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Einstweilige Verfügung beantragt
"Delatour" will Tour de France-Start erzwingen

20.06.00 - Der französische Rennstall "Jean Delatour", der von den Organisatoren der Tour de France nicht eingeladen worden war, will seine Teilnahme an der "Großen Schleife" mit juristischen Mitteln erzwingen. Wie am Dienstag eine Unternehmenssprecherin bestätigte, haben Sponsor und Rennstall eine Einstweilige Verfügung beantragt beim Tribunal de grande instance (Landgericht) in Nanterre mit dem Ziel, doch noch als 21. Team zur am 1. Juli beginnenden Tour zugelassen zu werden.

Das Sponsor-Unternehmen "Delatour", eine Kette von Juweliergeschäften, und die Organisation "France Pro", die den GS-II-Rennstall betreibt, haben eine Einstweilige Verfügung gegen die Société du Tour de France beantragt. Am kommenden Freitag (23. Juni) wird um 9:30 Uhr am Landgericht Nanterre bei Paris eine mündliche Verhandlung in der Sache stattfinden.

Bei der letzten Einladungsrunde ("Wildcards") der Tourorganisatoren am 31. Mai war der "Delatour"-Rennstall nicht berücksichtigt worden. Die letzten Startplätze waren an den französischen Rivalen "Bonjour", das dänische Memorycard-Team und den spanischen Kelme-Rennstall des Gesamtdritten von 1999, Fernando Escartin, gegangen. "Delatour" wurde als erstes Ersatz-Team nominiert. U.a. hatte auch das italienische GS-I-Team "Lampre", das laut UCI-Teamwertung eine der besten zehn Mannschaften ist, keine Einladung erhalten. Der "Delatour"-Rennstall, für den u.a. Ex-Weltmeister Laurent Brochard fährt, war zu Beginn der Saison gegründet worden.

"Monsieur Jean-Marie Leblanc (der Direktor der Tour de France, die Red.) hat leider die Briefe unserer Anwälte nicht beantwortet", sagte am Dienstag die Juristin des Unternehmens Delatour, Sylvie Thueux. "Wir haben ihn gebeten, darzulegen, nach welchen Kriterien die drei Mannschaften ausgewählt worden sind."

Unterstützung erhielt die "Delatour"-Equipe von der Vereinigung französischer Profiteams, die von Festina-Teammanager Yvon Sanquer geleitet wird. "Diese Angelegenheit zeigt, wie schwer es sein kann, in Frankreich ein Profiteam aufzubauen, wenn man nicht zur Tour eingeladen wird. Man gefährdet die Existenz dieser Mannschaften, die viel zur Erneuerung des französischen Radsports beigetragen haben", so Sanquer, der forderte, man solle Delatour als 21. Rennstall zur Tour einladen. Tourchef Leblanc lehnte dies bislang ab.

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