|
|
|
|
|
Index News-Übersicht Ergebnisse Teams Rennkalender Features Archiv
Tour de France |
87.Tour de France Juristischer Teilerfolg für "Delatour"-Equipe Französischer Verbandspräsident muss Nichteinladung begründen
Der Präsident der Fédération française de cyclisme (FFC)
Baal, der in der Sache vermitteln will zwischen Rennstall und Organisatoren, muss bis kommenden Montag um 12:00 Uhr dem Gericht
schriftlich darlegen, nach welchen Kriterien die Veranstalter der Tour de France
die letzten drei Teams (Kelme, Bonjour und Memorycard) am 31. Mai
ausgewählt haben.
Der Hauptsponsor des "Delatour"-Rennstalls, die
Juwelierkette "Jean Delatour" ist der Auffassung, dass die Nichteinladung
zur Frankreich-Rundfahrt einem ungerechtfertigten "Ausschluss" gleichkäme.
Das Unternehmen beantragte, dass Baal "alle Erklärungen" zusammentragen
solle, die der Entscheidung der Société du Tour de France
bei der Teamauswahl zugrunde lagen.
Das Gericht in Nanterre
gab diesem Antrag statt und bat Baal insbesondere zu prüfen,
"ob alle eingeladenen Mannschaften die Kriterien (der Société)
in Bezug auf Doping erfüllen". Insbesondere sei man "in diesem Punkt
am (eingeladenen) Team Memory Card interessiert".
Ferner soll der FFC-Präsident Auskunft darüber geben,
"inwieweit die sportlichen Gesichtspunkte, insbesondere
die UCI-Teamwertung (bei der Wildcard-Vergabe) am 31. Mai 2000 berücksichtigt wurden"
und "ob andere Kriterien von der Société du Tour de France
angewandt worden sind".
Vor dem Beginn der mündlichen Verhandlung am Freitagmorgen hatte
"Delatour"-Anwalt Alain Jakubowicz vor Journalisten erklärt,
das Team sei "in unkzeptabler Weise und ohne objektive Gründe"
nicht zur Tour de France zugelassen worden. "Man hat an unserer Stelle
die dänische Memorycard-Mannschaft eingeladen, deren
Leader vor wenigen Wochen bei der Flandern-Rundfahrt wegen eines
erhöhten Hämatokritwertes ausgeschlossen wurde",
sagte der Anwalt in Anspielung auf den Ausschluss von
Nicolai Bo Larsen im April. "Doping oder nicht spielt hier gar keine Rolle.
Die Sociéte braucht win dänisches Team wegen
der TV-Übertragungen in Dänemark", so der Anwalt weiter.
Die Anwältin der Société, Fabienne Fajgenbaum,
erinnerte daran, dass die Tour-Organisation ein "Unternehmen des
privaten Rechts" sei. "Bei den Einladungen der ersten 17 Mannschaften
hat die Société ihre Wahl in enger Abstimmung mit den verschiedenen Radsportverbänden
getroffen. Bei den letzten drei Einladungen hat sich Direktor Jean-Marie Leblanc
das Recht vorbehalten, nach freier Entscheidung die Fahrer (Teams) einzuladen, die
er gern bei der Tour de France sehen möchte", sagte Frau Fajgenbaum.
Tourchef Jean-Marie Leblanc, der bei der Verhandlung am Freitagnachmittag anwesend
war, aber keine Aussagen machte, zeigte sich beim Verlassen des Gerichtsgebäudes erbost
über die Entscheidung. "Ich bin zwölf Jahre
an der Spitze der Tour de France", so Leblanc. "Dies ist das
erste Mal, dass ich mir sagen lassen muss, ich sei inkompetent,
unehrlich und käuflich."
20.06.00 Delatour will Tourstart juristisch erzwingen |