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Serie: 100 Jahre Tour de France (Teil II)
Von Stöpel bis Ullrich: Die Deutschen bei der Tour
Ob Thurau oder Altig: Tourerfolge bleiben unvergeßliche Erlebnisse

23.06.03 (dpa) - Kurt Stöpel, Thurau, Altig, Junkermann, Wolfshohl, Ullrich und Zabel: Deutsche Radprofis schrieben mit am Helden-Epos Tour de France. Und die Faszination lässt keinen mehr los. «Das kann man nicht erzählen, das musst Du erleben - diese Luft dort...», schwärmt Weltmeister und Fernseh-Kommentator Rudi Altig noch als 66-Jähriger.

Bis zu seinem Tod ließ Kurt Stöpel, am 7. Juli 1932 erster Deutscher im Gelben Trikot und in Paris hinter dem Franzosen André Leducq Zweiter, kaum eine Tour-Etappe im Fernsehen aus. Dabei stieg der Rentner aus Berlin-Spandau bis ins hohe Alter auf sein «Diamant»- Rennrad und kurbelte den Kreislauf an. Jan Ullrichs Parforceritt auf den Tour-Gipfel 1997, mit dem er Stöpels Rekord nach 65 Jahren löschte, erlebte der Berliner nicht mehr. Stöpel war kurz davor im
Alter von 88 Jahren in einem Altenheim gestorben.
bisher erschienen...
  • Teil I: Wie alles begann
  • Auch 26 Jahre nach seinem Parforceritt durch Frankreich mit 15 Tagen im Gelben Trikot wirkt die Tour weiter wie ein Magnet auf Dietrich Thurau «Bei der L'Alpe d'Huez-Etappe am 13. Juli bin ich mit der ganzen Familie. Ich habe für mich und meinen Sohn schon eine Fahrrad-Route über 100 Kilometer ausgearbeitet.» Der «größte persönliche Erfolg meiner Laufbahn» (Thurau) trägt mit bei zur außerordentlichen Anziehungskraft «des größten Radrennens der Welt», bei dem normalerweise auch die Besten komplett am Start sind - auch wenn diesmal Weltmeister Mario Cipollini fehlt.

    Für Jan Ullrich wirkt die kommende Tour fast als Kur Die «große Herausforderung» sorgte bei ihm dafür, dass er nach seinen Abstürzen im Vorjahr noch ein Mal die Kurve bekam. «So konnte ich nicht aufhören. Die Tour ist im Radsport nun mal das Maß aller Dinge. Vielleicht kann ich sie im nächsten Jahr noch ein Mal gewinnen. Diesmal sicher
    Der erste deutsche Toursieger
    nicht, dazu war meine Vorbereitung zu chaotisch», meinte der Bianchi-Kapitän, der mit seinem Erfolg 1997 eine ganze Nation in einen Siegestaumel versetzte, ähnlich wie Boris Becker 1985 durch seinen Triumph in Wimbledon.

    In den 60er und 70er Jahren hatten die Namen Altig, Junkermann, Wolfshohl und Thurau aus nationalem Blickwinkel den besten Klang. Altig war 1962 erster Deutscher im Grünen Trikot des Punktbesten, das Rekordhalter Zabel mittlerweile sechs Mal gewann. Junkermann wurde 1962 Gesamtvierter, Wolfshohl belegte 1968 Rang sechs. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren deutsche Profis erst 1955 wieder an den Tour- Start gegangen - als Mitglieder der luxemburgischen Nationalmannschaft.

    Vor der 90. Auflage herrscht schon jetzt Vorfreude bei Altig, seit zehn Jahren als Fernseh-Co-Moderator Begleiter im Tross «Tour - das ist Faszination An jedem Tag in einer anderen Ecke Frankreichs, die Fahrer, die Medien, die Kollegen von früher». Er ist noch immer stolz «Bei jedem meiner vier Tour-Starts habe ich Etappen gewonnen und das Gelbe Trikot getragen.» Der schlimmste Tour-Tag seiner Karriere? Altig «Ich hatte nur schöne Erlebnisse.»

    «Meinen Etappensieg 1977 in Pau und den Erfolg im Zeitfahren über Eddy Merckx werde ich nie vergessen», erinnert sich Immobilien- Makler Thurau, der als Geschäftsmann ähnliche Berg- und Talfahrten wie als Rennfahrer bewältigen musste, an seine größten Tour- Heldentaten. Die Franzosen verehrten ihn wegen seiner eleganten Fahrweise als «blonden Engel». Jacques Chirac, damals Bürgermeister von Paris, meinte «Seit Konrad Adenauer hat keiner mehr für die deutsch-französische Freundschaft getan als 'Didi' Thurau.»

    • Alle deutschen Etappensieger
      • 12 Siege: Erik Zabel (1995/2, 1996/2, 1997/3, 2000/1, 2001/3, 2002/1)
      • 8 Rudi Altig (1962/3, 1964/1, 1966/3, 1969/1)
      • 6 Jan Ullrich (1996/1, 1997/2, 1998/3), Dietrich Thurau (1977/5, 1979/1)
      • 3 Olaf Ludwig (1990, 1992, 1993)
      • 2 Rolf Gölz (1987, 1988), Klaus-Peter Thaler (1977, 1978), Rolf Wolfshohl (1967, 1970), Otto Weckerling (1937, 1938), Erich Bautz (1937)
      • 1 Jens Voigt (2001), Marcel Wüst (2000), Jens Heppner (1998), Willi Oberbeck (1938), Heinz Wengler (1937), Kurt Stöpel (1932)
    • Alle deutschen Träger des Gelben Trikots:
      (18 Tage: Jan Ullrich, Rudi Altig; 15 Dietrich Thurau; 4 Karl-Heinz Kunde; 3 Erich Bautz; 2 Erik Zabel, Klaus-Peter Thaler, Rolf Wolfshohl; 1 Jens Voigt, Willy Oberbeck, Kurt Stöpel.)
      • 2002 Erik Zabel
      • 2001 Jens Voigt
      • 1998 Jan Ullrich und Erik Zabel
      • 1997 Jan Ullrich
      • 1978 Klaus-Peter Thaler
      • 1977 Dietrich Thurau
      • 1969 Rudi Altig
      • 1968 Rolf Wolfshohl
      • 1966 Karl-Heinz Kunde und Rudi Altig
      • 1964 Rudi Altig
      • 1962 Rudi Altig
      • 1938 Willi Oberbeeck
      • 1937 Erich Bautz
      • 1932 Kurt Stöpel

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      Demnächst: Die erste Tour. Und: Wie das Gelbe Trikot erfunden wurde



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