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Tour de France |
Einstweilige Verfügung beantragt "Delatour" will Tour de France-Start erzwingen
Das Sponsor-Unternehmen "Delatour", eine Kette von Juweliergeschäften, und
die Organisation "France Pro", die den GS-II-Rennstall betreibt, haben
eine Einstweilige Verfügung gegen die Société du Tour
de France beantragt. Am kommenden Freitag (23. Juni) wird um 9:30 Uhr am Landgericht Nanterre
bei Paris eine mündliche Verhandlung in der Sache stattfinden.
Bei der letzten Einladungsrunde ("Wildcards") der Tourorganisatoren
am 31. Mai war der "Delatour"-Rennstall nicht berücksichtigt worden.
Die letzten Startplätze waren an den französischen Rivalen "Bonjour",
das dänische Memorycard-Team und den spanischen Kelme-Rennstall
des Gesamtdritten von 1999, Fernando Escartin, gegangen. "Delatour" wurde
als erstes Ersatz-Team nominiert. U.a. hatte auch das italienische GS-I-Team "Lampre",
das laut UCI-Teamwertung eine der besten zehn Mannschaften ist, keine
Einladung erhalten. Der "Delatour"-Rennstall, für den u.a. Ex-Weltmeister Laurent Brochard fährt,
war zu Beginn der Saison gegründet worden.
"Monsieur Jean-Marie Leblanc (der Direktor der Tour de France, die Red.)
hat leider die Briefe unserer Anwälte nicht beantwortet", sagte
am Dienstag die Juristin des Unternehmens Delatour, Sylvie
Thueux. "Wir haben ihn gebeten, darzulegen, nach welchen Kriterien
die drei Mannschaften ausgewählt worden sind."
Unterstützung erhielt die "Delatour"-Equipe von der
Vereinigung französischer Profiteams, die von Festina-Teammanager
Yvon Sanquer geleitet wird. "Diese Angelegenheit zeigt,
wie schwer es sein kann, in Frankreich ein Profiteam aufzubauen,
wenn man nicht zur Tour eingeladen wird. Man gefährdet die
Existenz dieser Mannschaften, die viel zur Erneuerung des französischen Radsports
beigetragen haben", so Sanquer, der forderte, man solle
Delatour als 21. Rennstall zur Tour einladen.
Tourchef Leblanc lehnte dies bislang ab.
07.06.00 Nach der Tour de France-Nichteinladung: "Delatour"-Equipe sammelt Unterschriften |