ferdi Kübler. Es sind die einzigen beiden Auslandsetappen der diesjährigen Tour.

Freiburg rüstet sich fast 25 Jahre nach der Einfahrt des Gelben- Trikot-Trägers Dietrich Thurau erneut für die Ankunft der Tour de France. Ein zweitägiges Riesenspektakel ist geplant, wenn die Tour- Karawane am 20. Juli mit Hunderten von Fahrzeugen und rund 1 000 Medienvertretern einzieht. Ein Fest für die gesamte Region im Dreiländereck mit Frankreich und der Schweiz soll das Ereignis im Jahr des Millenniums werden. Freiburg ist eine der 21 Etappen, über die die Pedalritter auch in diesem
Für faszinierende Blickwinkel sorgen die Tour-Organisatoren in jedem Jahr. Bild von der zweiten Etappe der Tour 1999.
Jahr wieder über die schmale Straße zum Glück strampeln. Die Zielorte, die dafür viel Geld zahlen müssen, überbieten sich meist mit örtlicher Folklore und anderen Darbietungen. Für sie ist die Tour die große Chance, ihre Orte ins rechte Licht zu rücken.

Ob das erstmals angefahrene mittelalterliche Städtchen Loudun oder die einstige bretonische Bastion Vitre: Es sind faszinierende Orte, die vom Bekanntheitsgrad hinter den anderen Etappenzielen wie der Loire-Stadt Tours, der Porzellan-Metropole Limoges, der Wallfahrtsstätte Lourdes oder der alten Papst-Stadt Avignon noch weit hinterherhinken. Der Rad-Klassiker aus Deutschlands Nachbarland wird sie rechtzeitig zum Ferienbeginn für ein paar Stunden aus ihrer Verschlafenheit aufschrecken.

In diesem Jahr werden wohl vor allem die Bergfans auf ihre Kosten kommen, denn die Tour führt kaum die Küste entlang. Die Bürgermeister vor allem der bretonischen Badeorte werden es sicher arg bedauern - die Tour hätte ihnen nach dem Öl-Desaster durch den untergegangenen maltesischen Tanker «Erika» die dringend benötigte touristische Aufwertung geben können. Auftakt der Tour ist der 1986 eröffnete Freizeitpark «Futuroscope» bei Poitiers. Der bei den Franzosen überaus beliebte Park war in der Vergangenheit vor allem von Spaniern besucht worden, die auf dem Weg nach Paris waren.

Die sehr gute Hotel-Infrastruktur sowie das Angebot des auf High- Tech-Filmeffekte spezialisierten Geländes machten ihn zum beliebten Zwischenstopp. Er litt jedoch ein wenig darunter, dass er für Paris- Urlauber nur schwer erreichbar war. Ein vor wenigen Tagen in Betrieb genommener eigener TGV-Bahnhof soll dieses Manko nun verringern, und - so die Hoffnung der Betreiber - verstärkt auch deutsches Publikum anlocken.

Den Abschluss in Paris soll im Jahr 2000 ein ganz besonderes Millenniums-Spektakel krönen. Wenige Stunden, bevor die Rad-Profis über die Champs-Elysees jagen, sollen 10 000 Rad-Amateure am Morgen die Gelegenheit erhalten, den gleichen Kurs rund um Paris mit den «Tour-Veteranen» Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gemeinsam abzufahren. Bei dieser Amateur-Etappe wird auch weiblicher Charme nicht fehlen: Miss France 2000 ist mit von der Partie.

Ralf E. Krüger, dpa

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